Zwei Unternehmen schaffen Voraussetzungen für schnelles Internet

Neue Datenautobahnen in der Weserstadt

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Vom Badener Gewerbepark bis Uphusen werden in der Stadt neue Datenleitungen verlegt.

Achim - Von Manfred Brodt. An allen Ecken und Enden werden in Achim derzeit kleine Gruben und Gräben gebuddelt. Es handelt sich dabei aber nicht um besonders in der Sommerzeit übliche Arbeiten für die Strom-, Gas-, Wasser-und Abwasser-Leitungen, sondern um neue Datenautobahnen für schnelles Internet in Achim.

Die Bundesnetzagentur hatte die Gebiete für diese neue Generation der Internetleitungen ausgeschrieben, und die sich bewerbenden Deutsche Telekom sowie EWE hatten für das Achimer Stadtgebiet den Zuschlag erhalten.

Die EWE und die Telekom verbinden so ihre zentralen Verteilerpunkte in Achim mittels Glasfaserleitungen zu den Netzverteilern, auch Kabelverzweiger genannt. 50 Kabelverzweiger der EWE und 27 neue Kabelverzweiger der Telekom entstehen so beziehungsweise werden mit neuer Technik ausgerüstet.

Vectoring heißt die neue „Turbo“-Technologie für die Kabelverzweiger, die dann auch elektromagnetische Störungen bei den Kupfer-Endleitungen zu den Haushalten ausschaltet beziehungsweise minimiert.

Im Endeffekt bekommen so durch die EWE etwa 7000 Haushalte und durch die Telekom etwa 4200 Haushalte in Achim schnelles Internet, wenn sie es denn wollen und auch bereit sind, den Preis dafür zu zahlen.

Da die Entfernung der Haushalte zu den Kabelkästen unterschiedlich ist, muss in Einzelfällen noch nach individuellen Sonderlösungen gesucht werden.

20 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt alleine die Telekom in Achim bis zum Ende der Arbeiten im Januar 2016. Die EWE will ihr Programm schon bis Anfang nächsten Monats abgeschlossen haben.

Bis zur 40-fachen

Geschwindigkeit

Wie Manfred Ricker, Telekom-Vertriebsberater im Infrastrukturbereich, informiert, werden so 100 Megabit pro Sekunde im Download und 50 Mbit/s. im Upload möglich werden, was je nach Einzelfall eine 40-fach höhere Geschwindigkeit bedeuten kann. Dokumente, Fotos und Videos können so in einem Bruchteil der bisherigen Zeit im Netz ausgetauscht werden.

Andreas Roshop, Kommunalbetreuer der EWE, berichtet, dass die Kunden alle drei bis vier Jahre eine Verdoppelung des Breitbandvolumens wünschten und benötigten. Mit der leistungsfähigeren Technik komme man dem entgegen und verhindere neue so genannte weiße Flecken, also unterversorgte Bereiche.

Allerdings wird es die „weißen Flecken“ weiter geben. Bisher schon fühlten sich Bürger in Bollen, Badenermoor oder auch Haushalte und Firmen in Uphusen und Bierden zum Beispiel abgehängt. Mit kleinen Lösungen wie in Bollen oder speziellen Förderprogrammen wird die Stadt da auch weiterhin an einer Verbesserung der Situation arbeiten, wie Achims Fachbereichsleiter Martin Balkausky betont.

Und so werden jetzt auch nicht alle Kabelverzweigererkästen in Achim ans Glasfasernetz angebunden und mit der teuren Technik für schnelles Internet ausgestattet, denn bei nur zehn Haushalten in der Umgebung lohne sich diese Investition einfach nicht, sagen die Vertreter der Telekommunikationsunternehmen.

Dennoch signalisieren die vielen Löcher und Gräben an Achims Straßen derzeit, dass die Stadt in der digitalen Welt einen bedeutenden Schritt vorankommt.

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