Neuer Ort, neuer Betreiber

Weihnachtsmarkt Achim: Uga wirft nach Streit um Standort hin

Anders als in den Vorjahren findet der Weihnachtsmarkt diesmal nicht auf dem Bibliotheksplatz statt.
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Anders als in den Vorjahren findet der Weihnachtsmarkt diesmal nicht auf dem Bibliotheksplatz statt.

Achim – Die Suche nach einem Standort für den diesjährigen Weihnachtsmarkt führt zu Spannungen zwischen der ausrichtenden Unternehmergemeinschaft Achim (Uga) und der Stadt. Die Budenstadt findet zwar statt, allerdings nicht auf dem Bibliotheks- oder Baumplatz, sondern in deutlich kleinerer Form auf dem Alten Markt. Und, anders als geplant, nicht unter der Regie der Uga, wie die Unternehmergemeinschaft in einem Schreiben an die Presse mitteilt.

Uga-Mitglied und Schausteller Alex Stummer zeichnet nun für die Veranstaltung vom 10. bis 30. Dezember verantwortlich. Auf eigenes Risiko mit finanzieller Unterstützung der Uga. Sie reicht den Zuschuss der Stadt Achim, welcher für den Weihnachtsmarkt vorgesehen war, an den Schausteller weiter, erklärte Uga-Chef Ingo Freitag auf der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Kulturhaus Alter Schützenhof.

Der Vorstand habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hieß es. Nach mehreren Gesprächen mit Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Wirtschaftsförderer Martin Balkausky habe man dann aber keine andere Möglichkeit mehr gesehen, so Freitag. Letztlich war es der Standort, der zu der Absage der Uga geführt habe. Der Alte Markt sei nicht nur zu klein, um einen Weihnachtsmarkt in der gewohnten Form anbieten zu können. Auch die Randlage und die damit verbundene geringere Laufkundschaft lasse ihn an einer Wirtschaftlichkeit vor allem unterhalb der Woche zweifeln, so der Uga-Vorsitzende.

Stadt sah Konflikte mit Autofahrern und Wochenmarkt-Betreibern

Ditzfeld erklärte auf der Sitzung die Haltung der Stadt. Wunsch der Uga sei es gewesen, für den Weihnachtsmarkt einmalig vom Bibliotheks- auf den größeren Baumplatz auszuweichen. Dort hätte die Veranstalterin das Hygienekonzept besser umsetzen und dennoch einen attraktiven Markt auf die Beine stellen können. Die Verwaltung habe jedoch Bedenken gehabt, die dortigen Parkplätze fast drei Wochen lang mit dem Weihnachtsmarkt zu belegen, erklärte der Bürgermeister. „Wir würden ein Riesengeschrei in Achim haben“, zeigte er sich überzeugt.

Ein mehrwöchiger Weihnachtsmarkt auf dem Bibliotheksplatz wiederum hätte Konflikte mit den Beschickern des Wochenmarktes hervorgerufen, so Ditzfeld weiter. Die Fläche vor der Alten Feuerwache werde derzeit benötigt, um den zweimal wöchentlich stattfindenden Markt zu entzerren. So hatte es das Gesundheitsamt von der Stadt gefordert. Die erneute Umsiedlung ihrer Stände aufgrund des Weihnachtsmarktes vor Augen, hätten manche Beschicker damit gedroht, in der Adventszeit gar nicht mehr nach Achim zu kommen. „In der jüngsten Marktversammlung hat es ein einstimmiges Votum gegen den Bibliotheksplatz gegeben“, erklärte Ditzfeld auf Nachfrage des Achimer Kreisblatts.

Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt „die denkbar schlechteste Lösung“

Letztendlich hat dann eine Rückfrage bei den verschiedenen Ratsfraktionen seitens des Bürgermeisters dazu geführt, dass die Uga eine Absage für die beiden möglichen Standorte Baumplatz und Bibliotheksplatz für die Veranstaltung des Weihnachtsmarktes erhielt.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt sei „die denkbar schlechteste Lösung“, sagte Rainer Ditzfeld mit Blick auf den Betreiber. Eine Alternative sah der Bürgermeister jedoch nicht. Er könne sowohl die Uga als auch die Marktbeschicker verstehen. „Wir als Stadt sitzen zwischen Baum und Borke“, so Ditzfeld. Er wisse aber auch, wie wichtig gerade die Vorweihnachtszeit für die Marktbeschicker sei. „Vor allem die Fleisch- und Fischwagen haben im Dezember ihre Hauptgeschäftszeit.“ Diesen wegen des Weihnachtsmarktes einen anderen Stellplatz zuzuweisen, sei schwierig.

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Uga-Chef Ingo Freitag sprach auf Nachfrage des Kreisblatts von einer „riesengroßen Enttäuschung“. Nicht nur, weil er und seine Mitstreiter seit Wochen viel Zeit und Energie in die Planung des Weihnachtsmarktes steckten, sondern weil es jedes Jahr erneut Diskussionen mit den Wochenmarktbeschickern gebe, warum der Weihnachtsmarkt auf dem Bibliotheksplatz stattfinde und den Standbetreibern somit Platz wegnehme. Dabei gebe es eine Dauerfestsetzung, in der Freitag zufolge der Standort des Weihnachtsmarkts, nämlich der Bibliotheksplatz, und neben der Dauer auch geregelt sei, dass die Uga als Veranstalterin auftrete. „Es kommt ja nicht aus heiterem Himmel, dass der Weihnachtsmarkt im Dezember gut zwei Wochen stattfindet.“

Als sich herauskristallisiert habe, dass die Stadt nicht auf die Parkplätze auf dem Baumplatz verzichten könne, habe die Uga vorgeschlagen, die Budenstadt doch auf dem angestammten Platz vor der Alten Feuerwache über die Bühne gehen zu lassen, allerdings ohne den großen Weihnachtsbaum, um  mehr Platz zu haben. Die Buden der Kunsthandwerker sollten entlang des Bremermann-Gebäudes am Glockenspiel Richtung Achimer Brückenstraße aufgestellt werden. „Das wäre ideal gewesen“, so Freitag. Aber er hatte die Rechnung ohne die Wochenmarktbeschicker gemacht. Nun müsse man schauen, wie es künftig weitergeht. „Es ist unschön, jedes Jahr wieder von vorne anfangen zu müssen“, sagt Freitag. Deshalb will die Uga im Frühjahr das Gespräch mit der Stadt suchen, um das Thema Weihnachtsmarktstandort endgültig zu klären.  

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