Weihnachtlich, aber nie süßlich

„Broom Bezzums“ überzeugen musikalisch und mit viel britischem Humor im Kasch

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Kraftvoll, traditionell irisch, herzwärmend und ergänzt durch eine herausragende Damen-Stimme: Zum Auftritt im Kasch hatte das Duo „Broom Bezzums“ die Sängerin Eileen Healey mit eingeladen. 

Achim - Von Bernd Hägermann. Es hilft kein Leugnen mehr – Weihnachten naht. Musikalisch in Erinnerung brachte das „Broom Bezzums“. Das Duo, Mark Bloomer und Andrew Cadie, hatte sich für seinen Auftritt in der Veranstaltungsreihe „Haste Töne“ die Kollegin Eileen Healey eingeladen.

Gemeinsam spielten sie im Blauen Saal des Kasch neue Stücke, sowie einige von der Winter- und Weihnachts-CD „Winterman“. Dabei geriet das Konzert mit kraftvollem Fiddle-Spiel traditionell irisch und herzerwärmend. Zwischen der Musik war der Auftritt durchsetzt mit britischem Humor.

Cadie und Bloomer leben in Deutschland. Bloomer genau genommen seit 18 Jahren, neun Monaten und drei Tagen. Er besitzt mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft und hat einen 18-jährigen Sohn. Der sei im Moment „professioneller Anarchist“.

Sein Vater ist Gitarrist und Sänger und im Verbund mit Andrew Cadie ein musikalisches Duo, das dem Publikum Folk und Weihnachtslieder in reiner Form bietet. Keine Spur von Süßlichkeit oder kommerziellem Kalkül. Als Schwester im Geiste mit dabei: Eileen Healey.

Die Irin ist zu Beginn des Konzerts guter Teil des Ganzen, in der Folge mit ihrer herausragenden Stimme aber prägendes Element.

„Broom Bezzums“ nehmen sich die Freiheit, die Weihnachtsgeschichte neu zu interpretieren, indem sie die bislang unbekannten Mary und Josef an einem Kirschbaum halten lassen. Mary möchte gern Früchte naschen, aber Josef ihr keine pflücken.

Er weiß nur zu genau, dass er nicht der Vater von Marys ungeborenem Kind sein kann. Ein Einsehen hat schließlich Gott. Er biegt für Mary den ganzen Baum, so dass sie bequem kosten kann. Genaueres sei nachzulesen in einem ziemlich erfolgreichen Buch.

Besungen werden auch jene Menschen, die in Südengland oder Wales am Jahresende von Haus zu Haus ziehen, um singend Gutes für das neue Jahr zu wünschen. Das leidlich dankbare Publikum belohnt sie mit allen verfügbaren Alkoholresten. Es dauert nicht lange, und die ambitionierten Sängerknaben klingen wie eine Gruppe krakeelender Bauern. Tradition ist aber Tradition.

Beinahe traditionell war bis zum Vorjahr auch die Mitgliedschaft der Engländer in der Europäischen Union. Bloomer und Cadie können den Brexit nicht verstehen. Sie finden ihn „sch ...“. Für dieses politische Statement gab es Beifall, noch mehr allerdings für die berührende Musik.

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