Urteil gibt Uga Recht

Weihnachtsmarkt: Achimer Grillbetreiber darf keinen Stand aufbauen

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Auf dem Achimer Weihnachtsmarkt geht es bald rund. Aber vor Beginn des Festes fliegen erstmal die Fetzen.

Achim - Von Michael Mix. Der um den Achimer Weihnachtsmarkt entbrannte Streit hat jetzt Beteiligte vors örtliche Gericht gebracht. Andreas Weber, der den „Achimer Mühlengrill“ betreibt, wollte in einem Zivilgerichtsverfahren die Teilnahme seines Unternehmens an dem Fest, das am Freitag beginnt, durchsetzen. Doch die Unternehmergemeinschaft Achim (Uga) als Veranstalter ist dazu laut dem Dienstag gefällten Urteil am Amtsgericht Achim nicht verpflichtet.

Webers Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung auf Zulassung seines Imbisses auf dem Weihnachtsmarkt wurde von Richterin Ute Klee in einem am Montag mit einer mündlichen Verhandlung begonnenen Eilverfahren abgelehnt. Der Achimer Geschäftsmann habe keinen Rechtsanspruch, seinen Grillwagen während der Veranstaltung vom 15. bis 23. Dezember auf dem Bibliotheksplatz aufstellen zu dürfen.

Die Uga hatte Webers Bewerbung um einen Stand auf dem Markt negativ beschieden. Stattdessen bekam ein Anbieter aus Bruchhausen-Vilsen den Zuschlag. Weber erhob daraufhin gerichtlich Einspruch dagegen und ließ sich vor dem Amtsgericht von der Verdener Anwaltskanzlei Berner und Partner vertreten. Der Vorstand der Uga beauftragte die Achimer Sozietät Dr. Puvogel und Partner, die Interessen des Vereins geltend zu machen.

Uga-Vorsitzender Marko Thönsing sieht in dem Urteil „eine Bestätigung, dass wir uns da nichts vorzuwerfen haben“, erklärte er Dienstag auf Nachfrage. „Wir müssen als Veranstalter entscheiden, wen wir als Standbetreiber zulassen.“ Und dafür habe es Gründe gegeben, „sachliche, finanzielle und andere“, fügte Thönsing hinzu, ohne bei diesen Punkten ins Detail gehen zu wollen.

Uga will Besuchern mehr bieten

Mit den „anderen Gründen“ könnte er die Auseinandersetzung um die Organisation des Weihnachtsmarkts meinen. Denn Mirja Müller-Weber, die Ehefrau von Andreas Weber, hatte das Fest in den vergangenen Jahren mit ihrer Firma „Sepia-Events“ auf die Beine gestellt. An einem Adventswochenende gab es eine kleine Budenstadt auf dem Alten Markt, und natürlich war dort auch der „Mühlengrill“ zu finden. Doch in diesem Jahr wollte die Uga, die den Weihnachtsmarkt seit 2008 veranstaltet, den Besuchern mehr bieten. Nachdem das von Ulrik Borcherdt und Kevin Marks von der Achimer Firma Solight organisierte Stadtfest im Sommer gezündet hatte, bekamen sie auch für das besinnliche Vergnügen im Winter den Zuschlag.

Nun geht der Weihnachtsmarkt auf dem Bibliotheksplatz über die Bühne. Er dauert mit neun Tagen dreimal so lange wie bisher und soll wesentlich attraktiver und mehr dem Charakter des Festes entsprechend gestaltet werden. Weniger Ess- und Trinkbuden als vielmehr Stände mit Kunsthandwerk sind vorgesehen. Müller-Weber und Weber fühlen sich, wie schon mehrfach berichtet, von der Uga ausgebootet. Das Ehepaar war Dienstag für eine Stellungnahme übrigens nicht zu erreichen.

Richterin: Gedeihliches Miteinander kaum möglich

Auch dieser Zoff, der unter anderem über Leserbriefe in dieser Zeitung vor der Öffentlichkeit ausgetragen wurde, hat bei dem Gerichtsurteil eine Rolle gespielt. Ein gedeihliches Miteinander der Konfliktparteien auf dem Weihnachtsmarkt wäre nach den vorherigen, monatelangen Streitereien kaum möglich, stellte Richterin Klee fest.

Im Vorfeld der gerichtlichen Auseinandersetzung hatte die Stadt noch versucht, schlichtend einzugreifen und die Kontrahenten an einen Tisch zu bringen. Doch ein Mediationsverfahren unter Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Rüdiger Dürr soll dem Vernehmen nach von den Webers ignoriert worden sein.

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