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„Wir wollen am Standort expandieren“

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Von: Michael Mix

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Mehr Platz müsse her, sagen Geschäftsführer Dirk Strelow (r.) und Pressesprecher Dieter Meyer.
Mehr Platz müsse her, sagen Geschäftsführer Dirk Strelow (r.) und Pressesprecher Dieter Meyer. © -

Achim – „Vitakraft droht nicht mit Wegzug. Das ist Blödsinn“, reagiert Dirk Strelow, Geschäftsführer des Tierfutterherstellers, auf einen Bericht einer Bremer Tageszeitung. „Wir wollen am Standort expandieren.“

Am liebsten ihm zufolge auf der anderen Seite der Autobahn 1, die unmittelbar am Firmengelände an der Straße In den Ellern entlang führt –im von der Stadt Achim geplanten 90 Hektar großen Gewerbegebiet „Achim-West“. Dafür müssten Politik und Verwaltung aber schon bald die Weichen stellen. „In vier, fünf Jahren haben wir Flächenbedarf“, sagt Strelow im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir benötigen etwa acht bis zehn Hektar.“

Vor allem für die Produktion von Hunde- und Katzenfutter braucht Vitakraft nach eigenen Angaben mehr Platz. „Auf diesem Sektor verzeichnen wir seit Jahren zweistelliges Wachstum“, erläutert Pressesprecher Dieter Meyer. Die vorhandene freie Firmenfläche neben dem Hochregallager reiche bei dem boomenden Geschäft nicht aus.

Ihre Lkw-Flotte sieht die Spedition Nagel am Bremer Kreuz immer wieder ausgebremst.
Ihre Lkw-Flotte sieht die Spedition Nagel am Bremer Kreuz immer wieder ausgebremst. © -

„Wir sind weltweit unter den Top Ten bei den Tiernahrungsplayern“, sagt Meyer. Seit der Übergabe des Familienunternehmens von Heiko Wührmann an den Baden-Württemberger Hundefutterhersteller Hans-Jürgen Deurer vor etwa zehn Jahren und einer nachfolgenden „Neustrukturierung“ sei Vitakraft „am Markt viel erfolgreicher geworden“. Die Zahl der Mitarbeiter an den fünf Standorten in Achim und Bremen habe sich um rund 100 auf jetzt 600 erhöht. Dazu kämen Vertriebsgesellschaften in 20 Ländern.

Vitakraft und etliche andere der rund 200 Unternehmen im Gewerbegebiet am Bremer Kreuz litten allerdings unter einem „Verkehrs- und Platzproblem“. Es gebe letztlich nur eine Zufahrt. „Oft stehen hier Lkw im Stau.“ Die Interessengemeinschaft Bremer Kreuz fordere daher nun endlich eine Lösung dieses Dilemmas.

Die Städte Achim und Bremen sowie der Landkreis Verden sollten nach dem Dafürhalten von Strelow und Meyer das Projekt Achim-West umsetzen. Die Verlängerung der Theodor-Barth-Straße über die A 1 hinweg, die Schaffung eines neuen großen Gewerbegebiets mit eigener Anschlussstelle an der A 27 wären aus ihrer Sicht für viele Beteiligte gewinnbringend. „Die Befürchtung von einigen im Stadtrat, dass sich Achim mit dem Projekt stark verschulden könnte, teile ich nicht“, sagt Meyer. „Die Flächen direkt am Bremer Kreuz wären doch in vier, fünf Monaten weg.“ Bei der „1a-Lage“ könne die Stadt „hohe Vermarktungspreise“ erzielen, stimmt Dirk Strelow zu.

Expansionsbedarf hat ebenfalls die im Grenzgebiet von Achim und Bremen ansässige Spedition Nagel. „Die Situation vor Ort ist schwierig, unsere Fläche ist eigentlich zu klein für die tägliche Anzahl an Lkw-Bewegungen. Erweiterungen sind im Gewerbegebiet Bremer Kreuz nicht mehr möglich“, sagt Johannes Boelter, Leiter des Standorts an der David-Ricardo-Straße in Achim-Uphusen, „eine der größten Niederlassungen der Nagel-Group“.

Den Brückenschlag über die A 1 nach „Achim-West“ hätte das direkt an der Hansalinie residierende Unternehmen Vitakraft gerne, um sich dort erweitern zu können.
Den Brückenschlag über die A 1 nach „Achim-West“ hätte das direkt an der Hansalinie residierende Unternehmen Vitakraft gerne, um sich dort erweitern zu können. © Mix

Das Unternehmen beschäftigt sich daher nach eigenen Angaben bereits seit einigen Jahren mit einer möglichen Ansiedlung im geplanten Gewerbegebiet Achim-West. „In einem Neubau würden die operativen Abläufe verbessert. Zusätzlich würden neue Wachstumspotenziale für die Kunden der Nagel-Group gehoben werden können“, lässt Pressesprecher Julian Mester auf Nachfrage verlauten. Als zusätzliche Pluspunkte des Projekts für die Kraftverkehrsfirma hebt er die Autobahnanbindung und die „Sicherung der Arbeitsplätze von derzeit knapp 600 Beschäftigten“ in der Region hervor.

Die Nagel-Group entwickele an vielen Standorten in Europa „neue und moderne Logistikanlagen mit besonderem Fokus auf nachhaltige Lösungen, die auch unsere Energieeffizienz erhöhen“, sagt Direktor André Pleines. In die Modernisierung von Niederlassungen investiere die Firma mehrere Hundert Millionen Euro in den nächsten Jahren. An sieben Standorten in Deutschland und Österreich seien Bauvorhaben bereits gestartet.

Die Niederlassung Achim/Bremen verschickt laut Pressesprecher Mester täglich rund 3 000 Tonnen Lebensmittel ihrer Kunden auf etwa 160 Lastkraftwagen an Empfänger im ganzen Bundesgebiet und im europäischen Ausland. „Gleichzeitig werden im Durchschnitt etwa 800 Tonnen Lebensmittel pro Tag aus Deutschland und Europa in der Region Bremen vor allem an den Einzelhandel, an Großhändler, an Produzenten oder Verarbeiter und andere Empfänger verteilt. Außerdem wird auf mehr als 30 000 Quadratmetern Warehouse-Fläche Kontraktlogistik betrieben.“

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