IG Metall fordert vier Prozent mehr

Warnstreik bei Hydro und Desma in Achim

Etwa 60 bis 70 Beschäftigte beteiligten sich am Warnstreik bei Hydro Extrusion in Uphusen, ungefähr ebenso viele Mitarbeiter von Desma streikten laut Gewerkschaftssekretärin Stefanie Gebhardt (Mitte) parallel.
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Etwa 60 bis 70 Beschäftigte beteiligten sich am Warnstreik bei Hydro Extrusion in Uphusen, ungefähr ebenso viele Mitarbeiter von Desma streikten laut Gewerkschaftssekretärin Stefanie Gebhardt (Mitte) parallel.

Achim – An den landesweiten Warnstreiks in Niedersachsen und Bremen nahmen am Mittwoch auch zwei Achimer Unternehmen teil: Desma Schuhmaschinen und Hydro Extrusion Uphusen. Der Aluminium verarbeitende Betrieb hat etwa 250 Beschäftigte, davon beteiligten sich gestern etwa 70 an der symbolischen Arbeitsniederlegung kurz vor Schichtende. Ebenso viele sollen sich laut Stefanie Gebhardt, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Bremen, bei Desma beteiligt haben.

Zu der Aktion aufgerufen hatte die Gewerkschaft anlässlich der fünften Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Branche ein „tragfähiges Zukunftspaket“. Bestandteil der Forderungen ist ein Plus von vier Prozent. „Das kann durchaus unterschiedlich eingesetzt werden“, erläutert Gebhardt: „Situativ nach Betriebslage zur Erhöhung der Entgelte oder für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung“. Besonders wichtig sei der Gewerkschaft in Krisenzeiten, Beschäftigung für die Zukunft zu sichern. „Wenn wir von Zukunft sprechen, dann meinen wir übermorgen“, richtete Gebhardt das Wort an den Teil der Belegschaft, der sich auf dem Parkplatz vor dem Uphuser Hydro-Werk versammelt hatte. Der IG Metall schwebt ein sogenannter Zukunftstarifvertrag vor, um Rahmenregelungen zu schaffen. Zudem sollen Arbeitnehmer etwa gegen Arbeitszeitkürzungen auch in Krisenzeiten abgesichert sein. Zuletzt seien die Tarife in der Metall- und Elektroindustrie im April 2018 erhöht worden. „Die Nullrunde letztes Jahr war richtig, aber jetzt geht es auch darum, die Kaufkraft und damit die Binnennachfrage zu stärken“, stellte Gebhardt klar.

Auch die Bremer Betriebe Airbus, Thyssen Krupp System Engineering und Thermo Fisher waren an den vergangenen Tagen an Warnstreiks beteiligt. Weitere Unternehmen in Bremen sollen Donnerstag folgen.

„Ich finde es erstaunlich, dass das Werk komplett steht“, sagte Olaf Blöthe, Betriebsratsvorsitzender bei Hydro in Uphusen. Abgesehen von der Geschäftsstelle, deren Mitarbeiter wegen Kundenverkehr nicht permanent abwesend sein könnten, hätten sich nahezu alle aus der Früh- und Tagschicht an dem Ausstand beteiligt. Für die kommende Tarifrunde hegt Blöthe indes nicht viel Hoffnung: „So stur war der Arbeitgeber schon lange nicht mehr.“

Auch in Corona-Zeiten seien Präsenz-Aktionen wie Warnstreiks und Betriebsversammlungen notwendig und wichtig: „Video-Konferenzen haben nicht denselben Effekt. Der Arbeitgeber muss sehen, dass wir uns zeigen und bewegen“, betont Blöthe. Von Kurzarbeit blieb Hydro Extrusion übrigens 2020 im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer verschont – „im Verbund Hydro Extrusion DACH, der sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz erstreckt, waren wir die Einzigen ohne Kurzarbeit“, so Blöthe.

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