Wenn’s eng wird, gilt genesen oder geimpft

Das Kasch setzt bei einigen Veranstaltungen auf strengere Einlasskontrollen

Wenn es eng wird im Kasch, wie zum Beispiel bei einer Tanznacht, dann haben nur Geimpfte oder Genesene Zutritt. Archivfoto: Kasch
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Wenn es eng wird im Kasch, wie zum Beispiel bei einer Tanznacht, dann haben nur Geimpfte oder Genesene Zutritt. Archivfoto: Kasch

Achim – Endlich wieder Konzerte besuchen, ins Theater gehen oder zum Tanzen – nach langer Corona-Pause nimmt auch das kulturelle Leben wieder an Fahrt auf. Ganz ohne Vorgaben funktioniert es allerdings nicht. Bislang setzten die meisten Kultureinrichtungen auf die 3 G-Regel. Gäste, die nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet sind, dürfen Veranstaltungen besuchen.

Allerdings setzt der Landkreis diese Vorgaben ab heute aus. Für Besuche im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) in Achim soll die 3 G-Regel jedoch weiterhin gelten, wie Silke Thomas vom Team der Geschäftsführung auf Anfrage bestätigt.

Zudem weitet die Kultureinrichtung ihr Programm aus und verschärft dafür die Regeln: Bei diesen Veranstaltungen haben nur Geimpfte oder Genesene Zugang (2 G). Vor allem in den sozialen Netzwerken schlägt das hohe Wellen. Als „skandalös“ bezeichnet beispielsweise ein Nutzer dieses Vorgehen der Kasch-Leitung, „da diese hier freiwillig das verfassungs- und grundgesetzwidrige ,Optionsmodell’ anwendet und damit gesunde Menschen, die eine freie Entscheidung über ihren Körper treffen, von Veranstaltungen ausschließt und somit systematisch diskriminiert“.

Silke Thomas widerspricht. „Grundsätzlich gilt bei uns im Haus die 3 G-Regel. Wir wollen nicht generell zu 2 G umschwenken.“ Schließlich gebe es auch Menschen, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen dürften, etwa einige chronisch Kranke, Schwangere oder auch Kinder. „Diesen Personenkreis wollen wir nicht ausschließen, auch wenn wir generell fürs Impfen sind“, sagt Thomas. Oberstes Ziel sei es jedoch, verantwortungsbewusst zu handeln. „Meine Kollegen und ich sind alle der Meinung, dass unsere Gäste das Gefühl haben müssen, dass sie sicher sind“, sagt Thomas.

Allerdings gebe es Veranstaltungen wie Tanznächte oder den Schmetterabend bei denen die Besucher eng zusammenstünden. „Stuhlreihen mit genügend Abstand zum Sitznachbarn können wir beim Kabarettabend aufstellen. Das geht aber beim Schmetterabend nicht. Die Leute singen, die sitzen nicht auf Stühlen. Wenn wir die Leute sitzen lassen, können wir es gleich lassen.“ Bei der 2 G-Regel gebe es weder einen Mindestabstand zwischen den Besuchern noch müssen sie Masken tragen.

Ihren Beobachtungen zufolge hat sich das Abstandsgefühl der Menschen während der Pandemie geändert. „Viele achten sehr genau auf den Abstand zu anderen, mir selbst geht es auch so.“ Auch ein Grund, warum das Kasch weiterhin auf die Einhaltung von 3 G setzen will. Die 2 G-Regel erlaube durch den wegfallenden Mindestabstand eine höhere Besucherzahl. Ob wirklich mehr Zuschauer kämen, bezweifelt Thomas. „Bei den Zollhausboys Anfang September hätten wir mehr Leuten Karten verkaufen können, ebenso war die Nachfrage bei Instant Impro größer als die Zahl der Plätze.“ Die anderen Veranstaltungen seien jetzt noch nicht durchgehend ausverkauft. Die Kulturinteressierten würden sich zurzeit eher spontan für einen Kartenkauf entscheiden, oft erst einen Tag vor der Veranstaltung, haben Thomas und ihre Kollegen beobachtet. „Wir haben nicht nur eine Verantwortung gegenüber unserem Publikum, sondern auch eine Verantwortung, den Kulturbetrieb wieder zum Laufen zu bringen. Wir müssen die Besucher überzeugen, dass es Spaß macht, wieder rauszugehen und sich was anzusehen“, begründet sie nicht nur das Festhalten an 3 G, sondern auch die 2 G-Regel bei bestimmten Anlässen.

Mittlerweile hätten sich die Gäste an das Prozedere am Eingang gewöhnt. Zu Beginn hätten sie und ihre Kollegen einige Zuschauer wieder nach Hause schicken müssen, weil diese ihren Nachweis über die Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test nicht dabei hatten. Ein „bisschen mehr Personalaufwand“ entstehe dadurch für das Kasch-Team, weil vor der Eintrittskartenkontrolle die Einhaltung der Corona-Vorgaben überprüft werde.

Von 3 G Abstand zu nehmen, weil es die Corona-Verordnung des Landkreises ab heute erlaubt, davon hält das Kasch nichts. „Dieses Heckmeck machen wir nicht mit. Das bringt niemandem etwas. Was passiert denn, wenn sich die Regeln wieder verschärfen? Dann müssen wir allen Leuten sagen, dass sich die Bedingungen doch wieder ändern.“

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