Parteien stehen vor Herausforderung

Schwere Suche nach Kandidaten für Bürgermeisterwahl in Achim

Nadine Fischer will Bürgermeisterin werden.
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Will rein: Nadine Fischer.

Achim – „Demokratie lebt davon, dass es mehrere Kandidaten gibt“, sagt Bürgermeister Rainer Ditzfeld auf Nachfrage zur vor wenigen Tagen von der CDU aufgestellten Kontrahentin Dr. Nadine Fischer, die als Parteilose bei der Wahl am 12. September antritt, um dem Amtsinhaber den obersten Posten der Stadt abzujagen. Der Chef im Rathaus erwartet jedoch noch weitere Konkurrenz für sich.

„Ich kann mir vorstellen, dass noch jemand dazu kommt“, spekuliert der ebenfalls parteilose Ditzfeld. Bis zum Ablauf der Bewerberfrist am 26. Juli seien ja noch einige Monate Zeit.

Ein weiterer Kandidat, eine weitere Kandidatin müsse ja nicht zwangsläufig aus dem Feld der etablierten Gruppierungen kommen, merkt Ditzfeld an. So habe zum Beispiel bei der jüngsten Bürgermeisterwahl in Verden neben SPD und CDU die Freie Wählergemeinschaft noch einen Aspiranten ins Rennen geschickt.

Stand jetzt kommt es in Achim lediglich zu einem Duell. Mit Ausnahme der CDU haben die Parteien bisher keine personelle Alternative zu Ditzfeld vorzuweisen. Und einige Vorsitzende haben in diesem Punkt auf Nachfrage auch schon abgewunken.

„Wir sind noch auf der Suche“, gibt Wilfried Hirschmann, Chef der SPD Achim, preis. Bislang hätten weder Mitglieder des Ortsvereins noch der Ratsfraktion Interesse an einer Kandidatur signalisiert. Dabei ist die SPD von der Anzahl her hier wie dort schon lange die stärkste politische Kraft in der Stadt. „Es wäre blöd, wenn wir keinen eigenen Kandidaten hätten“, räumt Hirschmann deshalb auch ein.

Bündnis 90 / Die Grünen als drittgrößte Fraktion im Stadtrat nach SPD und CDU werden wohl keine Frau oder keinen Mann für den Achimer Spitzenjob nominieren. „Jemand, der für das Amt kandidieren wollte, hat aus beruflichen Gründen abgesagt“, verrät Ortsverbandsvorsitzender Peter Bartram. Aktuell sehe es so aus, dass die Grünen niemanden für diese Aufgabe finden werden. „Wir fummeln da aber noch ein bisschen“, lässt Bartram in dieser Frage noch ein Hintertürchen offen.

Ähnlich sieht es bei der FDP aus. Nein, es gebe bis dato keine Bewerbung aus den eigenen Reihen. „Wenn der Ortsverein in der Angelegenheit noch tätig werden möchte, dann machen wir das“, teilt Hans Baum mit. „Es könnte ja auch noch jemand von außen dazu kommen“, fügt der Vorsitzende hinzu.

Die Wählergemeinschaft Achim (WGA) wird mit Sicherheit mit keinem eigenen Kandidaten aufwarten, verkündet Wolfgang Heckel. „Konkurrenz für den jetzigen Bürgermeister ist wichtig“, stellt der WGA-Vorsitzende zugleich fest; es sei gut, dass die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahl mit Nadine Fischer mindestens eine Alternative hätten.

Ob und gegebenenfalls wen Gruppierungen ohne eigenen Bewerber für das Bürgermeisteramt im Wahlkampf unterstützen werden, bleibt abzuwarten. „Dafür ist es jetzt noch viel zu früh“, antwortet Grünen-Vorsitzender Bartram. „Das würden wir an politischen Aussagen festmachen“, formuliert FDP-Chef Baum den Gradmesser für sich und seine Partei. „Darüber werden wir sprechen, wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist“, äußert WGA-Vormann Heckel.

Im Amt: Rainer Ditzfeld.

Baum lässt Kritik an Ditzfeld anklingen. Er sieht „Korrekturbedarf in der Politik der Stadt Achim“. In bestimmten Punkten gibt es aus Sicht des Liberalen „zuviel Regulierungswut“.

CDU-Kandidatin Fischer müsse in den nächsten Monaten selbstverständlich inhaltlich Farbe bekennen, sagt Heckel. Von Ditzfeld wiederum müssten auch eigene Ideen, etwa zur Stadtentwicklung, kommen. „Es reicht nicht aus, sich auf Mehrheiten im Rat zu verlassen“, bemängelt der WGA-Chef. Und Fischer habe recht, wenn sie von einem Bürgermeister einfordere, sich auch Kritik von Bürgerinnen und Bürgern zu stellen.

„Ich trage keine Kontroversen nach draußen“, kontert Rainer Ditzfeld auf Nachfrage. Streitpunkte diskutiere er lieber hinter verschlossenen Türen. Fischer, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen „Achim-West“, könne als Interessenvertreterin natürlich anders auftreten als er. „Ich darf als Bürgermeister das Gesamtinteresse der Stadt nicht aus den Augen verlieren“, sagt Ditzfeld. Es sei klar, dass niemand gerne Bauten oder Verkehr vor seiner eigenen Haustür haben wolle, erläutert er. Bei allen zu erwartenden Auseinandersetzungen hofft der Amtsinhaber, „dass der Wahlkampf genauso fair abläuft wie 2014“.

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