Im Rat / FDP sieht gezielte Fehlinformation

Zentrumspläne: Harte Attacke gegen Ditzfeld

Die Ankündigungsplakate zum neuen große Garde-Café im Erdgeschoss des früheren Herrenmode-Geschäftshauses Froböse hängen schon.

Achim - Einen bösen Verdacht äußerte FDP-Ratsherr Gero Hocker im Stadtrat: Es dränge sich der Eindruck auf, dass Bürgermeister Ditzfeld vor anderthalb Jahren gezielt den Eindruck erweckt habe, dass sich kurzfristig sehr viel in der Achimer Innenstadt bewegen werde.

Dies gehe aber nur, wenn es kein neues Einkaufszentrum auf dem Lieken-Gelände gebe, habe der Bürgermeister damals zugleich erklärt. Der Rat stimmte dann gegen das Center, doch in der Innenstadt habe sich trotzdem nichts Nennenswertes getan, monierte Hocker.

Es sei damals auch um den Fortbestand der „Markpassage“ im Zentrum gegangen, wehrte sich der Angegriffene. Von Rossmann bis Rewe hätten dortige Geschäfte mit Auszug gedroht, falls die großflächigen Einzelhandelspläne der Investoren auf dem Lieken-Areal zugelassen würden.

Im Übrigen habe sich durchaus einiges in der Achimer City getan, betonte Ditzfeld. So sei die Stadtbibliothek ins Rathaus umgezogen und habe einem attraktiven Gastronomie-Betrieb Platz gemacht. Für das Pforthaus sei ein neuer Eigentümer gefunden worden, und auch in Sachen Umzug der Kreissparkasse gehe es voran. Schon jetzt gebe es zudem Interessenten für die frei werdenden zwei Innenstadt-Filialen der Garde-Stadtbäckerei-Cafés.

Annameta Rippich (CDU): Café ohne Parkplätze

Wie berichtet, wird die Stadtbäckerei sich deutlich vergrößern und ins geräumige Erdgeschoss des einstigen Froböse-Kaufhauses wechseln. Die wirklich große Lösung – Abriss und nachfolgender Nachbau des von der Immobilienfirma Müller und Bremermann ersteigerten Komplexes – ist damit um zumindest zehn Jahre vertagt.

Zur Neugestaltung des gesamten Bereichs war extra ein Architektenwettbewerb veranstaltet worden. Die Ergebnisse sind nun vorerst Makulatur. „Wir sollten es nicht schönreden – der Caféeinzug ist nur die zweitbeste Lösung“, stellte Werner Meinken (SPD) fest. Einzige Alternative wäre aber der komplette Leerstand des Gebäudes. Vor allem weil der Eigentümer eines Nachbarhauses nicht verkaufen will, seien die größeren Planungen nicht machbar, bedauerte neben Meinken auch der Bürgermeister.

„Jetzt steht dort für mindestens zehn Jahre die Halbruine eines eigentlich markanten Gebäudes“, kritisierte Peter Bartram von den Grünen, ebenfalls in Anspielung auf die Vertragslaufzeit mit der Stadtbäckerei. Es müsste jetzt darauf geachtet werden, dass der Investor auch andere Räume des großen Geschäftshauses nicht weiter leerstehen lasse.

Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion beschloss der Rat mit 23 : 9-Mehrheit, eine Ausnahme der Veränderungssperre im Bebauungsplan „Herbergstraße“ zuzulassen, um den Einzug des Stadtbäckerei-Cafés zu ermöglichen. Auch die FDP stimmte für die Planänderung, „damit sich hier überhaupt etwas bewegt“, erläuterte Liberalen-Ratsherr Ingo Müller.

Annameta Rippich (CDU hatte stark bezweifelt, dass genügend Parkplätze für das Café mit geplanten 70 Innenplätzen und großer Außenterrasse zur Verfügung stehen. Es sei zu befürchten, dass Kunden an der engen Brückenstraße ihre Autos abstellen und damit eine wichtige Wochenmarkts-Zu-und Abfahrt versperrten.

Der Bedarf an Park- und Toilettenplätzen werde von der zuständigen Landkreisbehörde genau geprüft, und entsprechende Auflagen müssten vor Erteilen der Baugenehmigung erfüllt sein, versicherte Steffen Zorn, Leiter der Bauabteilung im Achimer Rathaus. Klar sei auch, dass nicht öffentliche Wege und Flächen der Fußgängerzone zum Parken bereitgestellt werden dürften. Auf Nachfrage von Wolfgang Heckel (WGA) machte Vize-Verwaltungschef Bernd Kettenburg noch deutlich, dass auch der geänderte Plan Herbergstraße keine Ansiedlung von Spielhallen und ähnlichem Gewerbe zulasse. - la

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