Zucchini Sistaz verzücken Publikum im Kulturhauses Alter Schützenhof

Falsche Wimpern und viele richtig gute Töne

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Wo die Zucchini Sistaz musikalisch überzeugten, kamen sie textlich doch eine Spur zu zahm daher.

Achim - Von Bernd Hägermann. Die Zucchini Sistaz haben mit Kürbisgewächsen gar nichts gemein. Zur vollen musikalischen Reife entfalten sie sich nur auf der Bühne. Zum Beispiel auf der des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch). Dort gastierte das Trio (Tina Werzinger, Jule Balandat, Sinje Schnittker) am Freitagabend im großen Saal im Zuge des Internationalen Frauentages auf Einladung des „Haste-Töne“-Teams sowie des Frauenbündnisses im Landkreis Verden.

Versprochen war ein Gute-Laune-Konzert. Es wurde Wort gehalten. Dazu klang der Swing. Die drei Damen im Cocktail-Party-Outfit der fünfziger und noch früherer Jahre mit dazu passenden Frisuren überzeugten musikalisch, textlich allerdings blieben sie hinter den Möglichkeiten. Ein wenig frecher und aufmüpfiger hätte

Etwas frechere Texte

hätten gut getan

es in der „Festwoche für Frauen“ schon sein dürfen.

Die „Zucchini Sistaz“ kommen aus Münster. Dazu fiel dem Publikum ein: Kirche, Studenten, schräges Tatort-Duo, Fahrrad. Ein solches haben natürlich auch die Zucchinis. Es ist ein Tandem für drei. Darauf sind sie stolz. Genauso wie auf die Türmerin, die jetzt anstelle eines männlichen Kollegen mit ihrem Blechinstrument in drei von vier Himmelsrichtungen bläst. Nur Richtung Süden ist Ruhe. Dort liegt der Friedhof. Für die Türmerin war sogar die BBC nach Münster gekommen, um über die musikalische Himmelstürmerin zu berichten.

Bei den Zucchinis gab es das riskante, aber gelungene Experiment „Von Frau zu Frau – ganz ohne Worte“, den Abgesang auf eine Beziehung, denn knapp verfehlt, ist auch daneben, oder die Hymne an den zumeist inneren Schweinehund. Zwischendurch durfte das zahlreich erschienene Publikum die Fahrradhupe Berta nachahmen – möp, möp – und im Rhythmus klatschen.

Und dann waren da noch der Karawan-Song, ein Swing-Klassiker, und Egon, dem das kleine Wörtchen „Ja“ nicht über die Lippen kommen mag. Da kann die Liebste noch so mit dem Zaunpfahl schwingen und an Egon erste graue Haare erkennen. Eine Zeile nur für Egon: Schwindende Attraktivität und Begriffsstutzigkeit bilden eine brisante Mischung.

Die „Zucchini Sistaz“ trafen mit ihrem Programm aus vielen richtig guten Tönen und falschen Wimpern den Geschmack des Publikums. Das applaudierte anhaltend. Nicht an Nierentischen, sondern aus Stuhlreihen.

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