Wittkoppenberg kommt an seine Grenzen

Trinkwasserverband bittet Nordkreiskommunen, sparsam mit kostbarem Gut zu sein

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Um Wasser zu sparen, folgen die Städte und Gemeinden im Nordkreis der Bitte des Trinkwasserverbands und sprengen bis auf Weiteres seltener. 

Landkreis - Die mehrwöchige Trockenperiode macht sich auch beim Trinkwasserverband Verden bemerkbar. Telefonisch hat dessen Geschäftsführer Stefan Hamann jetzt die Nordkreiskommunen, die vom Wasserwerk Wittkoppenberg in Achim versorgt werden, gebeten, das Wässern der Grünflächen, speziell der Sportanlagen, bis auf Weiteres zu reduzieren.

„Wasser ist genug da, das vergangene Jahr war sehr feucht“, sagt Hamann. Es gehe vielmehr darum, dass die Leistungsfähigkeit eines Wasserwerks nicht uneingeschränkt sei und Wittkoppenberg an seine Grenzen stoße. „Die Aufbereitungsleistung ist nur für gewisse Mengen ausgelegt.“ Werde in Stoßzeiten, etwa in den Abendstunden, mehr Wasser benötigt, eben durch das Sprengen von Grünflächen, mache sich das als Druckabfall in den Wasserhähnen bemerkbar.

Die anderen Wasserwerke im Kreis Verden sind Hamann zufolge nicht betroffen, weil sie entweder eine höhere Leistung haben oder aber weniger Menschen versorgen. „Trotzdem sollte jeder Bürger verantwortungsvoll mit Trinkwasser umgehen“, appelliert der Geschäftsführer an die Bürger.

In Absprache mit dem Wasserverband werden öffentliche Flächen in Achim bis auf Weiteres nur in reduzierter Form bewässert, vor allem die Sportplätze, sagt Stefan Zorn, Fachbereichsleiter für Bauen und Planung. Auf den Plätzen in Uesen und am Badener Lahof „beschränken wir uns auf das absolute Minimum“. Anders sei es bei Sport- anlagen, wo das kostbare Nass aus Brunnen geschöpft werde wie beim TSV Achim und am Freibad. Damit frisch gepflanzte Blumen, Büsche und Bäume nicht eingehen, fahren Mitarbeiter des Bauhofs mit gefüllten Wassertanks umher.

Die Bitte des Trinkwasserverbands Verden nahm das Bauamt der Ottersberger Gemeindeverwaltung zum Anlass einer Besprechung im Hause: „Wir haben zusammengetragen, wo Bewässerung nötig ist und wo Einsparungen möglich sind“, erklärt Denise Bodendorf, stellvertretende Fachbereichsleiterin. Fazit: Der Trinkwasserverbrauch fürs Grün tendiert sowieso gegen null. Die Rasensportplätze im Gemeindegebiet sind zwar großflächig auf Bewässerung angewiesen, für die aber nach Bodendorfs Worten an allen Standorten auf Grundwasser aus eigenen Brunnen zurückgegriffen wird. Generell sei die Lage „noch nicht so akut“, dass kommunale Grünflächen gewässert werden müssten, zumal es am Dienstag zwischenzeitlich geregnet habe. Für den Fall einer noch längeren Trockenperiode werde über alternative Lösungen nachgedacht – etwa die Tanks des Bauhofs mit Flusswasser aus der Wümme zu befüllen.

Besonders im Blick hat das Bauamt derzeit nur die Neuanpflanzungen junger Bäume vom vergangenen Jahr – verteilt über das Ottersberger Gemeindegebiet rund 20 an der Zahl. Einzige größere Neuanpflanzung ist nach Bodendorfs Worten die Ausgleichspflanzung an der Graft, nahe der neuen Wümmesporthalle in Ottersberg: Hier aber sei der Grundwasserstand extrem hoch – die gesetzten Weidenstecklinge suchten sich ihren Weg zum Wasser und seien überdies sehr robust. Im Oytener Rathaus war die Einspar-Bitte des Trinkwasserverbandes bis gestern Mittag noch nicht angekommen, wie Bürgermeister Manfred Cordes sagte.

Im Langwedeler Ortsteil Etelsen, das sein Wasser ebenfalls vom Wittkoppenberg bezieht, gebe es keine Probleme, sagt Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt. Die Sportplätze verfügten über Brunnen. 

 pee/sb

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