Grüne Kreistagsfraktion lehnt „Achim-West“ ab

Zu teuer, zu unökologisch

Mitglieder der grünen Kreistagsfraktion beim Austausch mit Burkhard Andriessen (l.) von der BI Uphusen: Susanne Hüneke, Jan Precht und Ulla Schobert (v.l.).
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Mitglieder der grünen Kreistagsfraktion beim Austausch mit Burkhard Andriessen (l.) von der BI Uphusen: Susanne Hüneke, Jan Precht und Ulla Schobert (v.l.).

Achim – „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, hat Ulla Schobert, Fraktionsvorsitzende der grünen Kreistagsfraktion, das Ergebnis eines Gesprächs mit der Bürgerinitiative (BI) Uphusen zusammengefasst. Einig waren sich die Fraktion und die Bürgerinitiative darin, dass „Achim-West“ zu einem hohen Flächenverbrauch, zu keiner Verkehrsentlastung, zu keinem Beitrag zum Klimaschutz und zu einer weiteren Verschuldung der Stadt Achim führen würde, geht aus einer Mitteilung der Partei hervor, in der sich die Grünen gegen das Projekt aussprechen.

Vor Kurzem hatte – wie berichtet – als bislang einzige Fraktion im Achimer Stadtrat – die Wählergemeinschaft Achim (WGA) die Reißleine gezogen und sich dem Projekt versagt. Bei den anderen Parteien gibt es zumindest skeptische Stimmen. Jürgen Kenning von den Achimer Grünen hatte im Finanzausschuss davon gesprochen, dass seine Fraktion in der Sache geteilter Meinung sei. Er selbst hatte ins Feld geführt, dass es neben ökologischen aber auch wirtschaftliche Aspekte gebe: Es gehe um Steuereinnahmen und Arbeitsplätze.

Bei dem Gespräch der Kreistagsgrünen mit der Bürgerinitiative Uphusen kritisierte deren Sprecher Burkhard Andriessen der Mitteilung zufolge, „Achim-West“ sei von einem kleinen Verkehrs- zu einem großen Gewerbeansiedlungsprojekt angewachsen. Die Gesamtkosten seien auf 150 Millionen Euro gestiegen. Es klaffe ein Loch von 53 Millionen Euro, das nicht finanziert sei. „Von monetärer Seite ist ,Achim-West’ nicht zu verantworten“, so Andriessen.

Das geplante Gewerbegebiet und die neue Anschlussstelle an der A 27 könnten an der Finanzierung scheitern. Nun erwäge der Landkreis in die „Achim-West“-Entwicklungsgesellschaft (AWE) mit einem Gesellschafter-Darlehen einzutreten. Es sei aber nicht die Aufgabe des Landkreises, für die Erschließung eines Industriegebietes Geld aus der Kreiskasse bereitzustellen. Dem würde die grüne Kreistagsfraktion nicht zustimmen.

Für die Erschließung von „Achim-West“ müsste mooriger Boden tiefgründig abgetragen und mit Sand wieder aufgefüllt werden. Laut Information des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland würden Niedermoorböden mit 37 000 Kubikmeter Torf unwiederbringlich zerstört. „Das wird zu extrem hohen CO2-Emissionen führen und den Klimawandel weiter anheizen“, kritisierte Susanne Hüneke, Mitglied der grünen Kreistagsfraktion aus Achim.

Für das neue Industriegebiet sei ein Flächenverbrauch von 90 Hektar geplant. Zudem seien für „Achim-West“ 200 Hektar Ausgleichsflächen erforderlich. Diese Acker- und Grünlandflächen gingen der Landwirtschaft verloren. „Dies führt auf der verbleibenden Fläche zu einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und zu immer größeren Betrieben“, stellte Jan Precht, Mitglied der Bürgerinitiative und der grünen Stadtratsfraktion in Achim, fest.

Eine Verkehrsentlastung sei das ursprüngliche Ziel von „Achim-West“ gewesen. Aus der Entlastungsstraße sei ein Industriegebiet geworden. Besonders für Achim-Uphusen sollte die Situation verbessert werden. Doch die Gutachten hätten ergeben, dass es zu einer Verlagerung und Zunahme des Kraftverkehrs kommen werde. „Durch die Ansiedlung von Amazon und das neue Gewerbegebiet wird die Verkehrssituation in Achim erheblich verschlechtert“, bemängelte Burkhard Andriessen.

Zum gigantischen Projekt „Achim-West“ müsse bald ein Treffen mit der Bremer Umweltsenatorin Maike Schäfer, die für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Stadtentwicklung zuständig ist, stattfinden, schlug Karin Labinsky-Meyer, Mitglied der Kreistagsfraktion aus Oyten vor. Dabei solle es um die Frage gehen, wie „Achim-West“ noch zu stoppen sei.  ps/pk

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