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„Wir wollen frischen Wind reinbringen“

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Von: Michael Mix

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Vorsitzender Nils Kutsch will den 765 Mitglieder zählenden Verein für die Zukunft fit machen.
Vorsitzender Nils Kutsch will den 765 Mitglieder zählenden Verein für die Zukunft fit machen. © -

Achim-Uesen – „Wir haben das Glück, dass die allermeisten uns die Stange halten, obwohl der Sportbetrieb nur eingeschränkt stattfinden kann“, sagt Nils Kutsch. Der TSV Uesen, dessen Vorsitzender der 30-Jährige seit dem vorigen Sommer ist, habe im vergangenen Jahr lediglich 15 Mitglieder verloren und sei damit vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen.

Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen treffe vor allem die Hallensportlerinnen und -sportler, also die Abteilungen Turnen, Tischtennis und Tanzen, während die Fußballer draußen auf den Rasenplätzen weitgehend auflagenfrei dem runden Leder hinterher jagen könnten. „Jüngere Aktive, wie die Hip-Hopper, ziehen das Training zum Teil digital durch“, erzählt Kutsch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dem jungen Vorsitzenden des aktuell 765 Mitglieder zählenden TSV Uesen ist es „wichtig, Nachwuchs für den Vereinssport zu gewinnen“. Das sei in Zeiten, in denen schon seine Generation und Jugendliche erst recht eher das Daddeln auf dem Smartphone und den Besuch im Fitnessstudio bevorzugten, mithin Gemeinschaftserlebnisse fehlten, und das Virus nun noch erschwerend hinzukomme, allerdings alles andere als einfach, aber Kutsch und seine Mitstreiter im Vorstand lassen nichts unversucht. Nach dem Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung am Vereinsheim an der Worpsweder Straße 200 stehe dort nun ein zusätzlicher kleiner Gruppenraum zur Verfügung, und nebenan solle noch ein Raum für E-Sports eingerichtet werden, um dort Fifa-Turniere und dergleichen veranstalten zu können. „Außerdem wollen wir unsere Auftritte in Social Media verbessern und regelmäßig einen Newsletter herausgeben.“

Nils Kutsch, der im Juni zum Nachfolger der nicht mehr für den Vorsitz kandidierenden Lydia Klose gewählt wurde, hat sich darüber hinaus vorgenommen, dass die „Abteilungen enger zusammenrücken“. Kurz nach der Amtsübernahme des zum Großteil mit frischen Kräften besetzten neuen Vorstands, dem auch sein Vater Jörg Kutsch als „Vize“ und Isabel Cybulski als zweite stellvertretende Vorsitzende sowie Ole Dobberstein als Schriftführer und wie bisher Karl-Heinz Wacker als Kassenwart angehören, hätten Mitglieder aus allen Sparten gemeinsam das Vereinsheim aufgeräumt. „Wir überlegen jetzt, ob wir ein abteilungsübergreifendes Sommerfest hinkriegen“, berichtet Kutsch junior.

Er ist nur einen Steinwurf vom Vereinsheim entfernt aufgewachsen und dem TSV schon lange verbunden. „Wir haben an der Worpsweder Straße gewohnt, ich bin seit mehr als 20 Jahren Mitglied.“ Nils Kutsch ist von Kindesbeinen an begeisterter Fußballer. Er hat aber auch schon früh ehrenamtliche Aufgaben im Verein übernommen. „Als ich 14 war, habe ich als Co-Trainer einer E-Jugendmannschaft angefangen“, erinnert sich Kutsch. Später sei er als Übungsleiter für jugendliche Kicker tätig gewesen, „und interimsmäßig habe ich auch ein Herrenteam mal mit gecoacht“. Derzeit hüte er nicht nur das Tor bei der „Ersten“ des TSV Uesen, sondern kümmere sich zudem um Organisatorisches bei der Mannschaft. „Und als langjähriger stellvertretender Jugendobmann der Fußballabteilung bin ich dann zur Vorstandsarbeit gekommen“, schildert Nils Kutsch seinen Weg zum Chefposten des in Glanzzeiten rund 1 500 Mitglieder in seinen Reihen versammelnden Vereins. „Mein Entschluss, den freiwerdenden Vorsitz zu übernehmen, fiel relativ schnell.“ Dabei habe er aber auch Wert darauf gelegt, erfahrene Kräfte wie seinen Vater Jörg, „der lange Funktionsträger beim TSV Ottersberg war“, und Isabel Cybulski, Erfolgsgarantin der überregional Titel einheimsenden Hip-Hop-Gruppen des Uesener Vereins, an seine Seite zu holen.

Die Hip-Hop-Gruppen sind ein Aushängeschild des Uesener Vereins. Hier trainiert Pia Cybulski (links) mit sportlich-rhythmisch begabten jungen Frauen.
Die Hip-Hop-Gruppen sind ein Aushängeschild des Uesener Vereins. Hier trainiert Pia Cybulski (links) mit sportlich-rhythmisch begabten jungen Frauen. © Mix

Der Vorstand befasse sich schon jetzt damit, wie das 100-jährige Bestehen dieser Institution in dem Achimer Ortsteil 2024 gefeiert werden soll. Die Pflege der Vereinstradition sei das eine, „aber wir wollen auch frischen Wind reinbringen“, betont Nils Kutsch mit Blick auf „anstehende Herausforderungen“. Dafür gelte es, gerüstet zu sein. Wie für viele Vereine sei auch beim TSV Uesen die zentrale Frage: „Wie gewinne ich Mitglieder, Trainer, Betreuer?“

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