Aprilwetter und Kühlschrank-Temperaturen verhageln Badener Pfingstwiese

Zwischen Zuckerwatte und Regenwolken leidet Gaudi

Diese Badener Mädels hatten trotz Kälte und zeitweiligem Regen viel Spaß im Fahrgeschäft Extasy. - Foto: Schmidt

Baden - Die Wetterprognose passte leider ausnahmsweise, aber etliche Anwohner und Gäste aus der Region ließen sich von der „Kalten Sophie“ die Badener Wiesn-Gaudi nicht vermiesen. Zwar war der Wunsch nach kühlem Bier deutlich geschmälert, aber Ur-Badener und viele Familien mit Kindern nutzten dennoch die freien Tage für einen Besuch der traditionellen Pfingstwiese am Weserbogen.

Viele Badener und Gäste aus dem Umland ließen sich den Flohmarkt-Besuch durch schlechtes Wetter nicht verderben. - Foto: Schmidt

Bereits am Freitagabend standen die ersten Buden bereit, damit sich Unerschrockene auf das Badener Fest einstimmen konnten. Einige wenige nutzten die Gelegenheit bei Wind und Sonnenschein zwischen Fahrgeschäften, Burger-Bude und Fischkate, Schmalzkuchenstand oder Eispalast herumzuschlendern. Unter anderem Christian Petritzki. „Wir hoffen auf viele Besucher, denn die Badener haben sich große Mühe gegeben, damit im Ort mal wieder was passiert“, sagte der Ortsausschuss-Vorsitzende. „Und wir hoffen natürlich, dass sich die Perle Niedersachsens von ihrer schönen Seite zeigt.“

Helga Müller erinnerte an frühere Veranstaltungen: „Vor vielen Jahren mussten die Besucher zum Festzelt über die gesamte Wiese laufen“, berichtete die Schausteller-Ikone, die seit 52 Jahren gemeinsam mit der Familie die Badener Pfingstwiese beschickt. „Es hatte aber dermaßen viel geregnet, dass dies trockenen Fußes schlichtweg nicht möglich war. Da haben wir beim Raiffeisenmarkt zehn Paar Gummistiefel gekauft und im Wechsel an die Gäste verliehen.“ So nass sollte es zum Glück diesmal nicht werden.

Die Pfingstfeiertage bilden den Kern des Frühlingsfestes und am Sonntag füllte sich der Platz am Weserhang erstmals richtig zum obligatorischen Flohmarkt. „Uns ist das Wetter egal! Wir ziehen das durch, damit das mit dem Flohmarkt klappt“, versicherten die Badener Iven Klumpes und Tim Harnisch. Und auch die Besucher aus umliegenden Gemeinden zeigten sich unbeeindruckt, wie der Cluvenhagener Fahrrad-Treck aus der Ackerstraße. „Wir fahren bei jedem Wetter zu der Pfingstwiese, danach zu Meier-Bierden und wieder zurück zur Pfingstwiese“, berichtete Heinrich Meier und fügte schmunzelnd an: „Ohne uns hätte der Ausschank hier bestimmt schon Pleite gemacht.“

Allerdings sind nicht alle Norddeutschen so tapfer und die „Number One Band“ spielte vor fast leeren Rängen auf der Open-Air-Bühne. Vom Nachmittag bis in den Abend präsentierten die erfahrenen Musiker eine gitarrenbetonte Live-Performance mit Rockballaden, South-Westcoast-Rock oder Blues-Interpretationen. Dabei trugen sie das Lebensgefühl der 1950er bis 1980er Jahre über die Wiese und ließen sich von der ungewohnt geringen Resonanz gar nicht irritieren. Getreu ihrem Motto: „Keep on rocking“.

Am Pfingstmontag stand schließlich ab 11 Uhr ein Frühschoppen auf dem Programm. Die Musik dazu lieferte aber nicht wie angekündigt „Gitman“, der abgesagt hatte. Dafür organisierte Veranstalter Hendrik Söhn schnell noch den DJ Julian Hanke von Haka Music aus Langwedel, der die zaghaft heranströmenden Besucher mit „Mucke“ von der Festplatte beschallte.

„In ganz Deutschland sah es an diesem Wochenende auf den Festplätzen genauso aus oder schlechter“, resümierte Helga Müller. „Gegen schlechtes Wetter kann man als Beschicker einfach nichts ausrichten.“

Das Familien-Konzept der Pfingstwiese solle man so aber beibehalten, riet die erfahrene Schaustellerin, denn das funktioniere in Baden in der Regel gut.

Badener Pfingstwiese

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