Schüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums drehen eigene Kurzfilme für einen Wettbewerb

„Wir wollen den Sprung ins kalte Wasser wagen“

Vertieft in erste Filmszenen: (von links) Arta, Diana, Lauren und Leonie. Foto: kjara von staden

Achim - Von Kjara Von Staden. Sexismus, Alkoholismus, Mobbing, Depression und Fußballerruhm. Das sind die Themen, mit denen sich die Schüler der 9d des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums bei einem Filmprojekt auseinandersetzen. Unter dem Oberbegriff „Ganz schön anders – No Limits“ nehmen die Jugendlichen an einem niedersachsenweiten Kurzfilmwettbewerb des Veranstalters Blickwechsel teil und beschäftigen sich dabei mit Grenzen jeglicher Art.

„Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Workshops das Thema Inklusion auf verschiedenste Weise in den Vordergrund rücken“, erläutert Schulleiter Dr. Stephan Krolle. Die Angebote könnten auch von Schülern mit körperlichen, geistigen oder sprachlichen Handicaps des siebten bis zehnten Jahrgangs besucht werden.

Als Hauptpreis winkt eine Reise nach Berlin und der Besuch des bekannten Filmparks Babelsberg. Die besten zehn Kurzfilme werden zudem im März nächsten Jahres in Hannover auf einer großen Filmgala inklusive rotem Teppich vorgestellt.

Das Achimer Cato-Gymnasium nimmt zum zweiten Mal mit einer Klasse teil, auch diesmal wieder unter der Anleitung von Kunstlehrerin Silke Beimesche. Schon im Unterricht hatte sie die Schüler an das filmtheoretische Handwerkszeug herangeführt und die Ideen der Jugendlichen unterstützt. Der Wettbewerb ließ sich nicht nur sehr gut in ihren Unterricht eingliedern, „es fördert auch den Klassenzusammenhalt“, berichtete Beimesche. Darüber hinaus entspräche das filmische Projekt auch der heutigen Zeit. „Die Technik stellt heutzutage keine Hürde mehr dar.“

Am Mittwoch wurden dann aus mehr oder weniger abstrakten Ideen echte Filmszenen, für die zum Teil Profiausrüstung zur Verfügung stand. Fachliche Unterstützung erhielten die jungen Filmemacher von drei „Teamern“: Medienpädagogin Britta Kanabaja war ebenso mit von der Partie wie Spiel- und Lerndesignerin Maria Taebling. Die im Rollstuhl sitzende Freiberuflerin reiste mit ihrer vom Integrationsamt finanzierten Assistentin Christiane Starke an, die Taebling sowohl privat als auch beruflich zur Seite steht.

Die drei Frauen blickten den Jugendlichen stets über die Schulter und halfen mit Rat und Tat. Vor allem der Umgang mit den Schnittprogrammen und das Gefühl für das Filmedrehen sollte vermittelt werden. „Die Kinder müssen ein Gefühl für das Bilderfinden und das Benutzen der Technik bekommen, damit sie ihre Geschichte am Ende auch wirklich erzählen können“, machte Taebling deutlich. „Sie sollen lernen, wie man Emotionen darstellt. Der Betrachter muss letztlich erkennen können, was ausgedrückt werden soll.“

Zunächst einmal entstanden am Mittwoch aber nur ein bis zwei Szenen. Schließlich mussten die Schüler sich erst einmal an das filmische Erzählen herantasten. Die richtige Arbeit geht dann erst in den nächsten Wochen los. Bis zum Einsendeschluss der Beiträge für den Wettbewerb am 15. Februar ist aber noch Zeit. Am Donnerstag mischt dann auch noch Drehbuchautorin Catharina Göldner mit. Die Berlinerin hilft bei erzählerischen Feinheiten, Spannungsbogen und Storytelling.

Dass die Gruppen sich aber teilweise schon sehr intensive Gedanken gemacht haben und sich mit vollem Eifer in ihre kleine Geschichte stürzen, wurde dem Beobachter schnell klar. Eine Mädchen-Gruppe verband das filmische Erzählen mit dem Einsatz von musikalischen Elementen. In ihrem „Musikvideo“, wie sie es beschrieben, geht es um ein Mädchen, das Angst davor hat, aus sich herauszukommen und persönliche Grenzen zu überwinden. Wie jede Gruppe hatten auch die Mädchen vorab ein Storyboard angefertigt. Dies zeigt schon eine gut durchdachte Erzählung, die sehr tiefgehend daherkommt.

„Wir wollten den Sprung ins kalte Wasser wagen und diesen auch in der Geschichte irgendwie darstellen“, erklärten die Mädchen. Für die vier ist aus dem Wettbewerb ein Projekt voller Symbolhaftigkeit geworden. „Es gibt eine Szene, da möchten wir unsere Figur hinter einem Käfig filmen, sodass es so aussieht, als säße sie darin“, führten sie voller Tatendrang an.

Auch die anderen vier Gruppen hatten schon genaue Vorstellungen, was sie machen wollten. Das Alkohol-Team möchte die Folgen von Alkoholmissbrauch stufenweise von schlimm bis katastrophal darstellen. Eine weitere Gruppe will den Einfluss von zu viel Ruhm auf junge Fußballer filmisch nachzeichnen.

Der Kreativität der Schüler sind selbstverständlich keine Grenzen gesetzt, jedes Team kann auf seine eigene Art und Weise erzählen. „Die Themen stammen aus ihrer Lebenswelt, alle hatten deshalb sofort ihre eigenen Ideen“, betonte Lehrerin Silke Beimesche. Sie selbst habe keine Vorgaben außerhalb des Themenfeldes „Grenzen“ vorgegeben.

Am Ende des Projekttages sichteten die Gruppen schließlich gemeinsam die ersten fertigen Filmszenen. Kleine Feedbacks gaben den Jugendlichen, die sich über die ersten gelungenen Aktionen diebisch freuten, weitere Tipps für die kommenden Dreh-Wochen.

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