Nabu-Aktivisten sehen „Naturidyll“ gefährdet

„Wertvolle Streuobstwiese in Achim-Uphusen nicht zerstören“

Die Streuobstwiese in der Uphuser Feldmark könnte dem Gewerbegebiet Achim-West im Wege stehen.
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Die Streuobstwiese in der Uphuser Feldmark könnte dem Gewerbegebiet Achim-West im Wege stehen.

Achim – Ein 90 Hektar großes Gewerbegebiet Achim-West würde nicht nur wertvollen Niedermoorboden in der Uphuser Feldmark zerstören, sondern auch eine „geschützte Streuobstwiese“, schlagen Hans-Dieter Pöhls und Ulrich Ringe Alarm. Die beiden Nabu-Aktivisten fordern den Erhalt dieser Naturoase.

Pöhls und Ringe reagieren damit auf an die Bürgermeister von Achim und Bremen gerichtete Schreiben von Großunternehmen am Bremer Kreuz, die Erweiterungsbedarf geltend machten und mit ihrem Wegzug drohten. wenn das Projekt „Achim-West“ nicht verwirklicht würde (wir berichteten). In einem „offenen Brief“ antworten die beiden Achimer nun Vitakraft, Nagel, Hansaflex, der Interessengemeinschaft Bremer Kreuz sowie der IHK in Bremen und Stade. Aber auch Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld und dessen Bremer Amtskollege Andreas Bovenschulte, Landrat Peter Bohlmann, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der Nabu-Kreisverband und die BUND-Kreisgruppe Verden, die Bürgerinitiative gegen „Achim-West“ und die Lokalpresse haben ihr Schreiben bekommen. Auf zwölf Seiten beklagen Pöhls und Ringe verschiedene Punkte bei dem Vorhaben, von „mangelnde Bürgerbeteiligung“ über „fehlender Gütergleisanschluss“ bis zu „Architektur von Logistik- und Gewerbehallen“. Allesamt Themen, die Pöhls bereits vorgebracht hat und über die hier auch berichtet wurde. Neu ins Feld führt das Duo nun den Aspekt „Zerstörung einer geschützten Streuobstwiese“.

Für Ringe und Pöhls ist es „unerklärlich und unbegreiflich, warum die Planer der Achim-West-Entwicklungsgesellschaft mit keinem Wort auf die dortige Streuobstwiese eingegangen sind“, schreiben sie. „Es muss ihnen doch bewusst gewesen sein, dass eine Überplanung dieses geschützten Gebietes ein Ding der Unmöglichkeit ist.“

Bei einer Aussparung dieses Areals würde das Gewerbegebiet gerade mal um zwei Hektar kleiner. Sollte das nicht geschehen, „wäre als Konsequenz eine Klageerhebung vorprogrammiert“, heißt es in dem Brief.

Das laufende Planfeststellungsverfahren zu dem Projekt ignoriere eine etwa 1.1 Hektar große und etwa 70 Jahre alte, „ausgereifte und überaus wertvolle“ Streuobstwiese. Mit anschließendem Laubwald, einem Buschareal und einem Wirtschaftsweg erhöhe sich die Fläche, die es zu erhalten gelte, auf rund zwei Hektar.

Doch für die geplante Gewerbeansiedlung sollen dort womöglich schon bald Kettensägen kreisen. Das würde das Aus für ein „besonders wichtiges Naturidyll, einem Kulturerbe ersten Ranges“, bedeuten. Und das in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und der Klimaschutz einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekämen, betonen Pöhls und Ringe und fügen hinzu: „Uns macht es maßlos wütend, dass von den Planern eine derartige Umweltzerstörung ohne Einbeziehung der Bürger eingeplant wird.“

Die Nabu-Aktivisten, die mit Hilfe von Bürgerspenden die große Streuobstwiese im Eingangsbereich der Achimer Marsch geschaffen haben und pflegen, bieten ihre aktive Mitarbeit auch bei der Fläche in Uphusen an. „Eine nachhaltige Baum- und Landschaftspflege zum Erhalt dieses Geländes wäre unsererseits angedacht.“

Schließlich verweisen Hans-Dieter Pöhls und Ulrich Ringe, die sich nach eigenen Angaben für eine „Balance zwischen Ökonomie und Ökologie“ einsetzen, noch auf den Ende des vergangenen Jahres beschlossenen „Niedersächsischen Weg“. Das Maßnahmenpaket für den Arten- und Gewässerschutz ziele auch auf „gesetzlich geschützte Biotope wie Obstbaumwiesen“ ab. Damit einher gingen Aktionsprogramme zur Förderung der Insektenvielfalt im Land Niedersachsen. Schon allein deshalb, mahnen Pöhls und Ringe, müsse ein artenreicher Lebensraum wie die alte Streuobstwiese erhalten bleiben.

Und wie reagiert die Stadt auf das Schreiben? „Im gültigen, über 20 Jahre alten Flächennutzungsplan ist der gesamte Bereich an der Eisenbahn in Uphusen als Gewerbefläche ausgewiesen“, antwortet Bürgermeister Rainer Ditzfeld auf Nachfrage. Die Stadt wolle im Zuge des vorgesehenen Grüngürtels dort aber auch eine neue Obstwiese anlegen.  

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