Behindertensportverein ist sauer

Zunächst kein Herzsport mehr

Achim - Der Behindertensportverein Achim leistet für viele Menschen sicher eine segensreiche Arbeit, hat nun nach streit mit der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine sein Herzsport-Angebot aber zunächst einmal eingestellt.

Der bisherige Herzsport in der Sporthalle Uphusen am Arenkamp hat in den letzten Jahren die Teilnehmer und Organisatoren zufriedengestellt. Die Halle ist nach den Kriterien des Behindertensports errichtet worden mit behindertengerechtem Zugang und solchen Parkplätzen, schnellen Rettungswegen für die Notfallversorgung, eine ausreichende Belüftung und Beleuchtung für Menschen mit Handicap, gute Aufsichtsmöglichkeit für betreuende Ärzte und Fachübungsleiter. Das Übungsmaterial ist hallennah gelagert so dass die Teilnehmer stets im Blick sind.

Die Notlage der Flüchtlinge zwang 2015 den Behinderten- Sportverein (BSV) wie auch viele andere Sportgruppen, in andere Hallen auszuweichen. Nachdem die Sporthalle nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft dient, ist die Herzsportgruppe jedoch nicht mehr in ihre Uphuser Halle zurückgekommen, was alle sehr bedauern.

Die jetzige Halle an der Realschule Achim, in der der Herzsport jetzt angeboten wird, sei für die Herzsportgruppe im BSV ungeeignet. Es fehlten ausreichende Belüftung und behindertengerechte Parkplätze, sagen die Verantwortlichen.

Die Rettungswege seien deutlich länger und für den Notarztwagen schlecht zugänglich. Das Unfalltelefon habe keine Freischaltung. Die Lagerstätten für Sportgeräte lägen außerhalb der Beobachtungsweite der Übungsleiter, eine optimale Betreuung sei somit nicht gewährleistet.

„Fachübungsleiter fühlen sich nicht ernst genommen“

Die angebotenen Kurszeiten waren für die berufstätigen Übungsleiter und Herzsportgruppenteilnehmer sowie die Aufsicht führenden Ärzte ein Kompromiss, den sie in der Übergangszeit, wie sie meinen, lange genug getragen hätten.

Der Behindertensportverein hatte daher die Hallenzeit mittwochs von 16 bis 20 Uhr in der Sporthalle am Arenkamp wie bereits in den Jahren 2000 bis 2015 beantragt.

Da sich jedoch laut dem Vergabeplan auch im August 2017 für die Herzsportgruppen nichts geändert hat, die Fachübungsleiter eine Verantwortung den Teilnehmern gegenüber haben, die Kurszeiten für alle Beteiligten nach wie vor, aus beruflichen Gründen sehr problematisch seien, hat der BSV den Herzsport bis auf weiteres, eingestellt.

Regina Banks, erste Vorsitzende des Behindertensportvereins, und Peter Ohlen, aktives Mitglied in der Herzsportgruppe, bedauern, dass bis heute keine realisierbaren Vorschläge seitens der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportstätten (AAS) eingegangen seien.

Regine Banks: „Unsere ehrenamtlichen Fachübungsleiter fühlen sich nicht ernst genommen und ihre Arbeit mit einer Risikogruppe zu wenig gewürdigt. Für die Mitglieder der Herzsportgruppen ist eine schnelle, behindertengerechte, Lösung erforderlich.“

Dennis Lorenz, erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportstätten (AAS), die im Auftrag der Stadt die Hallenbelegungen organisiert, sieht das anders.

Andere Wunschtermine angegeben

„Die Diskussion um die Hallenzeiten für das Training der Reha-Sportler hatte nach einer Abstimmung zwischen dem Vorstand des BSV und der AAS im Vorfeld der neuen Saison mit einem Konsens über die Nutzung der zur Verfügung gestellten Hallen und Zeiten geendet.

Auf Basis dieses Konsenses hätte der BSV für die Herzsportgruppe entsprechend auch Hallenzeiten bekommen.

Bei den Anträgen für die Hallenzeiten in der Saison 2017/2018 seien vom Behindertensportverein dann allerdings ganz andere Nutzungszeiträume als Wunschtermine aufgegeben worden . „Diese Termine standen und stehen in Kollision mit der Vereinbarung und insbesondere auch mit Wünschen anderer Sportler, Sportarten und Sportvereine“, stellt Lorenz fest.

Nach den Vergabe-Richtlinien, die mit der Stadt Achim abgestimmt sind, habe die AAS die Hallenzeiten für die Sportvereine vergeben. „Dabei konnten - wie in den Vorjahren – in Bezug auf die Halle oder die Hallenzeiten nicht alle Wünsche erfüllt werden, da die Nachfrage nach Hallen und attraktiven Zeiten regelmäßig größer ist, als das Angebot. Davon sind alle Achimer Sportvereine betroffen“, erklärt der AAS-Vorsitzende. Alle Sporthallen seien im Übrigen für die Ausübung des jeweiligen Sports geeignet und wurden gegebenenfalls entsprechend durch die Stadt Achim hergerichtet, zum Beispiel durch die Anschaffung eines Defibrillators.

Die Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine stehe für konstruktive Gespräche selbstverständlich weiterhin für alle Achimer Sportler gerne zur Verfügung, unterstreicht Dennis Lorenz uns gegenüber.  

 hem

Rubriklistenbild: © imago/Eibner

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