Tauschbörse im Kulturhaus Alter Schützenhof lockt vor allem altgediente Briefmarkensammler

Das Tor zur Welt im Kleinformat

Oliver Klebs aus Bothel ist regelmäßiger Teilnehmer an der Tauschbörse im Achimer Kasch. Fotos: Hägermann

Achim - Von Bernd Hägermann. Briefmarkensammler sind verlässliche Leute. Ihr Hobby betreiben viele schon von Kindesbeinen an. Kurze Unterbrechungen, durch Studium, Beruf und Familie, zwingen bisweilen zu Pausen, ändern aber zumeist nichts an der Faszination, sich systematisch mit den Postwertmarken zu beschäftigen. Denn ohne Konzept gibt es keinen Erfolg. Der bemisst sich in der Regel nicht nach wirtschaftlichen Kriterien, vielmehr ist es das vorrangige Ansinnen von Briefmarkensammlern, Serien zu vervollständigen.

Genau das war Gegenstand vieler Gespräche, die am Sonntag im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) geführt wurden. Dort trafen sich etliche Sammler, die nicht nur aus der nahen Umgebung angereist waren, sondern auch aus entfernteren Teilen Norddeutschlands, zur traditionellen Tauschbörse. Die findet zweimal in Jahr statt. Ausgerichtet wird sie immer vom Verein der Achimer Briefmarkensammler.

Deren Vorsitzender heißt Ralf Pröttel: „Mir hat in der Kindheit das Sammeln von Briefmarken das Tor zur Welt geöffnet.“

Eine Briefmarkenquelle befand sich in der eigenen Familie. Der Großvater von Pröttel arbeitete bei der Post. An Nachschub herrschte kein Mangel. Zwar gab es auch bei Ralf Pröttel Unterbrechungen seiner Sammlertätigkeit, gänzlich davon lassen wollte er aber nie.

Der Verein der Achimer Briefmarkensammler hat derzeit 23 Mitglieder. Ein Zuwachs ist nicht in Sicht: „Im Gegenteil“, sagt Ralf Pröttel, „junge Leute interessieren sich kaum für dieses Hobby.“

Ein Stammgast der Achimer Briefmarkentauschbörse ist Oliver Klebs. Er war auch diesmal wieder aus Bothel im Landkreis Rotenburg angereist. Sein Sammlungsgebiet sind Marken deutschsprachiger Länder und solche aus Skandinavien. Insgesamt hat er 100 000 Exemplare im Bestand.

Deren Lagerung ist eine nicht ganz einfache Angelegenheit: „Trocken sollte der Raum sein, weder zu warm noch zu feucht“, denn: „Eine Beschädigung der Gummierung mindert den Wert einer Briefmarke.“ Der philatelistische Traum von Oliver Klebs ist ein kompletter Posthornsatz aus den 1950er-Jahren.

Die Tauschbörse im Kasch war an diesem Sonntag nicht sein einziger Termin. Am Nachmittag hatte Klebs zwei Fußballspiele im Landkreis Rotenburg zu leiten. „Schiedsrichter“, verriet er, „bin ich jetzt auch schon seit 36 Jahren.“

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