Achimer Friseure freuen sich über das Ende des Lockdowns / Noch einmal verschärfte Auflagen

„Wir dürfen endlich wieder arbeiten“

Nicht nur die Kunden freuen sich, dass sie endlich zum Friseur dürfen. Auch die Mitarbeitenden sind froh, zur Schere greifen zu können, und die Auszubildenden lernen wieder was beim Zuschauen.
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Nicht nur die Kunden freuen sich, dass sie endlich zum Friseur dürfen. Auch die Mitarbeitenden sind froh, zur Schere greifen zu können, und die Auszubildenden lernen wieder was beim Zuschauen wie hier im Salon von Yusuf Sahinoglu an der Obernstraße.

Achim – In den vergangenen zwei Wochen stand das Telefon bei Yusuf Sahinoglu nicht mehr still. „Als klar war, dass wir wieder öffnen dürfen, ging der Ansturm los“, erzählt der Friseurmeister, der seinen Salon an der Obernstraße betreibt. Mitte Dezember mussten die Salons in ganz Deutschland coronabedingt schließen, gestern durften sie wieder öffnen.

„Alle wollten den ersten Termin haben. Das Telefon klingelte ununterbrochen, wir bekamen Anfragen über Facebook und WhatsApp, und es sind sogar einige Briefe bei uns reingeflattert, in denen Kunden um Rückruf für eine Terminabsprache baten“, berichtet Yusuf Sahinoglu. Ganz hartnäckige Kunden hätten seine Mitarbeiter sogar zu Hause angerufen, um einen der begehrten Termine zu ergattern. „Es ist schön, dass wir so gefragt sind und wir für die Menschen so eine große Rolle spielen, aber man muss dem Ganzen erst einmal Herr werden“, sagt Sahinoglu.

Aus diesem Grund hatte er die vergangenen zwei Wochen vormittags eine Telefonzentrale für die Terminvergabe eingerichtet. Um die vielen Kunden abzuarbeiten, liegen nun viele Sechs-Tage-Wochen vor dem zehnköpfigen Team. Den üblicherweise freien Montag öffnet der Salon zumindest den kompletten März über zusätzlich. „Dann müssen wir mal schauen, wie es aussieht, ob wir unsere Öffnungszeiten ausweiten oder im Schichtbetrieb arbeiten. Das Team ist bereit“, sagt der Inhaber.

Auch wenn die Erleichterung über die Wiedereröffnung groß ist, bestimmt Corona die Situation nach wie vor. „Die ganzen Auflagen mit Hygienekonzept und Abstandhalten bleiben ja bestehen.“ Und die müssten eingehalten werden, auch und vor allem, wenn der Salon voll ausgelastet ist.

Davon weiß auch der Achimer Friseurmeister Marec Böhm ein Lied zu singen: Die Auflagen seien gegenüber der Zeit vor dem zweiten Lockdown noch einmal verschärft worden, pro zehn Quadratmeter dürfe sich rechnerisch nur eine Person aufhalten, sodass sich maximal sieben bis acht Personen in seinem Salon an der Bremer Straße befinden dürfen. Dadurch, dass er das Geschäft des Bruders, der nebenan ein Tattoo-Studio führt, nutzen darf, und mit besonderen Lüftungskonzepten könne er die strengen Vorgaben etwas zu seinen Gunsten abmildern. Doch ein spezielles Luftaustauschgerät koste nun einmal Geld: „Und es sind noch immer keine Hilfen angekommen“, erneuert Marec Böhm die Kritik am schleppend laufenden System der Überbrückungshilfen.

Doch mit Blick auf die strahlenden Gesichter seiner Kunden ist die Stimmung bei ihm trotzdem gut. „Die haben gejubelt“, berichtet er von den Frauen und Männern, die am Montag ihre zum Teil knapp drei Monate lang nicht mehr gepflegten Haare in die Obhut des Teams gaben. „Wir freuen uns über diese Wertschätzung der Kunden.“ Sie zeige sich auch an den großzügigen Trinkgeldern für die Mitarbeiter, die ja zehn Wochen nichts hätten machen können. Böhm mag gar nicht mehr ans Telefon gehen, weil er erst wieder Termine ab Ende März vergeben kann und die Anrufer nicht enttäuschen will – trotz Sechs-Tage-Woche und verlängerten Öffnungszeiten. Aber es geht nun mal nicht anders. Denn auch seine Mitarbeiterinnen und Auszubildenden und er selbst dürften sich angesichts der Hygienevorschriften nicht alle auf einmal im Geschäft aufhalten. Am Montag hat der Friseurmeister pünktlich Feierabend gemacht. Am Mittwoch ist er bis 21 Uhr am Werk – an das er mit großer Freude geht: „Wir dürfen endlich wieder arbeiten.“

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