Interessante Vorführungen beim Back- und Dreschfest des Oytener Heimatvereins / 26 Bleche Butterkuchen verkauft

Altes Handwerk nochmal neu entdeckt

Reeper Heinrich Otten machte stabile Seile und band außerdem einen Reisigbesen nach dem anderen.

Oyten - (kr) · Immer der Nase nach – dann fanden die Besucher des Back- und Dreschfestes des Oytener Heimatvereins am Sonntag ganz automatisch zum Heimathaus. Aus dem Backhaus zogen unwiderstehliche Düfte nach außen. 26 Bleche feinstes Butterkuchengebäck, mit Mandeln, Butter und Zucker gekrustet, zog das fleißige Backteam des Heimatvereins aus dem Ofen. Noch warm wurden die mächtigen Kuchen in schmale Stücke geschnitten und zum Verkaufstresen im Heimathaus gebracht. Dort warteten hungrige Besucher, die dicht an dicht auf der Diele an langen Tischen Platz genommen hatten.

„Gerne nehmen die Leute auch noch ein Stück mehr mit nach Hause, denn der Kuchen schmeckt am nächsten Tag immer noch super“, erklärte Werner Gerken, Vorsitzender des Heimatvereins, der sich freute, dass trotz der regelmäßigen Regenschauer das Oytener Backfest ein Selbstläufer war.

Schon früh am Sonntagmorgen hatte das Backteam den Ofen angeheizt und ordentlich mit Holz befeuert. Vor den Kuchenblechen schoben die Helfer erstmal eine Reihe von Mischbroten in den Ofen, deren Garzeit länger ist. Der Butterkuchen wurde später quasi mit der Restwärme gebacken.

Nicht nur die alten Backtraditionen, sondern auch das bäuerliche Ambiente auf der Diele, die schönen Nebengebäude des Heimathauses und die Vorführungen von altem Handwerk erinnerten an die gute alte Zeit. Reeper Heinrich Otten drehte Seile für jeden Zweck. Kälberstricke, Seile zum Baumfällen oder zum Festzurren von Transportkisten fertigte er vor staunenden Augen im Handumdrehen aus naturbelassenem Rohmaterial. „Reeper konnten immer mehrere handwerkliche Dinge. Ich binde zum Beispiel auch Besen aus Birkenreisig. Die kann man immer gut gebrauchen“, meinte Otten.

In der Scheune hatte der Lanz-Bulldog-Club Stellwände mit Fotos aufgebaut, die das Thema „Dreschen – wie es früher gemacht wurde“ anschaulich erläuterten. Eine lange Fotoserie belegte jeden einzelnen Vorgang vom Mähen des Getreides über das Aufstellen der Garben zu Hocken bis hin zur Inbetriebnahme der historischen Dreschkästen, die mit einem Lanz-Bulldog betrieben wurden. Zwei Dreschvorführungen, zu denen sich interessiertes Publikum einfand, vermittelten einen Eindruck, wie es früher auf den Bauernhöfen zuging Das dröhnende Geräusch des alten, aber bestens restaurierten Lanz’ von Johann Esselmann war über Oyten hinaus zu hören. Das Rumpeln des Dreschkastens ebenso. Staub wirbelte umher, das Stroh spuckte der Kasten noch ungebunden aus, nachdem Männer vom Lanz-Bulldog-Club ihn von oben mit trockenem Getreide gefüttert hatten. „Es riecht sogar noch so wie früher auf dem Bauernhof meiner Eltern. Als Kinder haben wir im Winter, wenn gedroschen wurde, immer zugesehen“, begeisterte sich eine Zuschauerin.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Google Stadia im Test

Google Stadia im Test

Hongkong: 100 Aktivisten verbarrikadieren sich weiter in Uni

Hongkong: 100 Aktivisten verbarrikadieren sich weiter in Uni

Charles und Camilla zu Besuch in Neuseeland

Charles und Camilla zu Besuch in Neuseeland

Busfahrer in Hessen streiken

Busfahrer in Hessen streiken

Meistgelesene Artikel

Sinkende Bandbreite in Einste: Wenn alle Netflix gucken, wird‘s problematisch

Sinkende Bandbreite in Einste: Wenn alle Netflix gucken, wird‘s problematisch

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

„Wellness-Tempel Haferkorn“: Chaos und viel Situationskomik

„Wellness-Tempel Haferkorn“: Chaos und viel Situationskomik

Stadttombola: Achimer Bürgermeister und Rotary-Präses eröffnen Losverkauf

Stadttombola: Achimer Bürgermeister und Rotary-Präses eröffnen Losverkauf

Kommentare