„Die verrückten Kichererbsen“ bei Aufführung im Kasch überschwänglich gefeiert

West Side Story in Großküche

Drama, Komödie, Slapstick – das alles bieten die „Kichererbsen“ in ihrer Variante von Bernsteins Musical-Klassiker. - Foto:Hägermann

Achim - Von Bernd Hägermann. Wer eine Eintrittskarte für „Die verrückten Kichererbsen“ löst, weiß um den Gegenwert - Von Bernd Hägermann. Drama, Komödie, Slapstick. Und das alles auf eine wunderbar spontane und ungezwungene Art, die im Vorfeld der Premiere zwar in vielen Proben um einige Theaterregeln ergänzt wurde, aber nie ihre Kraft verliert. Bei den „Kichererbsen“ gibt es Theater pur - Von Bernd Hägermann. unverstellt, ehrlich, berührend, hinreißend.

So wie jetzt im Achimer Kasch, wo eine der fidelsten und originellsten Theatertruppen im Landkreis Leonard Bernsteins „West Side Story“ adaptierte. Dabei wurde der Plot des Musicalklassikers unter der Regie von Ruth Podlich für die eigenen Belange maßgeschneidert. Das bedeutete: Raus aus New York, wo sich bei Bernstein jugendliche Banden bekriegen, und hinein in eine Großküche.

Schmelztiegel auch die, mit heißen Herden und klirrendem Geschirr. Und dazu Schauplatz handfester Konflikte. Doch selbst in den unübersichtlichsten Situationen schimmert durch, was die kleine und die große Welt im Innersten zusammenhält: Die Liebe. Geprobt für das Stück wurde über einen Zeitraum von 18 Monaten.

Der Firma Suppentopf & Co („Mit Sitz in Achim, der Stadt ohne Nachnamen“) stehen Veränderungen ins Haus. Die Bosse wollen die Bilanzen schönen. Natürlich auf Kosten der Belegschaft. In der geht die Angst um. Die Konkurrenz zwischen Büroetage und Küchenpersonal spitzt sich zu. Als dann auch noch Maria neu eingestellt wird, einigen den Kopf verdreht und bei anderen Eifersucht schürt, trägt das nicht gerade zur Entspannung bei.

Ein wenig Musik könnte helfen. Schönere im Musicalfach als die von Leonard Bernstein gibt es kaum. Folglich komplettiert sich die „Crazy Chor Company“ unter Leitung von Kamila Dunajska auf der Bühne als musizierende Belegschaft und singt West-Side-Story-Lieder mit eigenen Texten. Aus „I like to be in America“ wird „Hier im Büro ist es wunderbar“, aus „I feel Pretty“ zu deutsch „Ich seh´gut aus!“. Die Texte sind witzig, die Melodien unvergänglich. Begleitet wird die Company am Klavier von Kristina Legostaeva.

Unverändert bleibt „Maria“, die sich in Toni verliebt hat. Beide retten schließlich den Betriebsfrieden. Toni, der immer ein Notizbuch bei sich trägt, das sogar eine Pistolenkugel aufhalten kann, aber vor allem Rezepturen enthält, wird mit seinen Ideen die Firma Suppentopf zu neuer Blüte führen.

Die Aufführung der „Kichererbsen“ im ausverkauften Blauen Saal des Kasch wurde vom Publikum geradezu überschwänglich gefeiert. Vermutlich hätte auch „Lenny“ Bernstein seine Freude gehabt.

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