Tafelverein sagt Veranstaltung ab

Wiegewette fällt erneut aus

Bei der Wiegewette in der Marktpassage wird Achimer Prominenz gegen Lebensmittel aufgewogen. Archivfoto: Hemmen
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Bei der Wiegewette in der Marktpassage wird Achimer Prominenz gegen Lebensmittel aufgewogen. Archivfoto: Hemmen

Achim – Die vom Achimer Tafelverein in der Weihnachtszeit veranstaltete Wiegewette fällt zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie aus. Das Spektakel in der Marktpassage hat immer zahlreiche Schaulustige sowie Leute, die Lebensmittelkonserven für Bedürftige spenden, angelockt. „In dem Innenraum ist es uns bei dem aus diesem Anlass üblichen Andrang nicht möglich, die Besucher nach 2- oder 3G-Regeln zu kontrollieren“, erklärt Rainer Kunze, Vorsitzender des Tafelvereins, den Grund für die Absage.

„Gerade samstags sind ja in der Passage ohnehin Menschenmassen unterwegs, um in den Geschäften dort einzukaufen.“

Kunze hält unter diesen Umständen die Ansteckungsgefahr für zu groß. „Das können wir nicht riskieren.“ Die erneute Absage der Wiegewette habe der Vorstand des Tafelvereins mit den Sponsoren, insbesondere der Zimmerei Ruff und Rohlfs, die für das Ereignis stets eine tonnenschwere Riesenwaage im Foyer der Marktpassage aufbaut, der WMBH-Vermarktungsgesellschaft als Eigentümer der Immobilie und dem früheren Veranstalter und heutigen Bürgermeister Rainer Ditzfeld abgesprochen.

Natürlich sei auch darüber nachgedacht worden, das Ganze nach draußen zu verlegen. „Aber diese Alternative war uns wegen der Wetterlage im Wintermonat Dezember, in dem ja auch Eis und Schnee herrschen können, zu unsicher“, erläutert Kunze. Die Marktpassage ist aus seiner Sicht der ideale Platz für die Wiegewette, weil die dortige Kundenfrequenz der Sache sehr dienlich sei.

Bei der traditionellen Benefizaktion wettet der Tafelverein, dass es der Achimer Bevölkerung nicht gelingt, das Gewicht einer bestimmten Anzahl von in der Stadt prominenten Personen, etwa Pastoren oder Politiker, durch haltbare Lebensmittel aufzuwiegen. Wenn die Wette, wie es bisher immer der Fall war, verloren geht, ist das im Sinne des Veranstalters. Denn dann kann der Verein dank spendabler Bürgerinnen und Bürger, die mit Einkaufswagen voller Nudel- und Reispackungen, H-Milch, Obst- und Gemüsedosen und vielem anderen mehr zur Waage rollen, sowie von Wettpaten, die am Ende zusätzlich Konserven oben drauf legen, seine Lagerbestände im Tafelhaus an der Unterstraße kräftig auffüllen.

Der wiederholte Ausfall der Großveranstaltung „könnte einen Imageverlust für die Achimer Tafel bedeuten“, räumt Kunze ein. „Und wir haben mindestens eine Tonne Lebensmittel weniger.“ Zugleich zeigte sich der Vorsitzende aber auch „hoffnungsfroh, das in irgendeiner Form auffangen zu können“. Der Verein arbeite ja mit den benachbarten Tafeln zusammen. „Notfalls könnten wir insbesondere auf das große Warenlager der Bremer Tafel zurückgreifen“, informiert Rainer Kunze. „Wir helfen uns gegenseitig.“

Eng verbandelt ist die Achimer Tafel auch mit der Rotary-Stadttombola. Zum einen profitiert die ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften betriebene soziale Einrichtung von den Einnahmen aus den Losverkäufen der Achimer Lotterie, andererseits helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel auch kräftig dabei mit, die häufig gewinnträchtigen bunten Zettelchen unters Volk zu bringen. Was schon in wenigen Wochen wieder der Fall sein wird.

„Unsere Veranstaltung findet nach einem Jahr Pause wieder statt“, teilt Thomas Döring, Vorsitzender des Rotary-Stadttombolavereins, auf Nachfrage mit. 2020 sei die Lotterie wegen Corona kurzfristig abgesagt worden. „Zum Glück waren die Lose noch nicht gedruckt worden, das hätte uns einige Tausend Euro gekostet.“

Nach Angaben von Döring startet die Achimer Stadttombola in diesem Jahr am 13. November und endet offiziell am 23. Dezember. „Wenn wir keine Lose mehr haben sollten, wäre allerdings schon vorher Schluss.“

Insgesamt 40 000 zum Stückpreis von einem Euro sind wie immer im Angebot. Die Lose können in etlichen Geschäften, aber auch bei Verkäufern in der Fußgängerzone und an einem Stand in der Marktpassage erworben werden.

Dank etlicher Unternehmen und weiterer Sponsoren in Achim und der Region wartet auch die Stadttombola 2021 mit einer Fülle von Preisen auf. Glückspilze können weit mehr als eine Dose Bockwurst ergattern. „Hauptgewinn ist wieder ein VW-Up“, verrät Döring schon mal.

Wer Lose kauft, unterstützt damit nicht zuletzt soziale Zwecke. Döring zufolge wird die Achimer Tafel erneut Hauptbegünstigter der Lotterie sein. „Aber die stellt auch die meisten Helfer beim Losverkauf“, denn auf Hauptschüler aus der im kommenden Sommer schließenden Liesel-Anspacher-Schule könne dabei nicht mehr zurückgegriffen werden.

Für die bis Anfang Januar laufende Gewinnausgabe hat der Verein bisher einen Raum im Nientkewitz-Haus am Glockenspiel vorgesehen, „aber der hat eine Stufe“, bedauert Thomas Döring, der noch auf eine andere Lösung und eventuell auch weitere Sponsoren für die Tombola hofft (www.rotary-stadttombola.de). „Ideal wäre für uns, wenn wir den leerstehenden Laden in der Marktpassage bekommen könnten.“

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