„Werner Momsen ihm seine Disco Show“ unterhält die Besucher großartig

In Glitzeranzug Musik und Macken der „70er“ gefrönt

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Das Duo Wutschik/Momsen lief zur Hochform auf.

Achim - Von Bernd Hägermann. Puppenspieler Detlef Wutschik trägt gerne vorneweg dampfplaudernde Charaktere wie Bert Engel, der noch als 95-jähriger Entertainer imaginierend auf Kreuzfahrtschiffen über die Meere schipperte und dabei die Urne der zu Lebzeiten grandios pfeifenden Ilse Werner mit sich führte. Oder einen wie Werner Momsen. Der ist Wutschiks komödiantische Allzweckwaffe. Die verbale Zeitbombe im Biedermann-Dress funktioniert immer und überall. Wieder einmal am Wochenende auf dem Kasch-Geburtstag.

Dorthin waren am Samstagabend gekommen all jene, die sich einst freiwillig dem Farbenfeuer einer Discokugel auslieferten und daraus immer noch einen nostalgischen Reiz beziehen. Aber vor allem wegen „Werner Momsen ihm seine Disco Show“.

Angelehnt an die ZDF-Disco mit Ilja Richter, gab Wutschik dafür seine Stimme mit breiter norddeutscher Färbung. Schwarz verhüllt witzelte sich der „Achimer Jung“ mit landesweiter Bekanntheit durch einen sehr unterhaltsamen Abend, bis er seine Tarnung für den Schlussapplaus lüftete.

Bis dahin hatte Momsen längst seine thematische Vielseitigkeit bewiesen – in Plateauschuhen, Glitzeranzug, mit gezackter Brille und der Unterstützung von „Beorney und seinen Tri Tops“. Die lieferten, wonach Momsen und das Publikum verlangten: Musik aus den 70ern. Das meint auch Sex, Drugs, Rock´n Roll sowie Farben und Formen „wie bekifft, bis der Abend kommt“.

Ein Protagonist dieser Zeit: Marc Bolan von „T-Rex“, Vorreiter des Punk. Leider tot wie so viele andere. Jimi Hendrix („Hey Joe“), Gitarrengott und Mitglied im „Club 27“ von Morrison, Joplin und Winehouse. Und auch „Sweet“ ist längst nicht mehr komplett. Deutlich erdverbundener die deutsche Musikergarde der 70er: Marianne Rosenberg, Michael Holm, Joy Fleming und natürlich Peter Maffay. Den Gutmensch-Rocker kann man mögen, muss es aber nicht.

Gleiches gilt für die Werbe-Ikonen der 70er Jahre, dem Jahrzehnt des schlechten Geschmacks. Während Clementine sich benahm, als hätte sie selber einige Runden zuviel im Hauptwaschgang gedreht, tunkte eine gewisse Tilly ständig ihre Finger in Palmolive und der Tchibo-Mann gab mit Bowler und in Gutsherrenart den Kolonialisten. Allesamt waren sprachlich und schauspielerisch nicht halb so begabt wie das Duo Wutschik/Momsen.

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