Kinder und Jugendliche bemalen Garagen in Baden / Kooperation von „Sofa“ und der Stadt Achim

Wandbild mit Superheld und Honigbiene

Annika (12) und Piet (14) legen letzte Handgriffe an: Seit gestern ist die Garagenrückwand, die an den Spielplatz „Im Park“ angrenzt, ein bunter Blickfang. - Foto: Duncan

baden - Tiere, 3-D-Kreise und ein Superheld schmücken seit gestern die Rückseiten der Garagen „Im Park“ in Baden: Eine Voltigier-Szene mit Pferd, einen Hund und eine Katze hat beispielsweise die zwölfjährige Annika gemalt und so den bisher schmutzigweißen Untergrund aufgewertet. Piet (14) tupfte schlangenlinienförmig eine Bienenflugbahn mit Honigbiene. Im Rahmen eines Ferienspaßangebots entstand in vier Tagen ein Riesengemälde – nicht als Graffiti, sondern ganz klassich mit Pinsel und Farbe.

Es ist bereits der zweite Teil des übergeordneten Projekts „Gestalte dein Viertel“ des Vereins für Sozialpädagogische Familienhilfe (Sofa) in Kooperation mit der Stadt Achim. Eine ähnliche Aktion hatte „Sofa“ im vergangenen Jahr schon an der Worpsweder Straße umgesetzt – bewusst mit einer kleinen Gruppe von bis zu zehn Teilnehmern. Diesmal hatten sich sieben angemeldet, fünf blieben schließlich dabei.

„Uns war der Gedanke einer künstlerischen Anleitung wichtig“, sagt Gesa Kaemena von der Abteilung Kinder und Jugend der Stadt Achim. Das übernahmen die Kunstpädagogen Johannes Graf und Fabian Golly von Sofa. Sie zeigten den Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren etwa Techniken wie 3-D-Malen, das „Schichten“ von Motiven und wie man größere Flächen ausnutzt. „Das Arrangement ergibt sich aber beim Machen. Ein Beispiel dafür sind die lila Tropfen, die sich durch das gesamte Wandbild ziehen.“

Statt wie Lehrer das Geschehen nur zu beobachten, nahmen Graf und Golly auch selbst die Pinsel in die Hand. „Es geht nicht darum, ein perfektes Ergebnis zu erzielen, sondern die Kinder und Jugendlichen pädagogisch und freikünstlerisch anzuleiten“, erklärt Graf.

Die Ideen für ihr Wandbild haben die Teilnehmer weitgehend selbst entwickelt und umgesetzt. Nur bei etwas komplexeren Figuren, wie Superheld „He-Man“, der links am Kopf der Garagenreihe prangt, halfen die Kunstpädagogen bei der Übertragung. „Das hat Spaß gemacht. Wir konnten unsere eigenen Ideen umsetzen und wenn wir wollten, haben wir auch Hilfe bekommen“, sagt Annika.

In einer viertägigen Ferienspaßaktion könne man weitaus besser mit Farbe und Pinsel arbeiten als mit der Sprühdose. „Die technischen Voraussetzungen sind bei Graffiti groß. Mit dem Pinsel hat jeder schon mal in der Schule gemalt“, so Golly. Zudem sei es eine Altersfrage: „Solche Bilder haben einen kindlicheren Charakter.“

Ermöglicht hat das kunstpädagogische Projekt übrigens die Achimer Stadtwald Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft mit einer Spende von 2000 Euro. Der Vorschlag von Kaemena, das Projekt „Gestalte dein Viertel“ in Baden umzusetzen, stieß bei den Spendern auf ein positives Echo. „Die Idee dahinter war, mal dahin zu gehen, wo sonst nicht so viele Fördergelder fließen“, betont Gesa Kaemena.

Nicht zuletzt greift das Malprojekt auch auf eine für nächstes Jahr geplante Umgestaltung des angrenzenden Spielplatzes vor. So soll er durch eine Schaukel und einen Sandspielbereich ergänzt werden. Was genau erneuert werden soll, stimmt die Stadt gerade noch mit einer Expertengruppe ab, die es am meisten angeht: den Kindern. - ldu

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