Oyten: Politik pro Gesamtschule

Allianz für eine IGS

Oyten - (pee) · „Wir CDU-Gemeinderäte sind eben weiter als die Partei im Land“, stellte Dr. Kai Grönke klar, nachdem die Beifallsrufe der im linken Spektrum angesiedelten Ratskollegen verklungen waren. Soeben hatte der Oytener CDU-Chef überraschend das alte dreigliedrige Schulsystem für überholt erklärt und der Gesamtschule als Alternative seine Sympathie bekundet.

Denn: „So wie’s ist, kann’s nicht bleiben.“ Und weil das auch die anderen politischen Parteien in Oyten, die Gemeindeverwaltung und das Kollegium des Schulzentrums finden, formiert sich in Oyten eine große Allianz für die Schaffung einer Integrierten Gesamtschule (IGS), eingebunden in die kreisweite Schulstrukturentwicklung.

„Was brauchen wir als Gesellschaft? Was brauchen unsere Kinder?“ Das sind für Bürgermeister Manfred Cordes die zentralen Fragen in dem Bemühen „rauszufinden, was für Oyten das Beste ist“. Auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Dass die beste Voraussetzung für erfolgreiches soziales und schulisches Lernen in Vorbereitung auf das (Berufs-)Leben die lange gemeinsame Beschulung aller Kinder aller Schulformen in einer Gesamtschule ist, davon ist Cordes persönlich überzeugt.

Viel Überzeugungsarbeit in Oyten hatte in dieser Hinsicht vor kurzem Gesamtschul-Verfechter Prof. Dr. von Saldern in seinem öffentlichen Vortrag geleistet. Das wurde in der Nachbetrachtung am Donnerstagabend im Schulausschuss des Gemeinderates deutlich. Alle Fraktionen, selbst CDU und FDP, zeigten begeisterte Bereitschaft, sich im Ringen um bessere Bildung gemeinsam auf den Weg zu einer anderen Schulform zu machen. Einig waren sich die Kommunalpolitiker darin, erstens die Parteipolitik außen vor zu lassen, zweitens sich Zeit zu nehmen für eine gründliche und vielschichtige Information und drittens die Eltern umfassend mit ins Boot zu holen. „Die Eltern müssen das wollen“, betonte Christine Hempel (Grüne).

Dass sie ihre Kinder lieber heute als morgen auf eine IGS schicken würden, machten Väter im Publikum deutlich. Renate Proft, Leiterin der Haupt- und Realschule Oyten, berichtete von einem eindeutigen Meinungsbild der Lehrerschaft pro IGS, forderte aber Zeit und Ruhe für die konzeptionelle Ausarbeitung. Hermann Sczesny, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis Verden, beglückwünschte den Schulausschuss „zu seiner Haltung“ und empfahl einen Besuch in der IGS Osterholz: Jugendliche ohne qualifizierten Schulabschluss oder anschließenden Ausbildungsvertrag gebe es hier so gut wie gar nicht, sagte Sczesny.

Die Verwaltung plant nun die nächsten Informationsschritte – für einen möglichen IGS-Start 2012.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2020/21

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2020/21

Hat Teslas Model Y das Zeug zum Bestseller?

Hat Teslas Model Y das Zeug zum Bestseller?

Meistgelesene Artikel

Ein erster Blick auf die „Markthöfe“

Ein erster Blick auf die „Markthöfe“

Adebar im Dauerstress

Adebar im Dauerstress

Beachclub im Verdener Allerpark: Baurecht verhindert schicke Gastro-Idee

Beachclub im Verdener Allerpark: Baurecht verhindert schicke Gastro-Idee

Kommentare