Neues Nachmittagsangebot am Alten Markt

Wochenmarkt bekommt bald „kleinen Bruder“

Das Jahr 2016 war zumindest im Hinblick auf den Achimer Wochenmarkt erfolgreich und gut – das finden jedenfalls Marktmeisterin Myriam-Yasmin Selter und Marktmeister Klaus Uellendahl. - Foto: ldu
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Das Jahr 2016 war zumindest im Hinblick auf den Achimer Wochenmarkt erfolgreich und gut – das finden jedenfalls Marktmeisterin Myriam-Yasmin Selter und Marktmeister Klaus Uellendahl.

Achim - Während im Bundesvergleich die Wochenmärkte wegen der Konkurrenz durch Discounter schwinden, befindet sich der Achimer Wochenmarkt seit Jahren auf dem Siegeszug. Womit das zusammenhängt, und wie dieses Niveau gehalten werden kann, darüber sprach das Achimer Kreisblatt mit den beiden Marktmeistern der Stadt, Klaus Uellendahl und Myriam-Yasmin Selter.

Ein bestimmter Anteil der Konsumenten orientiere sich Richtung „Öko“ und halte das Altbewährte hoch, begründet Selter den Positiv-Trend. Das zumindest hätten sie und ihr Kollege auf einer Tagung der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Juli/August 2016 erfahren. Ein so gearteteter Kundenstamm bewege sich auch auf dem Wochenmarkt in Achim.

Ein Markt mit Strahlkraft auch im Umland: „Die Kunden kommen nicht nur aus Achim, sondern aus Dörverden, Thedinghausen, Bremen. Manchmal sieht man auch Diepholzer Kennzeichen, oder Autos aus Bruchhausen-Vilsen“, so Uellendahl. Es sei einfach ein Markt, der zum Schlendern einlade und mit seinen Anbietern ein hohes Maß an Kontinuität aufweise. 2010 feierte er sein 100-jähriges Bestehen.

Insgesamt sind es 54 Stände, die sich an den beiden Markttagen Mittwoch und Samstag ergänzen. Darunter befinden sich viele alteingesessene Händler-Familien wie der Pflanzhandel Müller aus Westerstede, der heimische Gemüsehändler Cordes, aber auch neue Kooperationen, etwa die Landschlachterei Wolters aus Martfeld. Neben Obst und Gemüse – „Bio“ oder konventionell – kann man unter anderem Blumen, Pflanzen, Fleisch, Geflügel, Fisch, Gebäck, Käse, Honig und Gewürze erwerben. Für den kleinen Hunger gibt es Bratwurst, Eintopfgerichte und den gerade bei Schülern beliebten Asia-Wagen. Um dies noch zu erweitern, habe man 2016 probiert, einen Süd- und Trockenfrüchtehändler aus Osnabrück mit ins Boot zu holen, der auf Dauer jedoch die weite Anfahrt scheute.

Mit Aktionen und Veranstaltungen könne sich der Wochenmarkt als Freiluft-Angebot von den Discountern abheben. Diesen Event-Charakter bot 2016 etwa der Erntedank-Markt am 1. Oktober, an dem von 7 bis 22 Uhr unter anderem eine Schlemmermeile mit Kochaktionen zu finden war. Unter allen Beschickern prämierten die Marktmeister den am schönsten geschmückten Stand. Auch der vorweihnachtliche Wochenmarkt am 7. und 10. Dezember sei mit Lebkuchen-Malen, Foto-Aktion und Süßigkeiten-Verteilung gut angekommen.

Dabei seien die Kunden nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Kaufen aufgelegt gewesen, bekräftigt Uellendahl: „Die Händler waren teilweise sogar fast ausverkauft.“ Dennoch plane man 2017 keinen Erntedank-Markt, denn „wenn wir das jedes Jahr machen würden, wäre das nicht mehr interessant und auch anstrengend für die Marktbeschicker“.

Stichwort Konkurrenz durch Supermärkte: Man merke schon, dass einige Discounter 2016 in Achim erweitert wurden – wie Aldi an der Embser Landstraße, Netto an der Uphuser Heerstraße und Rewe-Hauptig in Uesen –, sagt Myriam-Yasmin Selter. 

Einrichtung von „Ruhezonen“ geplant 

Als Gegenstrategie werbe man verstärkt mit der Nähe und Frische des Marktes. Zudem sei die Einrichtung von „Ruhezonen“ geplant. „Wir wollen Sitzgelegenheiten schaffen, wo man sich unter Sonnenschirmen vom Einkauf erholen kann“, erklärt Selters.

Über die Einnahmen der Marktbeschicker wissen die Martkmeister zwar nicht Bescheid, aber, sagt Uellendahl: „Würde es schlecht laufen, dann würden die es uns schon mitteilen.“ Einmal abgesehen von gelegentlichen Einbrüchen im Geschäft, die durch schlechtes Wetter oder die Flaute nach den Feiertagen entstünden. „Das geht den Supermärkten aber auch so“, glaubt Selter.

Auch mit der Aussicht auf einen neuen Nahversorger auf dem Lieken-Gelände wollen die Marktmeister ihr Konzept „beibehalten und noch ausbauen“.

So wollen sie im neuen Jahr eine Testphase für einen neuen Nachmittagsmarkt einläuten. Der würde dann jeweils montags in der Zeit von 15.30 bis 19.30 Uhr auf dem Alten Markt geöffnet werden und soll das gewohnte Angebot in etwas kleinerem Umfang bereithalten. 

ldu

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