Jürgen Striedieck (CDU) erwägt, Bürgermeister bei der Wahl 2021 herauszufordern

Wer nimmt es mit Rainer Ditzfeld auf?

Jürgen Striedieck will „vielleicht“ ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen.
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Jürgen Striedieck will „vielleicht“ ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen.

Achim – Rainer Ditzfeld ist gerne Bürgermeister. Wenn in etwa einem Jahr die Neuwahl ansteht, will der 58-Jährige erneut für dieses Amt kandidieren. Seine Ambitionen hat der Parteilose, der seit 2014 auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt, bereits im März 2019 gegenüber dieser Zeitung verkündet. Über Gegenkandidaten war bisher nichts bekannt, die Parteien hielten sich bedeckt. Durchgesickert ist, dass die damaligen Konkurrenten Ditzfelds um das höchste Amt in der Stadt nicht wieder antreten werden. Weder Bernd Junker (SPD), der es immerhin bis in die Stichwahl schaffte, noch Silke Thomas (Grüne) oder Volker Wrede (CDU) werden nach ihren mäßigen Ergebnissen ein zweites Mal in den Wahlkampf ziehen. Aber wirft überhaupt jemand den Hut in den Ring und fordert den populären Amtsinhaber, der 2014 bei der Stichwahl nahezu zwei Drittel der von der Bevölkerung abgegebenen Stimmen auf sich vereinigte, zum Duell heraus?

Jürgen Striedieck, ein früherer Parteifreund Ditzfelds, der die Christdemokraten vor sechs Jahren im Streit um die Kandidatur verließ, schickt sich an, für die CDU ins Rennen zu gehen. „Vielleicht“, antwortet der 49-Jährige auf die Frage, ob er für den gut dotierten Spitzenposten kandidieren wolle, ausweichend. Postwendend sagt Striedieck, Mitglied des Stadtrats und stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, aber auch: „Ich bin hochmotiviert. Wir haben ein super Team. Das macht im Moment richtig Spaß.“ Doch welchen Bewerber für die Bürgermeisterwahl die CDU aufstelle, entscheide die Mitgliederversammlung.

„Wir haben einen Kandidaten“, verrät Vorsitzender Martin Puls auf Nachfrage ohne den Namen nennen zu wollen. „Dieser Vorschlag ist im Vorstand und in der Fraktion sehr gut aufgenommen worden“, merkt er an. Aber bevor der Name in der Presse stehe, sollen nach den Worten von Puls die mehr als 100 Mitglieder der CDU Achim über die Personalie informiert und zur Urwahl des Kandidaten eingeladen werden. Diese sei für Ende Oktober vorgesehen.

Martin Puls selbst, seit November vergangenen Jahres Vorsitzender der örtlichen CDU, den Kenner der Achimer Politszene als „heißen Kandidaten“ für das Bürgermeisteramt eingestuft hatten, steht dafür nach eigener Aussage nicht zur Verfügung. Der 49-Jährige, Betreiber einer Versicherungsagentur, hegt andere Pläne für seine politische Zukunft. „Ich habe Lust, Landtagsabgeordneter zu werden“, lässt er sich im Gespräch mit dieser Zeitung entlocken. Die Kirchlintlerin Dörte Liebetruth (SPD), die den Landtagswahlkreis Achim-Verden 2017 Adrian Mohr (CDU) abgejagt und das Direktmandat erobert hatte, kennt also schon mal einen möglichen Konkurrenten bei der Wahl 2022.

Bei der Bürgermeisterwahl, die voraussichtlich im September 2021 ansteht, hat Amtsinhaber Ditzfeld eventuell nur den einen Konkurrenten von der CDU. Von der SPD war bis dato in dieser Frage kaum etwas zu hören. „Ich habe ein Problem damit, wenn es in der Demokratie bei einer Wahl keine Alternativen gibt“, sagte Bernd Junker auf Nachfrage. Wenn jedoch die CDU oder die Grünen einen Kandidaten aufstellten, sei er persönlich „raus aus der Nummer“. Seiner Partei, von der am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten war, bleibe es natürlich unbenommen, trotzdem einen eigenen Bewerber für die Position des Stadtoberhaupts zu nominieren.

Die Grünen wollen in den kommenden Wochen über das Thema sprechen. „Wir wissen noch nicht, was wir machen“, antwortete Fraktionsvorsitzende Silke Thomas auf Nachfrage.

Die CDU ist da mit ihren Überlegungen schon weiter. Der wahrscheinliche Kandidat Jürgen Striedieck, der als kaufmännischer Leiter in einem Logistikunternehmen in Bremen arbeitet und außerdem auf einem geerbten Stück Land in Brasilien eine „kleinbäuerliche Kooperative“ betreibt, charakterisiert sich politisch als „Wertkonservativer“. Ihn kümmerten aber auch soziale Fragen, fügt er hinzu.

Striedieck, der „sehr glücklich“ mit einer Frau verheiratet ist, weiß die Größe der möglicherweise auf ihn zukommenden Aufgabe gut einzuschätzen: „Wer gegen Rainer Ditzfeld antritt, hat ein hartes Brett zu bohren.“

Von Michael Mix

Rainer Ditzfeld will den Chefposten im Rathaus behalten.

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