Arbeitskreis soll Antworten finden

Wie ist Krähen-Problem zu lösen?

Störende Nachbarn: Nester von Krähen über einem Spielplatz an der Hinrichstraße. Archivfoto: Duncan
+
Störende Nachbarn: Nester von Krähen über einem Spielplatz an der Hinrichstraße. Archivfoto: Duncan

Achim – Rabenvögel gelten als äußerst intelligente, soziale Tiere, die in großen Kolonien leben. Allerdings fühlen sich in Achim etliche Menschen durch Scharen von Saatkrähen beeinträchtigt, ihr lautes Gekrächze und vollgekotete Autos, Balkons oder Terrassen stören vielfach. Doch wie soll das seit Jahren immer wieder Schlagzeilen machende Problem gelöst werden?

Die Stadt lädt alle Interessierten dazu ein, im neuen Arbeitskreis „Krähen in Achim“ mitzuwirken. Der erste Termin ist für Montag, 14. Juni, um 18 Uhr in Form einer Videokonferenz vorgesehen.

„Vertreter aller Ratsfraktionen, von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden, unsere Umweltbeauftragte Ines Wolpmann und ich werden dabei sein“, informierte Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Ratssaal. Wer außerdem an dem Zoom-Format teilnehmen will, sollte sich im Rathaus anmelden, unter Telefon 9160202 oder per E-Mail: buergermeisterbuero@stadt.achim.de.

Anwohnern auf die Nerven gehende große Krähenkolonien gibt es nach Angaben von Ditzfeld in Achim-Nord vom Freibad bis zur Friedrichstraße, entlang der Straße An der Eisenbahn und im Bereich der alten Mülldeponie bei der Vogelsiedlung. Insbesondere dort wohnende Bürgerinnen und Bürger könnten ihre Sorgen und Nöte wegen der lärmenden, Exkremente hinterlassenden Vögel bei der Zoomkonferenz vortragen. „Fachleute geben online dann Auskunft, was gemacht werden könnte.“

Der Bürgermeister hält es für sinnvoll, dass jedes Krähengebiet einen Sprecher, eine Sprecherin für den Arbeitskreis benennt. Die Stadt habe vor, zusammen mit ebenfalls von dem Problem betroffenen Gemeinden im Landkreis eine Petition beim Landtag in Hannover einzureichen, um mehr Handlungsspielraum in dieser Angelegenheit zu bekommen. „Keiner versteht, warum in Niedersachsen das Jagdgesetz das Vergrämen von Krähen verbietet“, erklärt Ditzfeld. In anderen Bundesländern gebe es nicht so strenge Schutzbestimmungen für die einst vom Aussterben bedrohten, aber inzwischen in Achim und zahlreichen anderen Orten sehr häufig vorkommenden Vögel. „Für viele Bewohner ist es nicht hinnehmbar, dass Krähenschutz vor Menschenschutz geht“, bekräftigt der Bürgermeister.

Die Online-Veranstaltung solle aber auch über die Lebensweise der schlauen Tiere aufklären. Und darüber, dass Menschen mit ihrem Verhalten und der Landwirtschaft in der heutigen Form die Rabenvögel regelrecht anlocken. Aufgrund der „Vermaisung“ der Äcker fänden Saatkrähen längst ihre Nahrung eher in besiedelten Gebieten als in der freien Landschaft, erläutert Ditzfeld. „Man kann beobachten: Sie picken weggeworfene Lebensmittelmittel oder deren Reste aus den Abfallkörben im Freibad. Oder sie stürzen sich auf aus dem Autofenster geschmissene McDonalds-Verpackungen.“

Geeignet erscheinende Maßnahmen, die Schwarzgefiederten von ihren Standorten zu vertreiben, könnten jedoch frühestens nach Ende der Brut- und Setzzeit erfolgen, „ab dem Herbst“. Egal, ob es sich dabei um Krähenklatschen, den Einsatz eines Falkners oder was auch immer handele.

Die Erfahrung lehre allerdings, dass die Vergrämung der Vögel aus einem Revier meist dazu führt, dass diese ein benachbartes Gebiet mit Baumbestand besiedelten, wo sich dann wieder andere Bewohner gestört fühlten, zeigte Bürgermeister Ditzfeld beim Pressegespräch das Dilemma auf. „Und wenn einer Krähen-Kolonie nachgestellt wird, brüten sie öfter.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Apotheke ohne Kundschaft

Apotheke ohne Kundschaft

Apotheke ohne Kundschaft
Gut die Hälfte kommt mit dem Bus zur Schicht

Gut die Hälfte kommt mit dem Bus zur Schicht

Gut die Hälfte kommt mit dem Bus zur Schicht
Mehr Freiheiten bei höherer Inzidenz

Mehr Freiheiten bei höherer Inzidenz

Mehr Freiheiten bei höherer Inzidenz
Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Kommentare