Ausschuss befasst sich mit Regenwasserproblematik an der Pappelstraße

„Wir als Stadt können nur vermitteln“

Die Politiker machen sich ein Bild vom Regenwasserablauf an der Pappelstraße. Foto: sb

Achim – Die Regenwasserproblematik an der Pappelstraße hat die Mitglieder des Ausschusses für Bauunterhaltung am Montagnachmittag vor der eigentlichen Sitzung nach Badenermoor geführt. Die Wählergemeinschaft Achim (WGA) hatte beantragt, sich mit der Thematik zu befassen.

Nach starken Regenfällen fließt das Wasser nicht ab, sondern läuft auf die Grundstücke an der Pappelstraße sowie an der Ecke, wo der Waldweg auf die Pappelstraße trifft. Weil der Waldweg keine Entwässerungsanlage hat, müsse das Oberflächenwasser im Seitenraum versickern, berichtete Bauhofleiter Heiko Haase. Allerdings nutzten viele Autofahrer den Grünstreifen zum Parken oder als Ausweichmöglichkeit bei Gegenverkehr. Das wiederum habe zur Folge, dass sich der Boden verdichte und das Wasser schlechter aufnehme. Aus diesem Grund haben Mitarbeiter des Bauhofs jetzt an der Ecke Waldweg / Pappelstraße Holzpfosten aufgestellt, die ein Befahren des Seitenstreifens verhindern. Außerdem haben sie den Seitenraum in der Kurve punktuell abgetragen und um eine kurze Entwässerungsrinne aus Beton erweitert. Eine große Lösung, den Waldweg zu erneuern und eine geeignete Entwässerungsanlage zu installieren, sei zurzeit nicht geplant. In solch einem Fall müssten sich auch die Grundstückseigentümer an den Kosten beteiligen.

Kaum Möglichkeiten die Situation zu verbessern, sieht die Verwaltung in der Problematik, die die linke Häuserreihe der Pappelstraße betrifft. Ein Anwohner, der sich an die WGA gewandt hatte, schilderte den Ausschussmitgliedern in seinem Garten das Ausmaß nach starken Niederschlägen: „Das Wasser steht im Garten, kein Wall, keine Mauer hält es ab.“ An die Gärten grenzt ein großes, in Richtung der Häuser leicht abschüssiges Feld. Dort sammele sich das Wasser, weil die Drainage in dem schmalen Graben nicht ausreiche. Warum bei dem Bau der Häuser vor 15 Jahren kein größerer Graben angelegt worden sei, um das Wasser abzuleiten, konnten weder ein Mitarbeiter der Verwaltung noch ein Politiker erklären.

Nach dem Ortstermin diskutierten die Ausschussmitglieder das Thema schließlich während der Sitzung im Rathaus. „Wir als Stadt können nur vermitteln, wir haben keine Handhabe“, sagte Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Er sehe lediglich die Möglichkeit, dass sowohl die Anlieger als auch der Landwirt „ein bisschen Fläche abgeben“, um einen vier bis sechs Meter breiten Graben zu schaffen, der das Wasser ableite. Bereits im vergangenen Jahr habe die Stadt Gespräche mit den Beteiligten geführt, „aber sie wollten nicht aufeinander zugehen“. Die Verwaltung werde keine Zeit mehr investieren, sagte Ditzfeld. Er schlug vor, einen Schiedsmann einzuschalten, um die Parteien erst einmal an einen Tisch zu bekommen: „Diese Einladung dürfen die Parteien nicht ablehnen.“

WGA-Chef Wolfgang Heckel ging das zu weit. Er erklärte sich bereit, Gespräche mit Anwohnern zu führen, um unter ihnen eine Einigung zu erreichen, und auch mit dem Landwirt zu moderieren.  sb

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