Mühle Viel morscher als erwartet

Wahrzeichen am Festtag flügel- und kopflos

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Der 18 Tonnen schwere, reetgedeckte Mühlenkopf der Achimer Mühle mit dem Windrosenbock. Er wird in Schleswig-Holstein rundum erneuert, ist aber am Mühlentag auf dem Boden noch von ganz Nahem zu begutachten.

Achim - „Ich kann das öffentlich abgegebene Versprechen nicht einhalten, dass die Renovierung der Achimer Mühle bis zum Mühlentag 16. Mai abgeschlossen ist“, bedauerte Bürgermeister Rainer Ditzfeld jetzt im Pressegespräch. „Wir sind aber auf einem guten Weg“, fügte er gleich an. Die Windmühle des Typs zweistöckiger Galerie-Holländer ist bekanntlich Achims Wahrzeichen.

Achims Wahrzeichen ist anders als geplant auch am Pfingstmontag noch nicht vollständig.

Ihre Flügel, gemäß Auflage der Denkmalschutzbehörde aus Lärchenholz, sind immerhin schon fertig.

Der Fußboden drinnen wurde um 30 Zentimeter abgesenkt, damit „Stehhöhe“ erreicht wird und sich Besucher nicht dauernd ducken müssen. Außerdem sind eine Fußbodenheizung, Internetanschluss und Beamer eingebaut.

Das Innenleben der altten Mühle selbst ist durch eine Plexiglasscheibe komplett zu besichtigen, rundete Ditzfeld seine Aufzählung der positiven Entwicklungen bei der Renovierung ab.

Die jetzt unvermeidliche Verzögerung sei hingegen darin begründet, dass der Mühlenkopf mit Windrosenbock total morsch ist – deutlich morscher als erwartet. Mit seinem Gesamtgewicht von 18 Tonnen ist er auch nicht mehr sicher zu transportieren.

„Damit hatten wir nicht gerechnet. Mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörde muss nun der Unterbau aus verzinktem Stahl neu gefertigt werden“, berichtete der Bürgermeister. Diese Konstruktion werde dann aber erst mal 30 Jahre Ruhe geben, habe die zuständige Firma versichert.

Da es nur in Schleswig-Holstein ein Unternehmen gibt, das diese Verzinkung von den bis zu drei Meter langen Stahlteilen ausführen kann, muss das schwere Teil auf einem Tieflader dorthin und wieder zurück verbracht werden, was die Renovierungs-Gesamtzeit weiter verlängert.

Viel Zeit hat auch schon das Antrags- und Genehmigungsverfahren hierfür in Anspruch genommen, denn ohne offizielle Genehmigung läuft gar nichts.

Fördergelder nach dem Denkmalschutzprogramm 5 kommen vom Bund aus Berlin und decken immerhin rund die Hälfte der Renovierungskosten ab, erklärte Kerstin Vöge aus der Stadtverwaltung. Sie ist auch für den Schriftverkehr des Mühlenvereins zuständig.

Privatfeiern künftig nicht mehr möglich

Das Konzept mit dem Titel „Vom Korn bis zum Mehl“ beinhaltet, dass die Mühle künftig für Führungen, Besichtigungen durch Schulen und Lesungen weiter zur Verfügung steht.

Private Feste wie Geburtstagsfeiern sollen indes nicht mehr möglich sein, so Kerstin Vöge.

Der Mühlenbau sei auf jeden Fall am Mühlentag komplett fertig erneuert, und dies dürfe dann auch ohne Flügel gehörig gefeiert werden, betonten sie und der Bürgermeister gleichermaßen.

Eine kurze Überlegung, extra für den 30. Mai den Mühlenkopf wieder oben zu platzieren, habe er sofort wieder fallen gelassen, berichtete Ditzfeld weiter.

Die voraussichtlichen Kosten von etwa 20 000 Euro seien einfach zu hoch und nicht vertretbar.

Trotz kopfloser Mühle gibt es am Deutschen Mühlentag von 11 bis 16 Uhr wieder den traditionellen Jazz-Frühschoppen. Auftreten werden die „WaterEnd Jazzmen“ mit Professor Dr. Bartels, Gesang. Im Anschluss ist der bekannte Achimer Sänger und Songwriter Till Simon zu erleben.

Am Nachmittag bietet der Mühlenverein Kaffee und Kuchen an, und für die Kinder ist der Toby-Spieleanhänger vor Ort.

Außerdem besteht die einmalige Gelegenheit, sich den mächtigen Mühlenkopf, der auf dem Parkplatz steht, noch einmal ganz aus der Nähe anzusehen, betont Rainer Ditzfeld.

Er ist überzeugt, dass trotz des unvollendeten Renovierungsprojektes zahlreiche Achimer und andere Besucher am Pfingstmontag 16. Mai den Weg zur Mühle finden und dort ein fröhliches Fest feiern werden.

hem

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