Wahrscheinlich Diebstähle mit „braunem“ Hintergrund / Kosten für die Gemeinde

Adolfshausen: Ortsschilder als begehrtes Diebesgut

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Diese Ortsnamen locken Diebe. Das richtige Ortsschild können wir Ihnen nicht zeigen, denn das ist ja weg. Die Gemeinde sinnt angesichts einer Vielzahl von verschwundenen Schildern auf Abhilfe.

Blender-Adolfshausen -Der Blender Gemeindearbeiter Jürgen Meyer ärgert sich. Schon wieder ist ein Ortsschild geklaut worden.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei das Ortsschild „Adolfshausen“. Dieses Schild, die übliche gelbe viereckige Ortstafel, ist in den letzten Jahren gleich mehrfach verschwunden. „Ich habe die Ortstafel extra in Beton eingesetzt und verschweißt. Doch die Diebe sind diesmal mit Brachialgewalt vorgegangen.“ Meyer glaubt nicht, dass Übeltäter aus der Gegend am Werk waren. „Diese Beute will man schließlich auch zeigen. Das geht hier natürlich nicht.“ Auch „normale Randalierer“ sind eher unwahrscheinlich.

Allgemein wird angenommen, das rechtsgerichtete Kreise oder Ewiggestrige die Ortstafel geklaut haben, um sie für ihre braunen Zwecke zu gebrauchen (missbrauchen). Diese Klientel nimmt, mit Blick auf den Führer-Kult, für solch ein „Sammlerobjekt“ durchaus auch einmal eine längere Anreise in Kauf.

Ebenfalls ein äußerst beliebtes „Klau-Objekt“ ist übrigens das Ortsschild des Nachbarortes Jerusalem. Auch dieses verschwand in den letzten Jahren mehrfach und musste aufwendig wieder neu installiert werden. Hier geht es den Dieben offensichtlich nur um den ungewöhnlichen Ortsnamen, gleichnamig mit der Heiligen Stadt im Nahen Osten.

Jedes neue Schild kostet die Gemeinde jedenfalls jedesmal ein paar hundert Euro. Jürgen Meyer weist auf einen weiteren Aspekt hin. „Ohne Ortsschild greift die Geschwindigkeitsreduzierung in Adolfshausen nicht. Raser haben hier also freie Bahn. Das gefährdet die Sicherheit der Anwohner.“

Die Gemeinde will für die Zukunft vorbeugen und hat neue Schilder bestellt. Diese sollen dann allerdings nicht oben und ganz groß den Schriftzug „Adolfshausen“ tragen, sondern groß „Gemeinde Blender“ und dann klein darunter „Adolfshausen“. Diese Form der „Abschreckung“ stößt zwar nicht bei allen Einwohnern auf Widerhall, es macht sich jedoch die Erkenntnis breit, dass dieser Schritt unumgänglich ist. Gleiches gilt für Jerusalem.

Sollten all diese Maßnahmen nicht fruchten, bliebe am Ende wohl nur eine Lösung: Eine Umbenennung der Ortschaften (Scherz).

Zum Hintergrund: Adolfshausen ist nicht nach dem „Gröfaz“ benannt. Der Ursprung des Namens geht auf den Herzog Adolph (Adolf) Friedrich von Cambridge (1774 - 1850), Vizekönig von Hannover, zurück. Er schenkte aus den Befreiungskriegen zurückkehrenden Soldaten ein Stück Land, um eine Hofstelle zu gründen. Als Dank nannten die Neubürger seinerzeit (ab 1799) ihre Ansiedlung Adolfshausen. sp

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