„Wir freuen uns auf das Mittendrin“

Waldheim-Gruppe legt Grundstein für neue
Helene-Grulke-Schule in Achim

Feierliche Grundsteinlegung unter Corona-Bedingungen: Unter den Augen von Schulleiterin Meike Holsten und Carl-Georg Issing, Vorstandssprecher der Waldheim-Gruppe, legen die Schüler Louisa Meyer und Leon Pape eine Zeitkapsel mit Dokumenten und Glücksbringern ins Mauerwerk.
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Feierliche Grundsteinlegung unter Corona-Bedingungen: Unter den Augen von Schulleiterin Meike Holsten und Carl-Georg Issing, Vorstandssprecher der Waldheim-Gruppe, legen die Schüler Louisa Meyer und Leon Pape eine Zeitkapsel mit Dokumenten und Glücksbringern ins Mauerwerk.

Achim – Der Grundstein für die Helene-Grulke-Schule im Achimer Stadtwaldviertel ist gelegt. Als eine „Veranstaltung zwischen Schnaps- und Corona-Tests“ bezeichnete Carl-Georg Issing, Vorstandssprecher der Waldheim-Gruppe, am Freitag das feierliche Ereignis auf dem Grundstück an der Steuben-Allee 15.

„Ich hätte gerne mehr Leute hier begrüßt“, bekannte der Hausherr bei strahlendem Sonnenschein und hieß Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Rainer Ditzfeld sowie die Geschäftsführer des Architekturbüros Ahrens aus Nienburg, Andrea Gabisch und Harald Wendt, willkommen. Issing freute sich auch über die beiden Schülervertreter Louisa Meyer und Leon Pape an seiner Seite. Die von Cluvenhagen nach Achim umziehende Schule, in der Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich geistige Entwicklung unterrichtet werden, solle im nächsten Frühjahr mit 1600 Quadratmetern Fläche fertig sein. Issing sprach von einem Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

„Heute ist der Tag, an dem das, was 1979 gegründet wurde, untermauert wird“, sagte Schulleiterin Meike Holsten. Entstehen solle ein „Haus der Sonne“, wie es sich Helene Grulke, Gründerin der Stiftung Waldheim, die Trägerin der Schule und weiterer sozialer Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ist, einst auf die Fahnen geschrieben habe. „Ein Haus, in dem Kinder fürs Leben lernen können“, betonte Holsten.

Die Schulleiterin und die übrigen Waldheim-Verantwortlichen freuen sich darüber, dass es gelungen ist, in Achim ein „bezahlbares Grundstück“ auf ehemaligem Kasernengelände gefunden zu haben. Schulische Bildung, „die auf selbstbestimmtes Leben in gesellschaftlicher Partizipation zielt“, gelinge „mitten in der Stadt“ einfach besser, zudem platze die Stiftung Waldheim am angestammten Standort in Cluvenhagen räumlich aus allen Nähten. Die dort angesiedelten Tagesförderstätten benötigten mehr Platz.

Der Neubau ist für 35 Schüler konzipiert und wird fünf Klassenräume haben. Genauso wie in Cluvenhagen, aber mit mehr Gruppen- und Therapieräumen. „Der besondere Charme liegt in der Konstruktion und Anordnung der fünf Klassenräume, die versetzt gebaut, durch große Fenster freien Blick nach draußen in die Natur haben“, schwärmt Meike Holsten. Die fünf Gruppenräume, die Cafeteria und der Musikraum mit Bühne sind so geplant, dass durch Öffnung von Schiebetüren noch größere Räume entstehen können. Die moderne Förderstätte wird durch eine Sporthalle ergänzt.

Der Neubau der Helene-Grulke-Schule an der Steuben-Allee entsteht in aufgelockerter Bauweise. skizze: Architekturbüro Ahrens

„Doch der Neubau soll keineswegs das bewährte Kooperationsmodell mit Regelschulen in Frage stellen“, sagt Carl-Georg Issing. „Die meisten Kinder, die auf unsere Schule gehen, werden ja woanders unterrichtet.“ Bisher gebe es angemietete Räume an den Grundschulen Völkersen, Oyten, Posthausen, der Wümmeschule in Ottersberg, der Gudewillschule in Thedinghausen, der Oberschule in Langwedel und der Andreasschule in Verden, informiert Meike Holsten. „Im gemeinsamen Unterricht und Schulleben lernen so Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammen.“

„Wir legen hier auch den Grundstein für neue Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Schulen“, fügte die Leiterin der Helene-Grulke-Schule bei der Feierstunde hinzu. Der Standort Achim „eröffnet uns viel mehr Möglichkeiten der Teilhabe am öffentlichen Leben“. So könnten Einkäufe zu Fuß erledigt werden, und auch zum nächsten Schwimmbad sei es nicht weit.

Glückwünsche überbrachte Landrat Bohlmann. Der Landkreis sei ja Sozialhilfeträger, „nun auch für alle Menschen unter 18 Jahren mit Einschränkungen“. Die Kreisschulbaukasse werde mindestens 1,75 Millionen Euro für das Vorhaben locker machen. „Wir sollen etwas sparen“, kommentierte Issing mit Blick auf die von ihm genannte Summe.

Bürgermeister Ditzfeld freute sich auf eine „gute Nachbarschaft“, denn direkt neben der neuen Helene-Grulke-Schule befindet sich die städtische Kita am Stadtwald. Er erinnerte auch daran, dass die Stiftung Waldheim bereits etliche Einrichtungen in Achim betreibt, wie die Werkstätten, Wohngruppen, die Begegnungsstätte und das Café im Clüverhaus. Wegen des herrschenden Rohstoffmangels zeigte sich der Bürgermeister etwas skeptisch hinsichtlich des angepeilten Fertigstellungstermins der Schule. „Hoffentlich stehen genügend Holz und andere Baumaterialien zur Verfügung.“

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