„Boeing, Boeing“: Theatergruppe „Völk’ser Platt“ begeistert mit neuem Stück

Airline-Casanova treibt es gleich mit drei Stewardessen

Das Publikum im ausverkauften Saal amüsierte sich köstlich.
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Das Publikum im ausverkauften Saal amüsierte sich köstlich.

Völkersen - Janet sitzt noch im Morgenmantel auf dem Sofa, da ist Colette bereits im Anflug. Schon nach den ersten Minuten im aktuellen Stück „Boeing, Boeing“ der Theatergruppe „Völk’ser Platt“ ist erkennbar, worum es in dem Boulevardstück geht. Der Unterhaltungswert wird dadurch jedoch nicht geschmälert. Bei der Premiere am Sonnabend im Gasthaus „Zur Post“ lachten die Zuschauer Tränen.

Janet, Colette und Jutta vereinen zwei Dinge: Alle sind von Beruf Stewardess und alle lieben Bernd (gespielt von Uwe Behrmann). Der Hamburger Weiberheld hat sein Liebesleben nach den Dienstplänen der Damen genau durchgeplant und selbst wenn es mal eng wird, funktioniert dank der Hilfe seiner Haushälterin Elfie alles reibungslos. In der Rolle der guten Perle glänzt Erika Schorling.

Sie findet das Ganze zwar genauso wie Bernd’s alter Freund Robert „bannig unmoralisch“, der jedoch zeigt sich von dem scheinbar gut ausgetüftelten Stewardessensystem auch recht beeindruckt. Dann kündigen sich allerdings schwere Turbulenzen im Liebesleben des Airline-Casanovas Bernd an. Der Flugplan, der für ihn das sei, was die Bibel für den Pastor ist, gerät aus den Fugen, denn seine Bräute, die alle bei unterschiedlichen Fluglinien arbeiten, wechseln auf schnellere Maschinen. Auf Bernd kommen damit stürmische Zeiten zu.

Mehr als 50 Jahre nach der Uraufführung in Paris, erfolgreichen Jahren am Broadway und einer späteren Verfilmung scheint das Lustspiel von Marc Camoletti nun auch in Völkersen unter der Regie von Jörg Meyer ein Straßenfeger zu werden. Bis auf ganz wenige Restkarten sind alle neun geplanten Vorstellungen bereits ausverkauft.

Rund zweieinhalb Stunden Theaterspaß bietet der Dreiakter. Im zweiten Akt gewinnt das Stück an Schubkraft und nach der zweiten Pause scheinen alle Turbinen gezündet. Das Spiel des Sextetts auf der Bühne nimmt Tempo auf, und das Gelächter im Publikum reißt kaum noch ab.

Nina Henke ist dieses Jahr neu an Bord beim Völk’ser Platt, muss aber kein Platt, sondern mit amerikanischem Akzent schnacken. Was ihr ebenso gut gelingt wie Rieke Assmann, die die französische Verlobte Colette mimt. Bei Jana Wöhler wird dagegen auf Platt gesäuselt, was für Robert, in dieser Rolle brilliert Reinhard Körte, ohnehin „die erotischste Sprache der Welt“ ist.

Es gibt nur noch ganz wenige Restkarten für die Nachmittagsvorstellungen am 21. und 28. Januar. Erhältlich sind diese bei Ingrid Heimsoth (Telefon 04232/94123, jedoch nur ab 18 Uhr).· wb

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