Dr. Holstiege: Nur aufwendige Operation könnte dem Jungen aus Ecuador helfen / Bitte um Spenden

Andres kann Arme kaum bewegen

Der kleine Andres soll in Deutschland operiert werden.

Achim - (kp) · Vielleicht war es auch der Blick in diese traurigen braunen Augen, der Ludwig Holstiege entscheiden ließ: Hier will und muss ich helfen. Vor allem aber war es die Überzeugung des Chirurgen, dass medizinische Maßnahmen bei dem kleinen Andres auch tatsächlich etwas bewirken können, die den Arzt aus Achim nun um Unterstützung bitten lassen. Mindestens 7 300 Euro möchte Holstiege in seiner Wahlheimat zusammen bringen, um den knapp Vierjährigen operieren lassen zu können.

Ludwig Holstiege lernte Andres Nevarez Castro bei einer Reise nach Ecuador kennen. In dem südamerikanischen Land seien ihm viele behinderte Kinder begegnet, „mit so fürchterlichen Fehlbildungen, dass man meinen könnte, Contergan sei in Ecuador noch frei im Handel“, berichtet der Arzt, der lange Jahre eine chirurgische Praxis in Achim betrieb. Meistens habe er die Bitte um Hilfe auf Grund der Aussichtslosigkeit des jeweiligen Falles ablehnen müssen. Nicht so bei Andres.

Der Junge hat Klumpfüße. Viel mehr leidet er aber unter erheblichen Schädigungen des Armnervengeflechts, dem sogenannten plexus brachialis. Bei seiner Geburt versuchte man, ihn trotz Steißlage auf natürlichem Wege auf die Welt zu bringen. Kräftige Hände zogen und zerrten an dem Baby. Dabei wurden die Nerven im Bereich der Halswirbelsäule so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Andres seine Arme bis heute nicht richtig bewegen kann. Ohne Operation wäre ihm daher ein Leben in steter Abhängigkeit von anderen beschieden. Und das in einem der ärmsten Länder Südamerikas.

„Andres ist jemand, der Hochleistungsmedizin braucht, die es in Ecuador nicht gibt“, sagt Holstiege. Selbst er, als erfahrener Handchirurg, kann ihn nicht operieren. Dazu bedarf es eines Spezialisten. Seine Recherchen brachten Holstiege zu dem Aachener Fachmann für rekonstruktive Mikrochirurgie Dr. Michael Becker. Der sah sich ein Video des Jungen an, bestätigte die Diagnose und erklärte sich bereit, ihn kostenlos zu operieren. Geld fehlt dennoch: Um Andres und seine Mama Paola nach Deutschland zu bringen, für den Aufenthalt im Krankenhaus und die Unterbringung der Mutter, auch für die Reha. Und das alles nicht ein-, sondern zwei- bis dreimal. Je nach Verlauf der Operationen und des Heilungsprozesses.

Insgesamt, bei zehn bis zwölf OPs, so hatte Dr. Becker ausgerechnet, sind 80 000 bis 100 000 Euro nötig. Eine Summe, die die Castros niemals aufbringen könnten. Denn der Vater, ein Techniker, verdient gerade genug Geld zum Leben für die vierköpfige Familie (Andres hat noch einen kleinen Bruder).

12 000 Euro sammelte Ludwig Holstiege bei seinen Verwandten, Freunden und Kollegen. Dann stieß er auf die Hilfsgruppe Eifel. Dieser Verein widmet sich hauptsächlich krebskranken Kindern, sagte aber im Fall von Andres seine Unterstützung zu. Holstiege: „Ich bin froh, dass ich diesen Verein gefunden habe. Sonst hätte ich aufgegeben.“

Denn die Hilfsgruppe gibt nicht nur Geld, sie kümmert sich auch um die Formalitäten, die nötig sind, damit Andres und seine Mutter überhaupt nach Deutschland einreisen dürfen. Und sie stellt bei Bedarf die Spendenbescheinigungen aus.

„Alle stehen in den Startlöchern, der Operateur auch“, fasst Holstiege zusammen und nennt schon einen ersten OP-Termin: den 18. Mai.

Nun hofft er, dass auch Achimer ihren Teil dazu beitragen, dass Andres geholfen werden kann. Jede noch so kleine Spende sei willkommen, betont der Arzt.

Wer Geld geben möchte, kann dies gerne unter dem Stichwort „Hilfe für Andres“ auf das Konto 12508156 bei der Kreissparkasse Verden, BLZ 29152670, einzahlen. Inhaber des Kontos ist Ludwig Holstiege, der sich dafür verbürgt, alle Spenden unverzüglich an die Hilfsgruppe Eifel weiterzuleiten. Für die Überwachung des Kontos und der ordnungsgemäßen Verwendung des Geldes konnte Holstiege übrigens Achims Alt-Bürgermeister Christoph Rippich gewinnen.

Menschen, Gruppen, Vereine, Organisationen, die auf andere Weise helfen oder sich informieren möchten, gibt Ludwig Holstiege gerne Auskunft unter Telefon 04202/881565, E-Mail ludwig.holstiege@t-online.de. Wer an weiteren Informationen über die Hilfsgruppe Eifel interessiert ist, findet diese unter http://www.kinderkrebshilfe-eifel.de im Internet.

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