„Wenn Gott keinen Humor hat, möchte ich nicht in den Himmel“

Luthermahl zum Reformations-Jubiläumsjahr in der St. Laurentius-Kirche

Die Pastoren Dietrich Hoffmann, Marina Kortjohann, Ulrich Wilke, Kantorin Regine Popp und Pastor Christoph Maaß mit Geschichten und Anekdoten aus Luthers Zeit.

Achim - Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums hatte die Evangelisch-lutherische St.-Laurentius Kirchengemeinde Achim am Freitagabend zu einem mehrgängigen reformatorischen Mahl mit mittelalterlichen Speisen eingeladen.

Empfangen würden die rund 100 Gäste mit heiteren, fröhlichen, Klängen durch das Flötenensemble St. Laurentius.

Zur Begrüßung wurden Geschichten und Anekdoten aus Luthers Zeit als Theaterstück von den Pastoren Marina Kortjohann, Christoph Maaß, Dietrich Hoffmann, Ulrich Wilke und Kantorin Regine Popp aufgeführt.

Die Gäste erfuhren so auf eine äußerst amüsante Art vieles aus dem Leben Martin Luthers.

Unter anderem, dass für Luther das Geld keine große Bedeutung hatte, er dafür umso mehr zur Beichte ging und auch gerne mal ein Bier trank und als erstes nicht an Papst und Kaiser, sondern an seine Käthe dachte.

Bevor viele „Mägde“ und „Knechte“ die Gäste mit einer Kürbissuppe versorgten, sangen sie gemeinsam das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“, und das Luthermahl in der St. Laurentius-Kirche nahm dann seinen Lauf.

Die altehrwürdige Achimer Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit „Luthers Hochzeit“, zwischen Vorspeise und Hauptgang berichtete Pastor Ulrich Wilke über die heimliche Hochzeit am 13. Juni 1525, die der 42-jährige Luther trotz Warnung seines Freundes Philipp Melanchthon, mit der 16 Jahre jüngeren Katharina von Bora wagte.

Stadtkirchenpfarrer Johannes Bugenhagen hatte die Trauung vollzogen. Anwesend waren nur ausgewählte Freunde und Mitarbeiter. Da gab es eine große Tafel mit leckeren Speisen.

„Hier sieht das heute sehr ärmlich aus, nicht so bei Luthers Hochzeit. Bei ihm wurde, wie bei den ganz reichen Leuten, Wildbret gereicht“, so Wilke.

Katharina von Bora (Hiltrud Stampa-Wrigge) mischte sich an dieser Stelle ein: „Da muss ich doch mal einiges gerade rücken, von wegen unserer Hochzeit, romantisch und feierlich und mit leckerem und besonderem Essen. Ein Mönch und eine Nonne heiraten. Ein Skandal! Meint doch eine ehrenwerte Bürgerfrau, dass durch so eine Hochzeit der bürgerliche Ehestand entehrt wird!“

Und nun sollte weiter gegessen werden. Das Essen sollte in den Schüsseln nicht kalt werden. Fleisch, Rotkohl, Sauerkraut und Sauerteigbrot ließen sich die Besucher schmecken.

Für weitere Unterhaltung sorgten das Flötenensemble und Antje Döring, mit der Ballade „Es reit der Herr von Falkenstein“, von Regine Popp am Klavier begleitet.

Mit heiteren, fröhlichen Klängen verzauberte das Flötenensemble St. Laurentius.

Von Luthers zum Teil deftige, Tischreden gab Pastor Christoph Maaß, streng nach Luthers Regeln für Redner: „Tritt frisch auf, tu’s Maul auf, hör bald auf“ einige Kostproben.

„Trinkt, treibt Kurzweil, spielt, von mir aus, sündigt – so zeigt ihr dem Teufel Abscheu und Verachtung“. „Wenn Gott keinen Humor hat, dann möchte ich nicht in den Himmel kommen“ oder „Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen“ seien hier als Beispiele genannt.

Nachdem der Nachtisch (Grießpudding mit Apfelkompott) gegessen und das Geschirr abgeräumt war, gab Pastor Dietrich Hoffmann eine theologische Einführung in das von Martin Luther 1529 verfasste Lied „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Luther meint hier die persönliche, innere, Zufriedenheit und die Aufgabe der politischen Herrschaft, Kriege nur im äußersten Notfall als Verteidigung zu führen, so Hoffmann.

Mit das gemeinsam gesprochenen „Vater unser“ und Luthers „Abendsegen“ wurde das beeindruckende Luthermahl in der St. Laurentius-Kirche beendet.  

hem

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