Eigentümer zwischen Halleschen und Leipziger Straße werden verschont

Wegen des Kindergartens kein Ausgleichsbetrag fällig

Wo das Hochhaus Schwarzer Container und dann eine Wiese war, entstehen neue Reihenhäuser. - Foto: Brodt

Achim - Dass Eigentümer von Geschosswohnungen im so genannten Magdeburger Viertel Ausgleichsbeträge zahlen sollen für angebliche Wertsteigerungen ihrer Wohnungen durch die Wohnumfeldverbesserungen wie neue Spiel-, Sport- und Parkanlage sowie den Abriss des Service-Hochhauses und des Hochhauses Schwarzer Container sowie weitere Häusersanierungen im Rahmen der sozialen Stadterneuerung, hatte voriges Jahr zu einem Sturm der Empörung geführt.

Nun konnte sich eine Eigentümerin keinen Reim auf ein neues Schreiben der Stadt machen, in dem ihr im Unterschied zu einem Schreiben vor einem Jahr bescheinigt wurde, dass ihr Grundstück nicht an Wert gewonnen habe und sie doch keine Ausgleichsbeträge mehr zu zahlen habe. Wie das?

Nach der rechtlichen Umwandlung der Fläche des ehemaligen Abenteuerspielplatzes von einem Wohngebiet zur Gemeinbedarfsfläche zum Bau eines neuen Kindergartens in der Halleschen Straße hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte das Gebiet zwischen der Halleschen Straße und der Leipziger Straße neu bewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass durch den neuen Kindergarten und den mit ihm verbundenen Lärm und Verkehr die Grundstücke nicht an Wert gewonnen haben. Hier müssen die Eigentümer folglich nichts zahlen, alle anderen Eigentümer in dem Gebiet an Magdeburger, Dresdener, Leipziger und Friedrichstraße aber schon. Für sie ändert sich nichts.

Achims Stadtplanerin Angelika Steinbach bekräftigt uns gegenüber, dass die Stadt aus gesetzlichen Gründen an der Zahlung nicht vorbeikomme. Andernfalls müsste die Stadt die Zuschüsse von Bund und Land zurückzahlen.

Für den einzelnen seien die Zahlungen von einigen hundert Euro vielleicht schmerzlich, aber bei insgesamt mehr als sechs Millionen Euro öffentlicher Investitionen eher gering im Vergleich zu sonstigen Beteiligungen von Grundstückseigentümern bei der Stadtsanierung in der Fußgängerzone oder Straßenneubauten.

Berechnet wird nur die Wertsteigerung durch öffentliche Investitionen, aber nicht der Wertverlust zum Beispiel durch den leeren Supermarkt in der Friedrichstraße.. - mb

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