Viele Senioren besuchen Vortrag bei Polizei: „Alte Hasen – Sicher im Straßenverkehr“

Wer während der Fahrt ein Handy benutzt, riskiert Leben

Anika Wrede (links), Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, bei ihrem Vortrag. Kontaktbeamtin Katja Brammer steht hier mit einer reflektierenden Warnweste, die Radfahrer und Fußgänger in der dunklen Jahreszeit sichtbarer macht. - Fotos: Mix

Achim - „Wir möchten keinem mit 60 den Führerschein wegnehmen“, versicherte Anika Wrede, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, gleich zu Beginn. Denn hier auf dem „platten Land“ gebe es ja nur ein begrenztes Angebot an Bussen und Bahnen. „Alte Hasen – Sicher im Straßenverkehr“ lautete ihr Thema Dienstagnachmittag im Polizeikommissariat Achim, und zahlreiche Senioren verfolgten aufmerksam ihren Vortrag.

Zu den verschiedenen Aspekten, die Wrede ansprach und die von „Radwegbenutzungspflicht“ bis „Unfallflucht“ reichten, meldeten sich auch immer wieder Besucher zu Wort. Die allermeisten begaben sich anschließend sicherlich um einiges schlauer und womöglich auch vorsichtiger nach Hause.

Beim Punkt Radfahren ärgerte sich manch einer über „die oft gefährlich schnellen E-Bikes und Pedelecs“. Wrede informierte, dass Leute mit Elektrofahrrädern, die mehr als 25 Stundenkilometer fahren können, nicht den Radweg benutzen dürfen.

Auch wenn es an Verkehrskreiseln Fahrbahnteiler gibt, müssten Radfahrer dort in der Regel die Vorfahrt der Autofahrer achten. Schilder wiesen darauf hin. Auch darauf, ob Radfahrer eine Einbahnstraße in der „falschen Richtung“ befahren dürfen.

In sogenannten Spielstraßen ist Autofahrern lediglich Schrittgeschwindigkeit, also gerade mal vier bis sieben Stundenkilometer, erlaubt. „Aber Fußgänger dürfen auch nicht die ganze Breite der Fahrbahn blockieren, wie ich das schon mehrfach in Achim beobachtet habe“, merkte die örtliche Kontaktbeamtin Katja Brammer an.

Und wie verhält man sich als Autofahrer, wenn vor einem ein Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht an eine Haltestelle ran fährt? „Solange er nicht steht, darf er nicht überholt werden. Danach dann nur mit Schrittgeschwindigkeit“, klärte Wrede die Zuhörer auf.

Wer sein Handy während der Autofahrt benutzt, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro – und sein Leben, aber auch das von Unbeteiligten. „Telefonieren oder Nachrichten eintippen im Verkehr ist so, so gefährlich“, warnte die Sicherheitsberaterin im Präventionsteam der Polizeiinspektion. Auch kurzzeitige Unachtsamkeit könne tödlich enden. Ein Auto mit Tempo 50 lege in zwei Sekunden knapp 30 Meter zurück.

Und wie sollte sich ein Fahrer verhalten, wenn er zum Beispiel auf einem Parkplatz ein fremdes Auto beschädigt hat? „Man muss so lange warten, bis der Geschädigte kommt“, sagte Anika Wrede. Unfallflucht sei eine Straftat. „Die Hälfte dieser Delikte wird übrigens aufgeklärt.“

Schließlich fragte sie die Besucher, mit welchen Handicaps ältere Verkehrsteilnehmer denn zu rechnen hätten. Das Sehen und Hören lasse meist nach, aber auch die Reaktionsfähigkeit und die Beweglichkeit, hieß es. „Ich gehe regelmäßig zu Untersuchungen, bei denen das getestet wird“, verriet ein Mann. „Bei einem schlechten Ergebnis würde ich den Führerschein abgeben.“ Eine Frau riet dazu, Sport zu treiben. Wrede ermunterte dazu, Fahrtrainings, etwa bei einer Fahrschule, zu machen. - mm

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