„Plattdeutsche Landschaften“ von Heinrich Meyer (1913-2003) / Oytener Rathaus zeigt im April posthume Ausstellung

Alte Worpsweder als großes Vorbild

Kreiszeitung Syke

Oyten - (kr) · Der Zevener Maler Heinrich Meyer (1913-2003) war einer jener Künstler, die im Volksmund gerne als Heimatmaler bezeichnet werden, die geprägt von Schaffensfreude ihr Tun ganz der Liebe zu Natur und Landschaft widmen. Im Foyer des Oytener Rathauses ist vom 6. bis 26. April eine Retrospektive mit mehr als 30 Werken in Aquarell und Öl von Heinrich Meyer zu sehen. Titel der Ausstellung: „Plattdeutsche Landschaften“.

Die Ausstellung wurde konzipiert von Gisela Lütjen, einer der drei Töchter Heinrich Meyers, die seit 1977 in Oyten am Behlingsee lebt. Sie will mit der Bilderschau das Schaffen ihres Vaters einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und Kunstfreunde auch über den Zevener Kreis hinaus für seine Bilder interessieren. „Zu Lebzeiten gestaltete mein Vater eine rege Ausstellungstätigkeit. Sein künstlerischer Nachlass ist jedoch so umfangreich und sehenswert, dass er auch in Oyten gezeigt werden sollte“, so Gisela Lütjen.

Bis ins hohe Alter von 90 Jahren stand Heinrich Meyer täglich an der Staffelei. Er schuf Bildstudien von Heide und Moor, malte die Oste bei Granstedt, die St.-Viti-Kirche in Zeven mit ihrem markanten Turm und dörfliche Ansichten voller Romantik. Kräftige Farben und ein ebensolcher Pinselduktus kennzeichnen seine Arbeiten, die allesamt eine tiefe Heimatliebe ausdrücken.

In Wangersen als Sohn eines bodenständigen Landwirts und Viehhändlers geboren und aufgewachsen, war er von klein auf mit der plattdeutschen Sprache eng verwachsen und pflegte diese sein Leben lang. Bis zum Jahr 1730 lässt sich die Biografie der Familie zurückverfolgen, was Heinrich Meyer immer sehr stolz gemacht hat. Er besuchte die kleine Dorfschule in Wangersen, strebte aber schon als Schüler nach mehr Bildung, besuchte das Athenaeum in Stade und ließ sich danach in Kiel zum Lehrer ausbilden. Nach seiner zweiten Lehrerprüfung heiratete er Adele Schnackenberg aus Wilstedt und kam dann an die Volksschule Zeven. Die städtisch geprägte Bildungsanstalt sagte ihm allerdings nicht zu. Er wollte Volksschullehrer auf dem Lande sein und übernahm mit Freude den vakanten Lehrerposten in der Schule in Oldendorf, um danach nach Hesedorf bei Bremervörde zu gehen. Seine letzte schulische Station war die Volksschule Selsingen, die unter seiner Leitung als Rektor zu einer Mittelpunktschule ausgebaut wurde.

Nach der Pensionierung 1978 war Zeven sein Lebensmittelpunkt, ohne dass Heinrich Meyer seine enge Bindung an Wangersen und Selsingen vernachlässigte.

Die künstlerische Bildung vermittelte ihm Professor Seidensticker aus Stade, der früh das malerische Talent erkannte und förderte. Von ihm lernte er die Grundbegriffe des künstlerischen Sehens – vor allem, weil es zu den Gepflogenheiten des Professors gehörte, mit seinen Schülern vor der Natur zu arbeiten. Persönliche Kontakte zu Malern wie Fritz Mackensen, Bernhard Huys und Sophie Böttjer in Worpswede hinterließen nachhaltige Eindrücke bei Heinrich Meyer, die sich in seiner Malerei produktiv niederschlugen. Hineingeboren in die norddeutsche Landschaft mit ihren unvergleichlichen Reizen, war es Heinrich Meyer ein ganz besonderes Anliegen, die Urtümlichkeit, die bäuerlich genutzte Landschaft, das unberührte Moor mit seiner Flusslandschaft und den hohen Himmeln auf der Leinwand zu verewigen. In allen Werken schwingt etwas von der tiefen Liebe zur Heimat mit, die eng mit der plattdeutschen Sprache verknüpft war – eine Leidenschaft, die er, ebenso wie seine Passion Lehrer zu sein, an seine Kinder weitergegeben hat. Wer sich mit Tochter Gisela Lütjen über die Kunst von Heinrich Meyer austauschen möchte, kann unter Tel. 04207-2959 einen Termin vereinbaren.

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