Nach 21 Jahren schließt Renate Schröder ihren Papier- und Schreibwarenladen

„Wir haben immer versucht, Wünsche zu erfüllen“

Renate Schröder (rechts) bedient in diesen Tagen ihre letzten Kundinnen und Kunden. Mehr als zwei Jahrzehnte hat sie den Laden für Bücher, Papier- und Schreibwaren in der Fußgängerzone betrieben. Vorher hatte sie in dem Geschäft als Angestellte gearbeitet. - Fotos: Mix

Achim - „Es war zweifellos eine schöne Zeit“, sagt Renate Schröder. Aus Alters- und Gesundheitsgründen sei der Rückzug aus dem Berufsleben aber nun fällig, erläutert die 67-Jährige. Ende Juni werde sie ihren Laden „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ schließen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist dann mit „Bücher, Papier- und Schreibwaren Schröder“ in der Achimer Fußgängerzone Schluss.

Das Geschäft an dem Standort kennt Renate Schröder, die aus Sassnitz auf Rügen stammt und mit Kreischorleiter Hans Schröder verheiratet ist, schon deutlich länger. Nachdem Sohn Lutz aus dem Gröbsten raus war, fing die gelernte Zahnarzthelferin 1986 bei „Bücher – Papier Hilker“ an. Zehn Jahre lang arbeitete sie bei Hans Hilker, bevor sie das Unternehmen übernahm.

Schröder ergriff 1996 die Chance, sich beruflich selbstständig zu machen, gut gerüstet. „Ich kannte ja alle Firmen, bei denen wir Waren eingekauft hatten, und ich kannte auch alle Vertreter.“ Dazu kam, dass ihr Mann als Bankfachwirt, der vorzeitig in den Ruhestand wechselte, die Buchhaltung erledigen konnte.

Nach einer Renovierung eröffnete Renate Schröder den Laden mit einem leicht geänderten Sortiment wieder. „Wir haben damals Spielwaren dazu genommen.“ Die gibt es heute nicht mehr. Ansonsten hat sich an der Produktpalette in den vergangenen 21 Jahren bei Schröder wenig geändert.

Selbst in diesen letzten Wochen, in denen längst der Räumungsverkauf mit deutlich reduzierten Preisen läuft, können Kundinnen und Kunden noch Schulbücher in dem Geschäft bestellen. „Das geht aber nur noch bis Mittwoch“, sagt Renate Schröder.

Viele Achimerinnen und Achimer kamen jahrelang auch wegen der breit gefächerten Schreibwaren und der Artikel für den sonstigen Schulbedarf in den Laden. Stammkunden, die auf der Suche nach einem hochwertigen Füller und anderem Ausgefallenen waren, wussten, dass sie bei Schröder gut bedient werden. „Wir haben immer versucht, Sonderwünsche zu erfüllen.“

Darüber hinaus gibt es dort Karten für alle Anlässe. Ein in Achim einmaliges Angebot. „Wir haben jeden Tag 13 Kartenständer raus- und reingeschoben“, sagt die Inhaberin. Und Briefmarken können dort auch noch gleich dazu gekauft werden.

Wenn nun das Licht in dem Laden ausgeht, bedeutet das auch eine Zäsur für das Personal. Angelika Bischoff ist von Anfang an dabei gewesen, mit ihr hört Erika Lustig auf. Zusammen mit den früheren Kräften Ulrike Bertram, Lore Wendt und Nicole Klaus wurde bereits eine „fröhliche Abschiedsparty“ gefeiert.

Im Ruhestand will Renate Schröder mit ihrem Mann öfter Radtouren machen. „Wir wollen uns E-Bikes kaufen.“ Aber auch die beiden Enkelinnen liegen ihr am Herzen.

Was aus dem Geschäftsraum in dem Gebäude der früheren Honigkuchenfabrik Rieke wird, in dem seit vielen Jahrzehnten Bücher, Papier- und Schreibwaren verkauft worden sind, ist noch offen. „Es gibt ein, zwei Interessenten. Vielleicht führt ja doch noch jemand anderes den Laden weiter.“ - mm

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl in Berlin

Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl in Berlin

Umsonstladen in Weyhe

Umsonstladen in Weyhe

Subaru Libero: Ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser

Subaru Libero: Ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser

Neue Konsolenspiele: Prügel, Schrecken und Raserei

Neue Konsolenspiele: Prügel, Schrecken und Raserei

Meistgelesene Artikel

Festkommers der Hohener Feuerwehr

Festkommers der Hohener Feuerwehr

Suedlink-Trasse ist nicht mit dem Lineal zu ziehen

Suedlink-Trasse ist nicht mit dem Lineal zu ziehen

Schwer Verletzte bei Unfall

Schwer Verletzte bei Unfall

Outdoor-Treffen, Grillen, Party - Jugendlichen fehlen Plätze

Outdoor-Treffen, Grillen, Party - Jugendlichen fehlen Plätze

Kommentare