Wiedersehen mit der Achimer Partnerstadt: Anne Meyer vom Wandel begeistert

„Kaum zu glauben, wie Nowa Sól in kurzer Zeit aufblühte“

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Nicht mehr grau in grau, sondern erfrischend bunt: Häuserfronten im aktuellen Nowa Sól.

Die eher graue, von hoher Arbeitslosigkeit und Abwanderung betroffene Achimer Partnerstadt Nowa Sól gibt es kaum noch. Viele Häuser sind in bunten Farben neu gestaltet, und direkt an der Oder wurde ein bestens frequentierter, zentraler Freizeitpark für Kinder und Jugendliche angelegt.

Die Arbeitslosenquote ist auf rund fünf Prozent gesunken, und das nach Ueser Park-Vorbild gestaltete Gewerbegebiet war so schnell besiedelt, dass nun schon ein zweites geplant wird.

„Kaum zu glauben, dass Nowa Sol in so kurzer Zeit so aufgeblüht ist“, zeigt sich Anne Meyer von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Achim nach ihrem jüngsten Besuch schwer beeindruckt. Vor acht Jahren war die demnächst 69-jährige Uesenerin das letzte Mal dort gewesen. Familiäre Gründe erzwangen die längere Reisepause, und jetzt lernte sie erstmals die wie Achim an einem großen Fluss liegende Kleinstadt sozusagen neu kennen.

Grund war die Verleihung des dort zum fünften Mal vergebenen Oder-Preises. „In Anerkennung des Beitrags zur Entwicklung der Stadt Nowa Sol“ nahm ihn in diesem Jahr Anne Meyer entgegen.

Achim könne sich inzwischen von Nowa Sol in Sachen Stadtentwicklung schon „die eine oder andere Scheibe abschneiden“, findet die Uesenerin.

Fußgängerzone nach

Probezeit abgeschafft

Da gebe es zum Beispiel die Regelung, dass Unternehmen, die mehr als 250 Arbeitsplätze bieten, für ein Jahr von Gewerbesteuer befreit sind. Und um große Lastwagen aus der Innenstadt fern zu halten, werde das Gewerbegebiet durch eine Umgehungsstraße parallel zur Autobahn erschlossen.

Das vom Achimer Vorbild inspirierte Experiment einer autofreien Fußgängerzone wurde allerdings nach der Probefrist von sechs Monaten beendet. Es sei von der Bevölkerung nicht angenommen worden, erfuhr Anne Meyer. Folglich wurde die zentrale Innenstadt-Straße wieder für den Pkw-Verkehr freigegeben.

Auch das landesweite Stadtpräsidenten-Ranking, an dem Nowa Sol sich beteiligt, findet die Oder-Preisträgerin interessant.

Dabei wird die Leistung der jeweiligen Stadtoberhäupter nach verschiedenen Daten bewertet. Nicht nur die Wirtschaftentwicklung, sondern auch die im sozialen Bereich und beim kulturellen und touristischen Angebot werden dabei unter anderem berücksichtigt. Der Stadtpräsident von Nowa Sol erreichte in den vorigen Jahren ständig sehr gute Werte zwischen Platz 3 und Platz 5.

In einer Gruppe mit Stadtpräsident Wadim Tyszkiewicz an der Spitze, dem altbekannten Dolmetscher remek Dolata und weiteren Begleitern gehörte eine Stadtführung zum Programm beim Besuch Anne Meyers. Dabei gab es auch den stark modernisierten Hafen zu bewundern, das Kulturhaus mit mehreren Sälen und die ebenfalls auf Achimer Anregungen basierende Stadtbibliothek mit Mediathek, Kinderabteilung und dazugehörigem Park.

Von der Europäischen Union (EU) bewilligte und noch bis 2020 fließende Gelder ermöglichten manches Vorhaben erst, räumt Anne Meyer ein. Doch Verschönerungen der Häuser seien auch auf Initiative der Stadt in Gang gebracht worden, indem schwer vermittelbare Arbeitslose etwa für Malerei-Aufgaben eingesetzt wurden.

Insgesamt glichen sich die Lebensstandards in Achim und der polnischen Partnerstadt zunehmend an, fasst Anne Meyer ihre Eindrücke zusammen. Zwar gebe es auch in Nowa Sól noch „dunkle Ecken“. Die Zeiten der Not seien aber eindeutig vorüber und Hilfstransporte überhaupt nicht mehr erforderlich.

la

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