Trägerverein stellt Mitarbeiter für Getränkeausschank ein

Wirte winken ab – Kasch betreibt Bistro in Eigenregie

Dennis Meinken und Silke Thomas sind vom Trägerverein des Kulturhauses beauftragt worden, den Gastronomiebetrieb im Kasch auch nach dem Abschied des Wirtepaares Roth Ende Juni sicherzustellen. - Foto: Mix

Achim - Von Michael Mix. „In wenigen Wochen ist es wohl mit der Gastronomie im Kasch vorbei“, befürchten etliche Achimer. Tatsächlich wird das Lokal bald in anderer, abgespeckter Form weitergeführt, ohne Pächter. Denn wenn das Kulturhaus Alter Schützenhof am 25. Juni in die Sommerpause geht, endet die Ära „Roths im Kasch“. Nach den großen Ferien will der Trägerverein des Kulturhauses das Bistro in eigener Regie betreiben.

„Der Vorstand hat jetzt entschieden, eine Konzession für die Gaststätte bei der Stadt zu beantragen“, informierte Silke Thomas, Geschäftsführerin im Kasch, gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir werden einen Mitarbeiter für den Getränkeausschank einstellen.“ Ein 37-jähriger Berliner mit Gastronomieerfahrung werde diese Aufgabe übernehmen.

Wenn es nach der Sommerpause im Kasch am 27. Juli mit Kabarett, Kino, Konzerten, Theater und Treffen von allerlei Vereinen und Gruppen weitergeht, soll auch das Bistro für Gäste wieder geöffnet haben. „Getränke wird es an jedem Abend und bei Veranstaltungen geben“, kündigt Thomas an, die wie auch ihr Kollege Dennis Meinken vom Vorstand des Trägervereins beauftragt wurde, den Gastronomiebetrieb im Hause sicherzustellen.

Das Essensangebot sei noch offen. „Mindestens eine Bistrokarte“ versprechen Thomas und Meinken den Gästen. Auf der könnten dann Burger, Flammkuchen, Käseteller, Salate und andere kleine Gerichte zu finden sein. „Steaks wird es wegen der aufwendigen Vorratshaltung nicht geben.“ Und auch der gewohnte Mittagstisch werde wegfallen. Beerdigungscafés und Familienfeiern sollen in dem Bistro hingegen weiterhin möglich sein.

Allerdings benötigen die Gastro-Beauftragten im Kasch für derlei kulinarische Angebote noch einen Koch oder eine Hauswirtschafterin. „Wir sind mit Hochdruck dabei, das zu organisieren“, versichert Silke Thomas. Wie mit Kohlfahrten und anderen Großveranstaltungen verfahren werde, sei noch offen. „Dafür würden wir dann wahrscheinlich einen Caterer hinzuziehen.“

Fest steht, dass Wilfriede und Markus Roth nach 26 Jahren, wie berichtet, den Pachtbetrieb nicht mehr weiterführen wollen und sollen. Und es nun auch keine(n) Nachfolger geben wird. Dabei könnte das Kasch mit seinen jährlich rund 60000 Besuchern für Wirte eine lukrative Adresse sein.

Es habe Gespräche mit rund einem Dutzend Interessenten aus Achim und der Region gegeben, berichtet Dennis Meinken. Doch die seien unter anderem wegen der geringen Fläche des Lokals und der fehlenden Außenterrasse allesamt erfolglos geblieben.

Aber womöglich hat die Profis aus der Branche auch der über viele Monate laufende „Diskussionsprozess“ um die künftige Ausrichtung der Gastronomie im Kasch im Vorstand des Trägervereins abgeschreckt. Denn die gesuchte „eierlegende Wollmilchsau“, die als Mieter in dem kleinen Lokal betriebswirtschaftlich über die Runden kommt und gleichzeitig fast rund um die Uhr für Kulturfreunde geöffnet hat, ist schwer zu finden.

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