Zahl der Kunden ist durch Flüchtlinge um fast 30 Prozent gestiegen

Wagen der Tafel müssen immer mehr Waren herbeischaffen

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Die Achimer Tafel freut sich über ein neues Kühlfahrzeug.

Achim - Früher als erwartet konnte die Achimer Tafel ein neues Kühlfahrzeug in Betrieb nehmen. Bereits seit einer Woche ist der VW Crafter als zweites Fahrzeug für die soziale Arbeit der Tafel auf der Straße unterwegs: „Diese Großinvestition in Höhe von 43.000 Euro konnte innerhalb kurzer Zeit realisiert werden, weil die finanziellen Voraussetzungen schneller als gedacht gegeben waren“, sagte Rainer Kunze, Vorsitzender der Achimer Tafel.

Bei der offiziellen Fahrzeugpräsentation gestern dankte er für zahlreiche Zuwendungen von Kommunen, Firmen, Vereinen, Privatleuten und einigen Großspendern. Dazu gehören die Unternehmen Lidl und Power Innovation, die Unternehmensgruppe Schmidt & Koch, die Bremische Volksbank sowie die Rotary-Stadttombola und die Bürgerstiftung Achim.

Kunze nannte den Fahrzeugpark der Achimer Tafel einen wichtigen Baustein im Ablauf ihrer Tätigkeit. Neben der Versorgung mit gespendeten Lebensmitteln aus dem örtlichen Einzelhandel und der Versorgung der Ausgabestellen Bassen und Thedinghausen werde die Versorgung mit gespendeten Lebensmitteln von Erzeugern, Großhändlern und Herstellern aus größeren Entfernungen immer wichtiger, sagte Kunze: „Durch die steigenden Nutzerzahlen der Achimer Tafel kommen wir warenmäßig immer mehr an unsere Grenzen.“

Der Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen seit Sommer 2015 habe das Bild der Achimer Tafel stark verändert. Diese Gruppe von Menschen sei selbstverständlich in das Tafel-System aufgenommen worden und werde zu gleichen Bedingungen wie alle anderen Kunden mit Lebensmitteln versorgt: „Dadurch ist die Zahl der versorgten Familien im Vergleich zu 2015 um fast 30 Prozent angestiegen. Der Anteil der Flüchtlinge beträgt zurzeit fast 50 Prozent aller Nutzer.

Im ersten Halbjahr 2016 haben wir monatlich insgesamt 660 Familien mit 1550 Personen mit Lebensmitteln versorgt“, berichtete Kunze. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden insgesamt 28.000 Menschen die Leistungen der Achimer Tafel in Anspruch nehmen.

Um die Belastung der zumeist älteren Tafel-Helfer – pro Jahr werden 600 Tonnen Lebensmittel bewegt – zu verringern, ist die Tafel seit 2013 als Einsatzstelle des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) anerkannt. Jedes Jahr werden bei der Achimer Tafel vier Bufdi-Plätze besetzt. Ab September werden erstmals zwei junge Männer aus Somalia, die als Flüchtlinge seit 18 Monaten in Deutschland leben, als Bufdi eingesetzt: „Dieses Experiment dient in erster Linie der Integration und der Vorbereitung auf den deutschen Arbeitsmarkt“, sagte Kunze.

häg

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