Ausschuss empfiehlt Umbau des Verdener Feuerwehrhauses / 30 000 Euro im Haushalt 2010 / Architektenwettbewerb

Bei Alarm blitzschnell und ohne jedes Risiko

Verden - (mw) · Das Problem brennt, um im Bilde zu bleiben, auf den Nägeln. Zu eng, zu klein, kein Platz und gefährlich: Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Verden braucht dringend ein neues Haus. Im städtischen Feuerschutzausschuss gab es dafür jetzt parteiübergreifend Zustimmung. Ein Architektenwettbewerb soll helfen, die beste Lösung zu finden.

Noch ehe der Ausschuss dem Vorschlag seine Zustimmung gab, machte sich das Gremium auf den Weg, das Gebäude an der Lindhooper Straße in Augenschein zu nehmen. Stadtbrandmeister Wolfgang Schmidt und Ortsbrandmeister Frank Becker wiesen im Gebäude noch einmal auf die einzelnen Problemzonen hin. Die Feuerwehrunfallkasse hatte bereits vorab eine lange Mängelliste vorgelegt (wir berichteten). Das Fazit: „Es besteht Gefahr für Leib und Leben.“

Stadtbrandmeister Schmidt nahm die Ausschussmitglieder mit durch enge Gänge, vorbei an Fahrzeugen und Pfeilern und Geräten. Auch die sich kreuzenden Wege von ein- und ausrückendem Schwerverkehr lernten die Besucher kennen und konnten sich kaum vorstellen, wie Personen im Alarmfall sich hier begegnen müssen.

Einige der Problemzonen werden jetzt kurzfristig entschärft. So sollen im Einsatzfall die bis zu 80 Aktiven nur noch auf klar markierten Wegen einrücken. Ferner ist daran gedacht, die mächtigen Tore per Sender über Funk zu öffnen. „Das spart Zeit, und das Gedränge vor dem Gebäude ist weniger groß“, so Schmidt.

Dennoch muss die große Lösung kommen. Da mochte aus den Reihen der Fraktionen nach dem Besuch niemand wiedersprechen. Jens Richter (CDU) störte sich hingegen an der Informationspolitik der Verwaltung. „Das Thema ist schon länger im Gespräch, doch das der Ausschuss über den Zeitplan erst aus der Presse erfahren mussten, ist nicht in Ordnung“, kritisierte er. Bürgermeister Brockmann wollte den Einwand so nicht stehen lassen. „Der Rat war über den Besuch der Unfallkasse und deren Sachstandsbericht informiert. Angesichts der notwendigen Maßnahmen wollten wir auch die Öffentlichkeit auf den neusten Stand bringen.“

Was in naher Zukunft auf dem Gelände passieren wird, soll ein Architektenwettbewerb klären. Dazu gehört auch die Beplanung des Außengeländes mit Parkflächen und Verkehrsführung. „Ideal für eine Schwerpunktwehr wie Verden wären getrennte Aus- und Einfahrten“, betonte Schmidt. Auch die Parkflächen sollten großzügiger als bisher angelegt werden.

Die Verwaltung will für den Architektenwettbewerb überplanmäßig 30 000 Euro im Haushalt 2010 bereitstellen. Sofern 2011 der Sachbeschluss zu Umbau und Erweiterung fällt, könnte 2012 mit der Baumaßnahme begonnen werden. Welche Vorschläge wie umgesetzt werden, darüber entscheidet eine Jury, in der neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch Experten der Feuerwehr sitzen.

Ob um- und angebaut oder sogar abgerissen und ganz neu gebaut wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, auf die Stadt kommen erhebliche Kosten zu. Befürchtungen, dass anderen Wehren darunter zu leiden hätten, entkräftete Brockmann und verwies auf die Verwaltungsvorlage. Danach werden Stadt und Feuerwehr auch die Feuerwehrhäuser in den Ortschaften auf Mängel überprüfen und erforderliche Maßnahmen auf den Weg bringen.

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