Wieder Leben im Moor

Naturschutzbund weiht wiedervernässte Fläche in Badenermoor ein

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Der Nabu feiert die begonnene Wiederbelebung des Moores.

Badenermoor - Moore waren eine typische wertvolle Landschaft unserer Region, die weitgehend ausgestorben ist, weil der Mensch sie kultiviert, sich urbar gemacht hat. So gibt es auch das Badener Moor bislang nur noch als geschichtliche Erinnerung. Der Naturschutzbund auf Bundes-, Kreis- und Ortsebene ist nun jedoch daran gegangen, rund zehn Hektar Moor wiederzuvernässen, wiederzubeleben. Gestern Nachmittag war „Einweihung“.

Mit der Entwässerung und intensiven Nutzung der Moore und des Torfs als Brennstoff ging biologische Vielfalt verloren. Viele Vertreter dieser besonderen Ökosysteme finden sich mittlerweile auf den Roten Listen der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Nun wird man Moose, Sonnentau, Raupen, Schmetterlinge und Libellen wieder begrüßen können.

Auch dem Klima war der Abbau der Moore nicht bekömmlich, denn der über Jahrtausende im Moor festgelegte Kohlenstoff entweicht nach der Trockenlegung und Nutzung innerhalb kurzer Zeit als klimaschädliches Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre. „Und die Mengen sind enorm. So steckt in einer 15 Zentimeter hohen Torfschicht so viel Kohlenstoff wie in einem 100-jährigen Wald auf gleicher Fläche. Geht ein Meter Moor verloren, müsste zum Ausgleich über das Sechsfache an Fläche aufgeforstet werden und 100 Jahre ungestört wachsen“, rechnet Felix Grützmacher von der Nabu-Bundesgeschäftsstelle vor.

Der Naturschutzbund vom Bund bis vor Ort dreht nun diese Entwicklung aus Mitteln des Nabu-Moorschutzfonds und der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe zurück.

Vor sechs Jahren, erinnert sich Nabu-Kreisvorsitzender Bernd Witthuhn, setzten sie sich mit den Grundstückseigentümern und Landwirten an einen Tisch und informierten die Öffentlichkeit über ihr Vorhaben, Dabei stießen sie durchaus nicht nur auf Gegenliebe und Begeisterung. Doch der Dialog führte dazu, dass die Grundstückseigentümer insgesamt 17 Hektar an den Nabu verkauften, Naturschutzland, das eine andere wirtschaftliche Verwertung sowieso nicht erlaubte.

Eine uriges, vielfältiges Stück Natur.

Mit viel Elan und 200.000 Euro begannen die Naturschützer dann das Projekt „Wiederbelebung des Moores“ auf zunächst zehn Hektar: Bäume und Büsche, die im Moor nichts zu suchen haben, wurden beseitigt, das Wasser im Gebiet gehalten und gebunden. Das Badener Moor präsentiert sich so jetzt mit vielen kleinen Wasserstellen, Torf und anderen Böden voller Wasser, die den Wanderer schon einmal leicht einsacken lassen.

Es ist enorm, wie viel Wasser sich auf den einst ausgetrockneten beziehungsweise ausgelaufenen Böden angesammelt hat, aber es hat in den letzten Monaten ja auch auf jedem Quadratmeter 1000 Milliliter geregnet, erklärt Heike Vullmer vom Nabu. Und der Moorboden dichtet zu den Grundwasserschichten ab.

Überschüssiges Wasser allerdings kommt über Überlaufrohre nach wie vor in entwässernde Gräben wie den Mühlengraben, aber kontrolliert.

Die benachbarte Landwirtschaft wiederum wird vor Überschwemmungen durch Erdwälle geschützt. Gestern zu sehen: Vor dem Wall Schlamm und einen Meter dahinter total trockener Boden. Die Wälle sind dabei kaskadenförmig angelegt, damit kein steiler 1,50 Meter hoher Damm geschaffen werden muss.

Alles sehr eindrucksvoll, besonders wenn sich jetzt nach und nach gefährdete Tier- und Pflanzenwelt wieder ansiedelt in dem Feuchtbiotop mit raurem, nährstoffarmen Wasser und viel Licht.

Faszinierte Spaziergänger und andere Interessierte sollten sich trotzdem auf den Hauptwegen aufhalten und nicht mitten durchs Moor stiefeln, da sie sonst Wälle und anderes zerstören könnten, bitten die Naturschützer dringend. 

 mb

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