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Ärger mit der Corona-Warnapp in Achim

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Von: Judith Tausendfreund

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Das Drive-in-Zentrum am Schützenplatz ist eines von mehreren Corona-Testzentren in Achim, die von vielen Erkrankten aufgesucht werden.
Das Drive-in-Zentrum am Schützenplatz ist eines von mehreren Corona-Testzentren in Achim, die von vielen Erkrankten aufgesucht werden. © Tausendfreund

Achim – Michael Schröter hat’s erwischt. Der Achimer ist an Corona erkrankt. Um sicher zu gehen, wendet er sich an eines der ihm bekannten Testzentren. Er besucht das Drive-in Testzentrum von Dr. Heuberger. Schröter kreuzt dort an, dass er seine Daten freigibt, damit diese nach Feststehen des Ergebnisses in der Coronawarnapp erscheinen. Doch später stellt er fest, dass diese Daten dort eben nicht erscheinen.

Da er sich darüber ärgert, ruft er bei der Hotline von Heuberger an. „Dort wurde mir gesagt, dass die Datenübertragung nicht machbar sein“, so der Achimer weiter.

Die Sache lässt ihm keine Ruhe. Er wendet sich an das Robert Koch Institut (RKI) und stellt fest, die Datenübertragung geht sehr wohl. Allerdings muss er hierzu eine TAN generieren und diese mitsamt den eigenen Daten händisch in die App eintragen.

Schröter bemängelt, dass die Vorgehensweise in den Achimer Testzentren intransparent wäre. Bei genauerem Hinsehen ist es ein Detail, welches in der Tat verwirrend ist: Die Besucher der Testzentren stimmen in den Formularen zu, dass ihr Ergebnis in der App übermittelt wird - dies funktioniert aber eben nur dann automatisch, wenn das jeweilige Labor an die Warn-App angeschlossen ist. Darüber erhalten die Besucher des Testzentrums ohne aktives Nachfragen jedoch keine weitere Auskunft.

Fest steht, die PCR-Testergebnisse aus den Testzentren gehen von dort aus in die Labore, mit denen die Testzentren zusammenarbeiten. „Anschließend erhält der Patient den Befund, aber mit der Warnapp als solcher haben wir aber nichts zu tun“, beschreibt auf Nachfrage ein Mitarbeiter der Heuberger-Teststationen das Prozedere. Namentlich möchte er nicht benannt werden. Die Labore würden außerdem die Ergebnisse an die jeweiligen Gesundheitsämter schicken. Zudem würden bei Bedarf Bescheinigungen für den Arbeitgeber ausgestellt werden. Mit der Warnapp habe das Testzentrum aber keinerlei Berührungspunkte. Genau dies müsste nach dem Eindruck von Michael Schröter aber eben deutlicher werden. Er ärgert sich, dass ihm an der Hotline des Testzentrums nicht erklärt wurde, wie er die Daten eintragen kann. Und er befürchtet, dass die Sicherheitsinfrastruktur, die die App leisten soll, so nicht funktionieren kann. Denn „alle Achimer, die sich zum Beispiel im Drive-in am Freibad positiv testen ließen, sind von diesem Warnsystem ausgeschlossen“ - zumindest eben, wenn die Betroffenen nicht selber aktiv werden.

Auch Ulf Neumann, Landkreis Verden, bestätigt, dass der Landkreis die positiven Ergebnisse aus den Laboren erhält und diese wiederum ans RKI weitergibt. Der Landkreis pflege die Daten dann in die eigenen Statistiken ein. Auf die Schnittstelle zur Warnapp angesprochen, erklärt Neumann, dass der Landkreis keinen ‘Stellhebel’ zur Warnapp habe.

Es bleibt demnach dabei, die ursprünglich gewollte Warnfunktion der App greift trotz der Angabe, dass man die Weitergabe der Daten möchte, eben nicht in jedem Fall automatisch.

Von Judith Tausendfreund

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