Antrag für Güllepott in Völkersen: Zustimmung vom Ortsrat – unter Auflagen

„Alle sehen das kritisch“

Er findet im Wohngebiet Mühlenreith und umzu nicht unbedingt Zustimmung: der Güllebehälter an der Grünen Straße mit einem Innendurchmesser von 19 Metern.  
Foto: Wenck
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Er findet im Wohngebiet Mühlenreith und umzu nicht unbedingt Zustimmung: der Güllebehälter an der Grünen Straße mit einem Innendurchmesser von 19 Metern. Foto: Wenck
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Völkersen – „Alle sehen das kritisch“, sagt Völkersens Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer. Wobei das dann durchaus diplomatisch ausgedrückt ist. Ein Völkerser Landwirt hat in der Vergangenheit mehrere Bauanträge für eine Fahrsiloanlange und einen Güllebehälter gestellt. Die anvisierten Standorte stießen immer wieder auf einigen Widerstand bei Besitzern von Einfamilienhäusern in der weiteren und näheren Nachbarschaft.

Im Februar 2019 genehmigte der Landkreis den Bau der Siloanlage und des Güllebehälters mit einem Innendurchmesser von 19 Metern an der Grünen Straße und des Weges Im Krei.

Im Zuge der Baumaßnahme, so die Langwedeler Gemeindeverwaltung, habe sich dann herausgestellt, dass der Bau nicht zu 100 Prozent da erfolgte, wo er genehmigt worden war.

Was also kommt jetzt? „Ein klarer Baurechtsbruch“, findet zum Beispiel die WGL-Fraktion im Langwedeler Gemeinderat, zu der auch Andreas Noltemeyer gehört. Soll der Landwirt nun also den Güllepott wieder abreißen, um ihn dann um 80 Zentimeter versetzt wieder neu aufzubauen?

„Wir haben da im Ortsrat lange drüber diskutiert“, so Noltemeyer. Von „Abriss“ bis „Ist doch gar nicht so schlimm. Wegen 80 Zentimetern alles abreißen und wieder neu aufbauen lassen?“ gingen die Meinungen nicht nur im Ortsrat, sondern im ganzen Dorf auseinander.

Im Ortsrat Völkersen hat man sich aber nun einmal das Ziel gesetzt (und bislang auch immer eingehalten), immer auf eine gemeinsame Lösung zu kommen, mit einer Stimme zu sprechen und so den Anliegen des Dorfes auf Gemeinde- und Kreisebene mehr Gewicht zu verschaffen.

In diesem speziellen Fall ist die Entscheidung knapp gewesen, ob man dem Landwirt das gemeindliche Einvernehmen für die von ihm beantragte Standortänderung des Güllebehälters erteilen soll. Dass der Mann bei seinem Vorgehen und seinem Bau den Ortsrat total ignorierte und nach Ansicht Noltemeyers komplett seinen eigenen Stiefel durchzog, machte die Entscheidung nicht leichter.

Aber dann sei da ja auch der Fall der Familie Petersen gewesen. Die hat beim Bau ihres Einfamilienhauses die Baugrenze nicht eingehalten, eine Abrissverfügung drohte (wie hier ausführlich berichtet). Schließlich mussten die Petersens einen Teil ihres Hauses zurückbauen. Angesichts dessen habe sich der Ortsrat auch im Fall des Güllebehälters in der Mitte treffen wollen, so Andreas Noltemeyer.

Nach einem Vorschlag der Gemeindeverwaltung soll der Landwirt nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis Verden) als Ausgleich für die Versiegelung der Flächen vier neue Eichen pflanzen. Außerdem soll und will der Landwirt eine Gülledruckrohrleitung zum Güllebehälter bauen – was erheblich weniger Treckerverkehr bedeuten würde. Eine zweite Zufahrt zum Grundstück, die sich der Landwirt selbst angelegt hat, muss er aber definitiv wieder zurückbauen. „Die kriegt er auch nie genehmigt“, ist sich der Langwedeler Bauamtsleiter Bernhard Goldmann sicher. Der Ortsrat Völkersen stimmte am Donnerstagabend einstimmig für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung.

Auch wenn man in Verden personell möglicherweise nicht optimal besetzt sei, habe man sich vom Kreis mehr Unterstützung erhofft, so Ortsbürgermeister Noltemeyer. „Der Landkreis darf seine Kontrollpflicht gern ausüben. Gern auch öfter.“ Nach der nun schon längeren und problemreichen Vorgeschichte dürfte man auch aus dem Langwedeler Rathaus heraus die Entwicklung in Völkersen mit verstärkter Aufmerksamkeit begleiten.

Am 2. Juli ist die ganze Angelegenheit noch einmal Thema im öffentlich tagenden Bau-, Verkehrs- und Friedhofsausschuss der Gemeinde, bevor der Verwaltungsausschuss am 9. Juli nichtöffentlich über das gemeindliche Einvernehmen entscheidet.

Von Jens Wenck

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