Stadt schafft neues Wegenetz am Ellisee

Achim: Zum Schutz von Flora und Fauna

Neue Hinweisschilder will die Stadt an den Zugängen zum Naturschutzgebiet Sandtrockenrasen aufstellen, hier vonseiten der Straße Bierdener Mühle. Der Landkreis Verden wird dort auch eine neue Version des offiziellen Naturschutz-Schildes platzieren.
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Neue Hinweisschilder will die Stadt an den Zugängen zum Naturschutzgebiet Sandtrockenrasen aufstellen, hier vonseiten der Straße Bierdener Mühle. Der Landkreis Verden wird dort auch eine neue Version des offiziellen Naturschutz-Schildes platzieren.

Achim – Wer regelmäßig am Ellisee spazieren geht, konnte sich schon davon überzeugen: Im Naturschutzgebiet „Sandtrockenrasen Achim“ hat die Stadt das Wegenetz nach naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten überarbeitet und die Wege mit weißen Steinen markiert. Teilweise sind auch neue Wege geschaffen worden. Um Flora und Fauna auf dem 58 Hektar großen Gelände zu schützen, sollen sich Spaziergänger künftig nur an die markierten Pfade halten.

Zunächst musste sich die Stadt die Herstellung zusätzlicher Wege von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises genehmigen lassen. „Diese Genehmigung liegt der Stadt Achim vor“, sagt Diplom-Biologin Marion Rusch, die im Rathaus für Umwelt und Stadtgrün zuständig ist. Die Erlaubnis ist an bestimmte Auflagen geknüpft, die vom städtischen Bauhof und externen Unternehmen umgesetzt werden. „So mussten die Aufastungen und Fällungen bis Ende Februar abgeschlossen sein und die Bodenarbeiten dürfen nicht in der Brut- und Setzzeit (ab 1. April) durchgeführt werden“, erläutert Rusch.

Die Wegeparzelle der Stadt Achim war in Teilen nicht begehbar. „Hier hatten sich Bäume und Sträucher angesiedelt und mussten gefällt, beziehungsweise aufgeastet und die kleineren gemulcht werden“, erklärt die Stadtbiologin. Dies geschah noch vor dem Wintereinbruch. Zur besseren Erkennbarkeit des Wegeverlaufs wurde zudem der Oberboden an einigen Stellen abgeschoben. Der Baumschnitt, der Oberboden und von Anliegern aufgestapelter Strauchschnitt wurden aus dem Naturschutzgebiet entfernt.

An zwei Stellen auf dem ostwestlich verlaufenden Weg seien noch Höhen zu überbrücken, „damit man da auch hochkommt, wenn der Weg matschig ist oder man nicht so gut zu Fuß ist“, so Rusch. Hier will die Stadt Aufstiegshilfen aus Rundhölzern und unbelastetem Bausand anbringen.

Die Stadt Achim hat in den vergangenen Jahren Flurstücke für das Wegekonzept erworben, beziehungsweise Nutzungsvereinbarungen geschlossen. „Dadurch ist es möglich, eine Wegeverbindung vom Bierdener Friedhof zur ,Dorfgrenze’ anzubieten. Der nördliche Teil des Wegenetzes musste komplett neu geschaffen werden, dies ist nun umgesetzt“, berichtet Rusch. Darüber hinaus wurde der Rundweg an der Bierdener Mühle angeschrägt, um einen gefahrloseren Einstieg in das Gebiet zu ermöglichen. Unter anderem sei eine Versackung im Boden aufgefüllt worden.

Fehlt noch die weiße Farbe: Das Wegenetz im Naturschutzgebiet Sandtrockenrasen wird ausgebaut.

Der Bauhof des Landkreises Verden wurde damit beauftragt, die Wege mit weißen Steinen zu markieren, um den Besuchern den Weg zu weisen. Bis Ostern sollen diese Wegmarkierungen weiß angestrichen und mit Richtungspfeilen versehen werden, informiert Rusch. Damit sollte allen Besuchern klar sein, wo das Wegenetz beginnt und endet. „Wer sich außerhalb der ausgewiesenen Wege aufhält, riskiert ein Bußgeld“, warnt Marion Rusch.

Die nächsten Arbeitsschritte: An den sechs Eingängen zum Naturschutzgebiet sollen neue Hinweisschilder mit dem Wegeverlauf aufgestellt werden. An der Spitzkehre des Rundweges soll ebenfalls ein Schild mit Erläuterungen zum Naturschutzgebiet stehen. „Die Schilder befinden sich derzeit in der Planung“, sagt Rusch, die derzeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises ein Konzept für die Hinweisschilder erarbeitet. Dazu sei die Stadt Achim nicht verpflichtet: „Wir bieten das als ,Extra’ an, ein bisschen vergleichbar mit dem Naturerlebnispfad im Stadtwald.“

Rusch hofft, dass die Schilder bis Ende April fertig sind, und deutet an, dass sie weniger textlastig aufbereitet werden könnten als die bisherige Beschilderung. Angedacht ist, sie durch QR-Codes und/oder Internet-Links zu ergänzen. Die Schilder sollen Spaziergängern zeigen, was sich von den seltenen Arten anzugucken lohnt, „wertbestimmende Lebensraumtypen“ heißt es im Fachjargon. Gerade die Tierwelt sei nicht immer mit bloßem Auge erkennbar: Neben Wespen, Bienen und Ameisen beherbergt der Sandtrockenrasen Käfer, Tagfalter und Heuschrecken. Bei den Pflanzen gehören Heide und Ginster zu den bekanntesten dort vorkommenden Arten, erklärt Rusch.

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