Trauungen in Wahrzeichen möglich

In Windmühle heiraten

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Einige Stützpfeiler der Mühlengalerie sind morsch und sollen in diesem Frühjahr erneuert werden.

Achim - Die Waterend-Jazzmen haben ausgedient, erstmals seit vielen, vielen Jahren geht der Jazzfrühschoppen am Pfingstmontag an der Achimer Windmühle ohne die Oldenburger Band über die Bühne. Das Aus kommt nicht überraschend.

„Aus Altersgründen ist nun Schluss“, weiß Kerstin Vöge, Schriftführerin beim Verein zur Erhaltung der Mühle in Achim, der den Jazzfrühschoppen Jahr für Jahr am Deutschen Mühlentag veranstaltet.

Auf Musik müssen die Besucher am Wahrzeichen der Stadt trotzdem nicht verzichten. „Gypsy Swing du Nord“ springt in die Bresche. Die Gruppe um den Niederländer Willem Wolthuis, der einen Zweitwohnsitz in Achim hat, wird am zweiten Pfingsttag von 11 Uhr an für beschwingte Unterhaltung sorgen.

Gypsy Swing du Nord spielt nach eigenen Angaben Swing und Gypsy-Musik aus den 40er, 50er und 60er Jahren. „Was das Quartett so einmalig macht, ist die Kombination der Instrumente und Musikanten des Ensembles“, sagt Leiter Wolthuis, der auch die Arrangements macht und Geige spielt. Zur international auftretenden Gruppe gehören außerdem Wim de Bos (Klarinette und Sopransax), Don Hofstee (Gitarre) und Hans Lass (Kontrabass).

Erstmals spielt die Gruppe Gypsy Swing du Nord beim Jazzfrühschoppen am zweiten Pfingsttag an der Windmühle: (von links) Wim de Bos, Willem Wolthuis, Don Hofstee und Hans Lass.

„Wir teilen die Passion für typischen Gypsy-Swing des Django Reinhard und Stephane Grappelli mit darüber aufpeitschenden Melodien aus Ungarn, Rumänien und Armenien“, erläutert Wolthuis. Die Stile würden kombiniert.

Während der Darbietung von Gypsy Swing du Nord draußen vor den Stufen des Kleinods beköstigt der Achimer Mühlengrill die Besucher. Wenn am Nachmittag der Achimer Sänger und Gitarrist Till Simon die Band ablöst, servieren Mitglieder des Vereins den Zuhörern Kaffee und Kuchen.

2018 steht aber noch eine weitere Premiere ins Haus. Erstmals sind Trauungen in der Achimer Mühle möglich. „Drei bis fünf Termine“ will die Stadt im kommenden Sommer für diese „Probezeit“ anbieten. „Wir hatten im vorigen Jahr ganz, ganz viele Anfragen“, erläutert Vöge, die als Chefsekretärin bei der Stadt Achim arbeitet.

Die noch nicht festgelegten Termine für Trauungen in dem Wahrzeichen, für die der Verein eine Gebühr in Höhe von 100 Euro „als Kostenpauschale zugunsten der Mühle“ erhebt, sollen sich nicht mit denen im Clüverhaus und in der Hünenburg überschneiden. Dort können Paare schon seit längerem auch außerhalb des Standesamtes im Rathaus heiraten.

Ära geht zu Ende

Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Mühlenvereins ging aber auch eine Ära zu Ende. Rudolf Huber wurde nach 15 Jahren als 2. Vorsitzender verabschiedet. Bürgermeister Rainer Ditzfeld, der kraft seines Amtes auch Vorsitzender des Mühlenvereins ist, dankte dem 78-Jährigen für seinen „zupackenden“ Einsatz.

An der Seite des „technischen Beraters“ Erich Hommel sah man Huber jahrelang in zum Teil schwindelerregender Höhe auf der Galerie hantieren, um löchrige Stellen im Reetdach auszubessern oder auch um Putz an feuchten Wänden im Inneren der Mühle abzuklopfen und weitere kleinere Schäden zu beseitigen. „Aber wenn man älter wird, fällt es einem schwerer“, räumt der bald 80-Jährige ein.

Rudolf Huber war 15 Jahre lang 2. Vorsitzender des Vereins.

Gerne erinnert sich Rudolf Huber an die Feier zum 250-jährigen Bestehen der Achimer Windmühle 2011. Damals gab es am Mühlentag nicht nur den üblichen Jazzfrühschoppen, sondern auch eine kleine Budenstadt. Der 2. Vorsitzende hatte dieses Fest organisiert.

Als „Vize“ war Huber – neben Hommel – jahrelang der „Macher“ im Verein, egal ob Christoph Rippich, Uwe Kellner oder Rainer Ditzfeld nun über ihm standen. Ein Bürgermeister hat schließlich Wichtigeres zu erledigen.

Detlef Herbst wird Nachfolger

Zum Nachfolger Hubers wählte die Versammlung Detlef Herbst, der weiterhin kommissarisch als Kassenwart tätig sein wird. Kerstin Vöge wurde als Schriftführerin bestätigt. Dem geschäftsführenden Vorstand des Mühlenvereins gehören außerdem die Beisitzer Hartmut Bank, Ulrike Böhne-Harms, Christof Borcherdt, Andreas Decker, Ursula Grünhagen und Bastian Trotzki an. Ralf Demuth und Angela Wilkens-Scheler fungieren als Rechnungsprüfer.

Die Achimer Windmühle steht nach der großen Sanierung 2015/16 mit neuen Flügeln und frischem Reet hervorragend da, ist ein Blickfang. Allerdings sind einige der Balken, die die Galerie abstützen, nach Angaben von Vöge morsch. Die Reparaturen sollen bis Ostern, also Anfang April, erfolgen. Danach wird der Malerbetrieb Arndt die Mühle streichen.

mm

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