Kritik an „Wirtschaftspartei“ CDU

Warum „Rolle rückwärts“ bei „Achim-West“?

Die Meinungen zu „Achim-West“ sind geteilt: Der Nabu und die Bürgerinitiative Uphusen sammelten nach eigenen Angaben auf dem Wochenmarkt mehrere hundert Unterschriften dagegen. „Vielen Bürgern macht der enorme Flächenverbrauch und der Verlust an Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt große Sorgen“, sagt Nabu-Sprecherin Sabrina Kernhoff.
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Die Meinungen zu „Achim-West“ sind geteilt: Der Nabu und die Bürgerinitiative Uphusen sammelten nach eigenen Angaben auf dem Wochenmarkt mehrere hundert Unterschriften dagegen. „Vielen Bürgern macht der enorme Flächenverbrauch und der Verlust an Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt große Sorgen“, sagt Nabu-Sprecherin Sabrina Kernhoff.

Achim – „Ich bin ganz klar für Achim-West“, sagt Hans-Jürgen Stillicher. Der „ehemaliger Wirtschaftsorganisator“, wie der 73-Jährige einen Teil seiner früheren beruflichen Tätigkeit bezeichnet, und Ex-Kfz-Sachverständige sieht das „große Zukunftsprojekt für die Stadt“ nach den Positionierungen der Ratsfraktionen in Gefahr. SPD und FDP, lobt er, hielten richtigerweise daran fest, solange die Chance bestehe, dass das 150-Millionen-Euro-Vorhaben finanziert werden könne.

CDU, Grüne und WGA im Stadtrat hätten in dieser Frage leider eine „Rolle rückwärts“ gemacht. Insbesondere den Christdemokraten und ihrer Bürgermeisterkandidatin Dr. Nadine Fischer wirft der Uphusener vor, Achimer Interessen leichtfertig aufs Spiel zu setzen. „Aber es ist ja Wahlkampf.“

Er könne verstehen, dass einige Uphusenerinnen und Uphuser gegen „Achim-West“ seien. Denn das Wohngebiet nördlich der Bahnstrecke würde unmittelbar an das geplante 90 Hektar große Gewerbegebiet grenzen. „Aber die CDU stand mal für Wirtschaftlichkeit, Wachstum, Arbeitsplätze, ökologische Zukunftsprojekte“, betont Stillicher, der auf Nachfrage preisgibt, in der Vergangenheit „meist CDU“ gewählt zu haben. Das werde er diesmal bei den Bürgermeister- und Stadtratswahlen am 12. September garantiert nicht machen. Kandidatin Fischer sehe in seinen Augen „nur ihren persönlichen Vorteil“, da sie ebenfalls in der Soorenkamp-Siedlung wohne und kein Gewerbegebiet vor ihrer Haustür haben wolle. Das Gleiche gelte für Jan Precht (Grüne).

Hans-Jürgen Stillicher räumt ein, dass er selbst umgekehrt Grundstücke in der Uphusener Feldmark besitzt, die er an die Stadt für das Projekt gerne verkaufen würde. „Klar, da habe ich eigene Interessen, das ist so.“

Dass Landwirte bei einer Realisierung von „Achim-West“ einen Teil ihrer Flächen verlieren würden, sei „sicherlich sehr bedauerlich“. Die laut Stillicher sechs Betroffenen müssten dann natürlich auch „Einkommensverluste“ hinnehmen.

Aber es sei eben auch Fakt, dass die Stadt Achim über keine freien Gewerbeflächen mehr verfüge. Was sich schon jetzt negativ auswirke. „Sonst wäre zum Beispiel die Spedition Hoppe nicht nach Oyten gegangen“, konkretisiert Stillicher.

Firmen wie Vitakraft, Kühne und Nagel oder Hansa-Flex platzten im bestehenden Gewerbegebiet am Bremer Kreuz nach eigenen Angaben aus allen Nähten und benötigten dringend Erweiterungsflächen. Sollten diese Unternehmen aus der Region abwandern, würden die leitenden Mitarbeiter nach dem Dafürhalten von Stillicher zum neuen Standort mitgehen, für die meisten anderen Kräfte wäre das wegen eines dann wohl zu langen Arbeitswegs eher nicht möglich. Vielen würde damit „Einkommensverlust bis hin zum Arbeitslosengeld“ drohen.

Und die Stadt, spinnt Stillicher den Faden weiter, müsste erhebliche Steuerausfälle verkraften. Wodurch wiederum der Achimer Haushalt in Schieflage geraten würde. Ausgaben für Kindergärten, Schulen und andere Leistungen müssten dann wahrscheinlich gekürzt werden.

„Achim-West“ hätte nach Meinung von Hans-Jürgen Stillicher eine „Top-Lage“ am Bremer Kreuz, dazu käme noch Infrastruktur, die nahezu ihresgleichen suche. „Welches Gewerbegebiet bekommt einen eigenen Autobahnanschluss?“, zum Großteil vom Bund finanziert. Somit bräuchten an- und abfahrende Lastkraftwagen keine Landstraßen verstopfen.

Von einem Bahnanschluss für „Achim-West“ hält Stillicher nichts. Das Zusammenstellen der Containerzüge würde viel zu lange dauern, sagt er. Dafür könnten die sich auf den 90 Hektar ansiedelnden Betriebe ihre Neubauten „energieeffizient“ anlegen. Damit sparten sie Kosten, „und gleichzeitig tut es der Umwelt gut“.

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