Stadt hat Karte erstellt

Achim: Notfallpunkte für Einsätze in der Pampa

Die Abbildung zeigt einen Rettungspunkt im Bereich des Naturschutzgebietes „Voßberge“ im Landkreis Rotenburg.
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Die Abbildung zeigt einen Rettungspunkt im Bereich des Naturschutzgebietes „Voßberge“ im Landkreis Rotenburg.

Notfallpunkte helfen Rettungskräften im Ernstfall, Unfallopfer auch in abgelegenen Gegenden schnell zu entdecken. Auf Antrag von Bürgern hat die Stadt nun eine vorläufige Karte mit Rettungspunkten erstellt.

Achim – Wer Opfer oder Zeuge eines Unfalls wird, hat den Notruf 112 schnell gewählt. Aber wie können Betroffene das Rettungsteam an den Unfallort lotsen, wenn sich keinerlei Straßenschilder in der Nähe befinden? In solchen Fällen bieten Notfall- oder Rettungspunkte eine Orientierung. Unfallopfer oder Zeugen können Kennzahlen direkt an die Rettungsleitstelle übermitteln.

Friedrich Priehs von der Arbeitsgemeinschaft Badener Vereine plädiert dafür, Rettungspunkte in Achim einzurichten. „In Notfällen bilden diese markierten und in den Leitstellen registrierten Rettungspunkte eine gezielte Orientierung für schnelle Einsätze der Polizei, Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge und Notärzte“, so Priehs in einem Brief an die Redaktion.

Anlass war ein aktueller Vorfall, bei dem sich zeigte, wie es eben nicht laufen soll: „Am Montagabend gelangte ein Rettungsfahrzeug mit Blaulicht leider wieder einmal erst nach einem Umweg zu einer Unfallstelle in die Badener Marsch.“ Die zum Teil abgelegenen Straßen und Wege außerhalb des Stadtgebiets sowie der Ortsteile erschwerten den Unfallopfern und den Zeugen die genaue Beschreibung des Unfallortes. „Das verhindert unter Umständen ein schnelles Auffinden durch die Rettungskräfte gerade im Winterhalbjahr, wenn Nebel und glatte Straßen den Verkehr behindern“, so Priehs.

Schon vor mehr als einem Jahr habe die AG Badener Vereine Rettungspunkte „für den gesamten Weser-Radweg und die abgelegenen Gebiete des Landkreises Verden und der Stadt Achim“ vorgeschlagen. Priehs nennt beispielhaft den Landkreis Rotenburg, der besagte Rettungspunkte im gesamten Kreisgebiet flächendeckend installiert habe.

Spaziergänger im Naturschutzgebiet beim Ellisee dürfen derzeit nur die Hauptwege betreten, bis die Stadt ein Wegekonzept erstellt hat. Dort könnte laut Ordnungsamtsleiterin Claudia von Kiedrowski ein Rettungspunkt installiert werden.

2019 hat die Gemeinde Dörverden als erste Kommune im Landkreis 21 solcher Schilder an Ruhebänken und anderen Objekten aufgestellt, ist von der Achimer Verwaltungsmitarbeiterin Claudia von Kiedrowski zu erfahren. „Wir sehen das Thema als sehr wichtig an, es braucht aber einen gewissen Vorlauf, um diese Punkte auszugucken“, sagt die Leiterin der Abteilung Sicherheit und Ordnung. Zunächst habe die Stadtverwaltung einen Antrag erhalten, lediglich im Achimer Stadtwald solche Rettungspunkte einzurichten. Im Mai 2020 beantragte der stellvertretende Bürgermeister und Badener Ortsausschussvorsitzende Reiner Aucamp, das Anliegen auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. Auf ein Gespräch mit Aucamp seien Ortstermine und Rücksprachen mit der Feuerwehr gefolgt. Dabei habe sich laut von Kiedrowski unter anderem gezeigt, dass man sich auf die Hauptwege beschränken sollte, „denn an völlig abgelegene Punkte kommt auch der Rettungswagen nicht hin.“

Mittlerweile hat das Ordnungsamt einen vorläufigen Plan mit Rettungspunkten erstellt. „Den müssten wir zuerst mit der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle abstimmen“, so von Kiedrowski. Nach diesem „Feinschliff“ schätzt sie, dass sich die Anzahl der Rettungspunkte im Stadtgebiet auf etwa 50 einpendeln könnte. Aus Verwaltungssicht wünscht sie sich zudem einen politischen Beschluss, damit es nicht später zu Beschwerden oder Nachmeldungen von nicht berücksichtigten Punkten komme.

Als mögliche Standorte nennt die Ordnungsamtsleiterin das Naturschutzgebiet Ellisee in der Nähe des Bunkers, den Bereich hinter der Bahn (beim Sportplatz), Teile von Clüverswerder und den Bereich bei der Ortstafel von Bollen.

Laut Rettungsleitstelle des Landkreises liegen die Kosten pro Schild bei rund fünf Euro. Hinzu kämen Kosten, um sie zu befestigen, sofern es nicht möglich ist, schon vorhandenen Schilder mitzunutzen. „Möglicherweise muss man sie zum Teil auch einbetonieren“, gibt von Kiedrowski zu bedenken. „Aber so weit, dass wir wissen, wie wir sie anbringen, sind wir nicht.“

Günter Storch, Leiter der Rettungsleitstelle, hält die Einrichtung von Notfallpunkten ebenfalls für sinnvoll: „Das kann der Reiter sein, der in der Bierdener Marsch mit seinem Pferd stürzt oder der Rentner, der beim Spaziergang plötzlich erkrankt.“ Gerade ältere Menschen hätten Angst um ihre Gesundheit, „aber nicht alle haben ein Smartphone und können ihren Standort per App übermitteln“. Rettungspunkte ließen sich ohne großen bürokratischen Aufwand etablieren: „Es gibt dazu keine Gesetze, Verordnungen oder Erlasse“, stellt Storch fest. Gemeinden, die Rettungspunkte einrichten, sollten aber bedenken: „Aufhängen und nie wieder drum kümmern geht nicht.“ Eine Kontrolle und Pflege, etwa durch den Bauhof, hält auch von Kiedrowski für erforderlich.

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